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Klinikum Dortmund gGmbH | Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster
FOCUS - TOP Internationales Krankenhaus 2017

Experten-Workshop gegen den Schlaganfall: Mediziner trainieren an Gefäß-Simulatoren

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einem Verschluss eines Hals- oder Hirngefäßes: In kurzer Zeit sterben Millionen von Gehirnzellen ab. Um die verstopften Gefäße wiederzueröffnen, werden neben der medikamentösen Therapie zunehmend auch operative Verfahren eingesetzt, bei denen dünne Schläuche durch kleine Schnitte von der Leistengegend bis zum Kopfbereich des Patienten eingeführt werden und als Arbeitskanal dienen. In einem Workshop unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Rohde, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie am Klinikum Dortmund, tauschten sich in der vergangenen Woche über 80 Experten aus dem deutschsprachigen Raum im Dortmunder U über Behandlungsmöglichkeiten beim akuten Schlaganfall aus. An Gefäß-Simulatoren konnten die Teilnehmer zudem moderne OP-Techniken trainieren.

Am Klinikum Dortmund werden jährlich etwa 200 Schlaganfallpatienten mit dem innovativen Katheter-Eingriff (der sogenannten „Thrombektomie“) behandelt. Dieses Verfahren kommt immer dann zur Anwendung, wenn große hirnversorgende Gefäße betroffen sind. Der Grund: Bei einfachen Schlaganfällen können die verstopften Gefäße durch ein Medikament gelöst werden, bei schweren Schlaganfällen profitieren nur etwa 10 Prozent der Patienten von der medikamentösen Behandlung. „Mit der Thrombektomie können wir bei über 90 Prozent der Patienten das verschlossene Hirngefäß wiedereröffnen, sodass viele ohne Einschränkungen weiterleben können“, so Prof. Rohde.

Halsschlagader bei jedem zehnten Schlaganfallpatienten verstopft

Bei jedem zehnten Patienten liegt die Ursache für den Schlaganfall in einer Engstelle der Halsschlagader, die dann im Notfall zuerst behandelt werden muss. Das ist unter Zeitdruck oft kompliziert und setzt gute Kenntnisse im sogenannten Karotisstenting voraus. Dabei wird ein dünner Katheter über die Beinschlagader bis zu den Halsgefäßen geführt – der Operateur kontrolliert den Eingriff über eine Röntgen-Kamera. Dieser Schlauch dient als Arbeitskanal, durch den ein kleines Metallgitterröhrchen – der „Stent“ – in das eingeengte oder verschlossene Gefäß eingebracht werden kann. Zusätzlich wird das Gefäß durch einen Ballon aufgedehnt, woraufhin das Blutgerinnsel entfernt wird. Am Klinikum Dortmund wird dieser Eingriff seit Jahrzehnten sehr häufig und sicher durchgeführt. „Dieses Wissen wollen wir durch unseren Workshop an unsere Kollegen weitergeben“, so Prof. Rohde. Bei dem Kongress im Dortmunder U konnten die Teilnehmer mit Experten schwierige Fälle diskutieren und die Operationstechniken an Gefäß-Simulatoren unter Anleitung von Radiologen aus dem Klinikum Dortmund üben.

Gehirnzellen werden schneller wieder mit Sauerstoff versorgt

„Der Vorteil dieser Methode besteht in der raschen Wiedereröffnung der hirnversorgenden Gefäße, wodurch das unterversorgte Hirngewebe schneller wieder mit Blut versorgt wird“, so Prof. Rohde. Aufgrund der engen Verknüpfung von Neurologen, Neurochirurgen und Neuro-Radiologen im Klinikum gilt das Schlaganfallzentrum des Klinikums Dortmund als Vorreiter bei diesem Verfahren. Internationale Studien belegen, dass die minimal-invasive Schlaganfallbehandlung sinnvoll ist. Das Klinikum Dortmund beteiligt sich aktuell an weiteren Studien, um die Behandlung für unterschiedliche Patientengruppen weiter zu verbessern.

 

Klinikum Dortmund, Unternehmenskommunikation
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