08.01.2015 - Wenn die Luft wegbleibt: Herz oder Lunge – wer ist „schuld“?

Das Herz und die Lunge sind die beiden wichtigsten Organe, die dazu beitragen, dass sich Menschen fit und belastbar fühlen. Ist jemand kurzatmig und weniger leistungsfähig, kann dem sowohl eine Krankheit der Lunge als auch eine Herzerkrankung zu Grunde liegen. Priv.-Doz. Dr. Achim Barmeyer, Leitender Oberarzt

der Kardiologischen Klinik am Klinikum Dortmund, und Dr. Markus Unnewehr, Oberarzt der Klinik für Pneumologie, Infektiologie und internistische Intensivmedizin am Klinikum Dortmund, erklärten im Rahmen der Medizinale 2014 die verschiedenen

Ursachen der Luftnot und stellten diagnostische Möglichkeiten und

Therapien vor.


Sie engt ein, schwächt den Körper und macht vielen sogar Angst: Atemnot. Meist tritt sie bei körperlicher Belastung oder starkem Stress auf und verschwindet, sobald man wieder zur Ruhe kommt. Hält Atemlosigkeit jedoch dauerhaft auch unter Normalbelastung des Körpers an, sprechen Mediziner von einer „Dyspnoe“ (griechisch: „erschwerte Atmung). Eine Vielzahl von Beeinträchtigungen oder Krankheiten verschiedener Organe kann diese Form der Luftnot auslösen. Daher ist es nicht immer einfach, die Ursache herauszufinden. Am meisten betroffen sind Herz und Lunge, die zentralen Atemorgane.

 

Zwischen 15.000 und 20.000 Liter Luft nimmt ein gesunder Erwachsener pro Tag über die Lungen auf. Etwa ein Fünftel davon ist lebenswichtiger Sauerstoff. Kaum ein Vorgang im menschlichen Körper funktioniert ohne ihn. Von der Lunge muss der Sauerstoff daher weiter in das ganze Organsystem transportiert werden. Das geschieht über den Blutkreislauf mit dem Herzen als Pumpe, den Blutgefäßen als Transportwege und dem Blut als Transportmittel. „Atmung bedeutet nichts anderes als Gasaustausch“, erklärt Dr. Markus Unnewehr, Oberarzt der Klinik für Pneumologie, Infektiologie und internistische Intensivmedizin am Klinikum Dortmund. „So wie Sauerstoff über die Lungen eingeatmet und mit Hilfe des Herzens in den ganzen Körper transportiert wird, gelangt das dabei angefallene Kohlendioxid (CO2) als ‚Abfallprodukt’ über das Blutkreislaufsystem aus dem Organismus heraus.“

 

 

 

Bei Patienten mit Dyspnoe ist dieser Gasaustausch auf irgendeine Weise gestört, zum Beispiel in den oberen Atemwegen. Diese beginnen bereits im Mund- und Nasenraum und enden in den Lungenbläschen (Alveolen), in denen der Sauerstoff ins Blut übertritt und das CO2 aus dem Blut in die Atemluft zurückkommt. Liegt hier eine Krankheit vor oder sind die Atemwege (Bronchien) beispielsweise verengt, kommt es zur Luftnot. Auch Erkältungen und Entzündungen der Luftröhre und am Kehlkopf erschweren meist die Atmung, genau so wie schwerwiegende Erkrankungen der Lunge wie zum Beispiel eine Lungenentzündung oder Krebs. „Die Lungenbläschen spielen eine zentrale Rolle beim Gasaustausch. Verschwinden sie oder werden sie blockiert, kann nicht genug Sauerstoff ins Blut und Kohlendioxid aus dem Organismus gelangen. Die Folge ist Luftnot“, ergänzt Dr. Unnewehr.

 

 

 Aber auch das Herz kann an der Entstehung von Dyspnoe beteiligt sein. Etwa 8.000 Liter Blut pro Tag und mehr als 3 Milliarden Schläge im Laufe eines Lebens kann das gerade mal faustgroße Organ an Leistung aufbringen. Ähnlich wie bei einem Blasebalg saugt es dabei zunächst Blut an, um es dann im nächsten Schritt in die Körperhauptschlagader – die Aorta – zu pumpen. Von dort wird es dann in die Organe weiter transportiert. „Luftnot entsteht hier, wenn das Herz zum Beispiel aufgrund einer Krankheit nicht genug Blut aus den Lungen ansaugt und zu langsam in die Gefäße pumpt“, sagt Priv.-Doz. Dr. Achim Barmeyer, Leitender Oberarzt der Kardiologischen Klinik am Klinikum Dortmund. Als Folge kommt von hinten immer mehr Blut nach, welches sich vor dem Herzen staut. Dauert dies eine Zeit an, steigt der Druck in den Lungengefäßen und Flüssigkeit wird abgepresst, die in die Lungenbläschen gerät und damit den Gasaustausch behindert. „Ähnlich wie bei einem Gartenschlauch: Steht dieser unter Druck, wird er irgendwann porös und undicht, Flüssigkeit tritt aus“, vergleicht Dr. Barmeyer.

 

In den meisten Fällen kann der Arzt bereits durch Abklopfen beziehungsweise Abhören von Lunge und Herz mittels Stethoskop eine erste Diagnose stellen. Ein Elektrokardiogramm (EKG), mit dem man den Herzrhythmus überprüfen kann, sowie verschiedene Lungenfunktionstests, die die Mechanik und den Gasaustausch der Lunge überprüfen, geben weitere Auskünfte über mögliche Störungen. Auch die Röntgen- oder Computertomografie kann eindeutige Aussagen über Zustand von Herz und Lunge geben. „Um die Funktion des Herzmuskels und der Herzklappen zu beurteilen, setzen wir als weiteres bildgebendes Verfahren die Echokardiografie ein. Krankhafte Veränderungen des Herzens können wir zudem mittels Herzkatheter untersuchen“, sagt Dr. Barmeyer. Das ist ein dünner, biegsamer Kunststoffschlauch, mit dem über einen Zugang in der Leiste bestimmte Herz-Kreislauf-Werte wie etwa das Herzminuten-Volumen gemessen werden können. Sollte die Diagnose danach immer noch nicht stehen, hilft der Kernspintomograph, mit dem zum Beispiel Veränderungen des Herzmuskels direkt sichtbar gemacht werden können. Auch in der Lunge können Bilder mit einem Bronchoskop bis zu den Bronchien aufgenommen und Behandlungen vorgenommen werden. „Wichtig ist, dass bei chronischer, ungeklärter Luftnot immer sowohl das Herz als auch die Lunge untersucht werden“, sagt Dr. Unnewehr. „Denn da beide Organe über die Atmung direkt miteinander verbunden sind, wirken sich Effekte am Herzen in den meisten Fällen auch an der Lunge aus – und umgekehrt: Lungenpatienten sind daher meist auch Herzpatienten.“

 

Kontakt zur Klinik für Pneumologie, Infektiologie und internistische Intensivmedizin und zur Kardiologischen Klinik.

 

Selbsthilfegruppe: Deutsche Patientenliga Atemwegserkrnakungen e.V.

 

 

(Von Adriane Grunenberg, Volontärin der Unternehmenskommunikation, Klinikum Dortmund)

Marc Raschke
Leiter der Unternehmenskommunikation

Klinikum Dortmund gGmbH
Beurhausstraße 40
44137 Dortmund

Telefon +49 (0)231 953 21200
Mobil +49 (0)174 16 65 987
Fax +49 (0)231 953 98 21270
marc.raschke(at)klinikumdo(punkt)de

http://www.klinikumdo.de
http://www.facebook.com/klinikumdo
https://twitter.com/klinikumdo

 

Klinikum Dortmund, Unternehmenskommunikation
Marc Raschke (verantwortlich)

Beurhausstraße 40
44137 Dortmund

Telefon +49 (0)231 953 21200
Mobil +49 (0)174 16 65 987
Fax +49 (0)231 953 98 21270
marc.raschke(at)klinikumdo.de

http://www.klinikumdo.de
http://www.facebook.com/klinikumdo
https://twitter.com/klinikumdo

Pressestelle 2017

NewsSlider Pneumologie, Infektiologie und internistische Intensivmedizin Kardiologie & Internistische Intensivmedizin