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Klinikum Dortmund gGmbH | Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster
FOCUS - TOP Internationales Krankenhaus 2017

Streicheln, bürsten, Stress abbauen: Hunde und Kaninchen fördern schwerkranke Kinder

Wenn Bianca Terhürne die Station K47 betritt, machen die Kinder große Augen – denn sie hat Begleiter auf vier Pfoten. Einmal pro Woche besucht die gelernte Krankenschwester und Fachkraft für Tiergestützte Intervention chronisch erkrankte Kinder. Die beiden Pudel Flocke und Lumpi, das Teddy-Kaninchen Fantasy und das Riesenkaninchen Berta unterstützen sie bei ihrer Arbeit. Indem die Patienten die Tiere bürsten, streicheln und mit ihnen spielen, bauen sie Vertrauen auf und haben für eineinhalb Stunden etwas Ablenkung.

 

Die Tiere

Flocke
Rasse: Pudel
Alter: Drei Jahre
Fell: schwarz-weiß (Harlekin)
Charakter: ruhig, verschmust
Lumpi
Rasse: Pudel
Alter: Zwei Jahre
Fell: schwarz-beige (Black and Tan)
Charakter: Energiebündel, aktiv
Fantasy
Rasse: Teddy-Kaninchen
Alter: Drei Jahre
Fell: hellbraun, lang und weich
Charakter: lieb, zutraulich
Berta
Rasse: Deutscher Riese
Alter: unbekannt
Fell: schwarz-weiß
Charakter: zutraulich, neugierig

 

Die Tier-Therapeutin

Name: Bianca Terhürne
Beruf/Qualifikationen:
• Examinierte Krankenschwester
• Fachkrankenschwester für Allgemeine Psychiatrie
• International anerkannte Fachkraft für Tiergestützte Intervention (Therapie, Pädagogik und Aktivität)

Was genau machen die Kinder mit den Tieren?
Im leergeräumten Spielzimmer der Station oder – bei gutem Wetter – im Therapiegarten des Westfälischen Kinderzentrums findet die Tiertherapie einmal wöchentlich für eineinhalb Stunden statt. Durch Geschicklichkeitsspiele, mit Kämmen und Bürsten kommen die Patienten mit den Tieren in Kontakt.

Für wen ist die Tiertherapie im Klinikum Dortmund?
Auf der Station K47 im Westfälischen Kinderzentrum werden Kinder mit chronischen Erkrankungen betreut – beispielsweise mit Krampfleiden, Stoffwechselstörungen und Entwicklungsverzögerungen sowie gastroenterologischen und rheumatologischen Erkrankungen. Aus medizinischen und hygienischen Gründen dürfen nicht alle Patienten an den Sitzungen teilnehmen: Das betrifft z. B. Patienten mit einer Abwehrschwäche oder offenen Wunden.

Schöne Idee, aber was bringt die Arbeit mit Tieren den Patienten?
Der Kontakt zu Tieren setzt im Gehirn das „Kuschelhormon“ Oxytocin frei. Das stärkt das Gefühl der Verbundenheit und das Einfühlungsvermögen, reduziert Stress und Aggressionen. Gerade bei Kindern mit spastischen Lähmungen sorgt das Streicheln des Fells für Entspannung. Die Patienten entwickeln Selbstvertrauen und werden von ihrer Krankheit abgelenkt.

Tiere im Krankenhaus – ist das überhaupt hygienisch?
Trotz aller Vorteile sind Therapietiere in einem Krankenhaus immer noch keine Selbstverständlichkeit. Oft werden hygienische Bedenken ins Feld geführt. Die Tiere betreten ausschließlich das Spielzimmer der Station, das vor den Sitzungen leer geräumt und nach der Tiertherapie desinfiziert wird. Eine Besonderheit von Pudeln ist, dass die Rasse nicht haart und auch in Zeiten des Fellwechsels kein Fell verliert. Die Patienten müssen sich vorher und nachher die Hände desinfizieren. Die Tiere werden regelmäßig von einem Tierarzt untersucht und kommen nur zum Einsatz, wenn sie gesund sind.

Ist der Job für die Tiere nicht tierisch anstrengend?
Auch Therapietiere müssen nicht alles mitmachen. Nicht nur die Kinder suchen sich ein Tier aus, sondern auch das Tier entscheidet mit. Hier sind die unterschiedlichen Charaktere der beiden Pudel ausschlaggebend: Flocke ist sehr verschmust, Lumpi häufiger energiegeladen. Die Aufgabe der Fachkraft für Tiergestützte Intervention ist es, Anzeichen für Stress frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln.

(Von Myriam Moser, Volontärin der Unternehmenskommunikation)

 

Klinikum Dortmund, Unternehmenskommunikation
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