Neuer Direktor der Anästhesie übernimmt ab 1. April größte Abteilung ...

Die Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin ist seit dem 1. April 2018 unter neuer...

Standorte

Klinikzentrum Mitte (Beurhausstraße 40)
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Klinikzentrum Nord (Münsterstraße 240)
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Anästhesie

Spektrum der Versorgung durch die Anästhesieabteilung

Die Anästhesieabteilung der Klinikum Dortmund gGmbH versorgt das Klinikum anästhesiologisch in allen Bereichen, 1 Erwachsenen- und 1 Kinderchirurgische Intensivstation, 1 Intermediate Care Station für Erwachsene. Das OP-Management im Zentral-OP Mitte und im Zentral-OP Nord wird von Anästhesisten durchgeführt. Außerdem nehmen Anästhesisten am Notarztdienst der Stadt Dortmund teil. In der postoperativen Phase sowie bei speziellen Fragestellungen sind Anästhesisten schmerztherapeutisch tätig.

Die anästhesiologische Versorgung umfasst sämtliche operativen und konservativen Fachgebiete. Das Spektrum der Patientinnen und Patienten reicht vom frühgeborenen Säugling bis zu Kranken im hohen Alter, wobei der Anteil der Risikopatienten – wie in allen Schwerpunkt-Krankenhäusern – hoch ist.

Zur Anwendung kommen alle derzeit gebräuchlichen Anästhesieverfahren sowohl der Allgemein- als auch der Regionalanästhesie und deren Kombinationen. In den letzten Jahren stehen zunehmend Medikamente für die Anästhesie zur Verfügung, die sehr gut verträglich und besonders gut steuerbar sind. Viele Patientinnen und Patienten, die sich noch an die Narkosen in den 70er Jahren und früher erinnern, sind erstaunt, wie schnell sie heute nach einer Anästhesie wieder wach und orientiert sind und sich wieder gut fühlen. Das bietet nicht nur bei stationären, sondern vor allen Dingen auch bei ambulanten Patienten erhebliche Vorteile. Die Zahl der ambulanten Eingriffe nimmt nicht zuletzt deshalb stetig zu, so wie es von den Patienten und von den Krankenkassen seit Jahren gefordert wird.

Patienten-Angst hat "ausgedient"

In vielen Fällen werden operative Eingriffe in Regionalanästhesie durchgeführt. Die Patienten können dabei wach bleiben, sediert werden, schlafen oder auch eine Vollnarkose in Kombination mit dieser Regionalanästhesie erhalten. Deshalb nehmen die Ängste der Patienten vor einer Anästhesie bzw. vor der Operation deutlich ab. Die Regionalanästhesiemethoden haben ihren Platz vor allen Dingen in der Orthopädie, in der Urologie, in der Gynäkologie und Geburtshilfe sowie bei großen abdominellen Eingriffen in der Viszeralchirurgie. Von Vorteil für den Patienten ist nicht nur die geringere intraoperative Stressreaktion sondern auch die weitgehende Schmerzfreiheit in der postoperativen Phase. So kann eine Schwangere mit einer Periduralanästhesie praktisch schmerzfrei ihr Kind zur Welt bringen oder in Spinalanästhesie wach aber komplett schmerzfrei das Kind per Kaiserschnitt zur Welt bringen. So kann sie die Geburt des Kindes bewusst erleben.

In den letzten Jahren ist neben der Intensivierung der Fort- und Weiterbildung auch die apparative Ausstattung der Anästhesieabteilung weiter verbessert worden.

Gute Ausbildung, hohes Engagement

Die Sicherheit der Anästhesie ist in den zurückliegenden 30 Jahren weltweit so erhöht worden, dass dies im Jahre 1999 in einem Bericht der amerikanischen Regierung über die Sicherheit von Patienten in Krankenhäusern ausdrücklich hervorgehoben wurde. Anästhesiebedingte Todesfälle treten heute mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 1:250000 auf. Dabei ist gleichzeitig die Verträglichkeit der in der Anästhesie verwendeten Medikamente erheblich verbessert worden, so dass die Patienten nach einer Operation schneller wieder normal reagieren und sogar, wenn der operative Eingriff es nicht verhindert, frühzeitig essen und trinken können. Auch postoperative Übelkeit und Erbrechen sind deutlich seltener geworden.

Operative Intensivtherapie

Auch die Operative Intensivtherapie ist in den letzten Jahren erheblich verbessert aber auch komplizierter geworden. Die von der Anästhesieabteilung betreute Operative Intensivtherapiestation OI1N im Bereich des Klinikums Nord verfügt derzeit über 20 Betten. Dort werden überwiegend Patienten aus den Bereichen Neurochirurgie, Unfallchirurgie, Urologie und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie interdisziplinär versorgt.

Außerdem führt die Anästhesie im Bereich der Klinik Nord die sogenannte Intermediärstation (IMC), auf der 20 Patienten betreut werden, die überwachungs- und pflegebedürftig, aber nicht intensivpflichtig sind.

Auf der Intensivtherapiestation im Bereich der Kinderchirurgie werden jeweils 10 Kinder gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Kinderchirurgen betreut.

Alle Intensivtherapiestationen zeichnen sich durch einen hohen Ausbildungsstandard der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus; neben dem theoretischen Wissen und den praktischen Fähigkeiten sind ein starkes persönliches Engagement und hohe Kooperationsbereitschaft gegenüber den anderen medizinischen Abteilungen des Krankenhauses selbstverständlich. Einfühlsamkeit und Verständnis im Umgang mit den Patienten und deren Angehörigen sind weitere unabdingbare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit von Ärzten und Pflegepersonal. Obwohl die physischen und psychischen Belastungen oft bis an die Grenzen der individuellen Erträglichkeit gehen, arbeiten sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgesprochen gerne im Bereich der Intensivtherapie.

Schmerztherapie

Anästhesisten sind über den bisher dargestellten Rahmen hinaus auch in der Schmerztherapie tätig. Hierbei unterscheidet man die akute Schmerztherapie nach Operationen und die Schmerztherapie bei Patienten mit Tumorleiden sowie bei Patienten mit chronischen Schmerzen.

Derzeit werden die Patienten vor allen Dingen in der postoperativen Phase von Anästhesisten mit Schmerzmedikamenten versorgt oder mit den MitarbeiterInnen der operativen Abteilungen mitbetreut. Dabei gibt es spezielle Methoden der Schmerztherapie, die nach großen Operationen für den Patienten besonders vorteilhaft sind: Die Patientenkontrollierte Analgesie (PCA) und die Periduralanästhesie.

Notfallmedizin

Die Ärztinnen und Ärzte der Anästhesieabteilung nehmen am Notarztdienst der Stadt Dortmund teil. Über ihre klinisch-praktischen Erfahrungen im Fachgebiet Anästhesie hinaus sind sie, wie alle Notärzte, speziell für diese Tätigkeit geschult worden.

Im Rahmen des Notarztdienstes der Stadt Dortmund wird sowohl die Frühdefibrillation als auch die Frühlysetherapie durchgeführt.

Versorgungsqualität stetig verbessern

Im Rahmen der Fortbildung der Anästhesieabteilung finden regelmäßig sowohl interne als auch externe, überregionale Veranstaltungen zu Themen aus den Bereichen Anästhesie, Intensivtherapie, Notfallmedizin sowie Schmerztherapie statt. Das geschieht in Kooperation mit den Anästhesieabteilungen des St. Johannes-Hospitals und des Josefs-Hospitals in Dortmund (LINK).

Einmal pro Woche findet eine interne Fortbildung mit dem Schwerpunkt „Anästhesie“ statt; außerdem wird einmal pro Woche eine interne Fortbildungsveranstaltung zum Bereich Intensivtherapie durchgeführt, wobei abwechselnd die Bereiche Kinderintensivtherapie und Erwachsenenintensivtherapie im Mittelpunkt stehen. Bei diesen Veranstaltungen findet einmal pro Monat die sogenannte Morbiditäts- und Mortalitätskonferenz statt, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besondere Fälle aus dem klinischen Alltag vorstellen und diskutieren. Ziel all dieser Veranstaltungen ist es, die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter zu optimieren und einen einheitlichen Standard festzulegen. Deshalb werden grundsätzliche Vorgehensweisen bei bestimmten Erkrankungen und Operationen durchgesprochen und festgelegt.

Die Anästhesie – ein attraktives Fachgebiet

Die heutigen Methoden der Anästhesie haben viele operative Eingriffe erst möglich gemacht, die bei betagten und bei Risikopatienten durchgeführt werden. Dabei ist der Anästhesist nicht nur für die Zeit der Operation für Patientinnen und Patienten verantwortlich; vielmehr ist er entscheidend an der Vorbereitung und an der Betreuung des Patienten nach der Operation beteiligt. Man könnte ihn deshalb als einen Allgemeinmediziner im Krankenhaus bezeichnen. Das Fachgebiet wäre deshalb besser mit dem Begriff „Perioperative Medizin“ charakterisiert. Der Anästhesist weiß nämlich nicht nur über die unterschiedlichen Anästhesieverfahren, deren Modifikationen und Indikationen genauestens Bescheid, sondern ist umfassend auch über das operative Vorgehen im Einzelfall unterrichtet. Nur so kann er den bestmöglichen Ablauf einer Anästhesie für den Patienten sicherstellen. Zudem müssen die Fachärzte sich in anderen Bereichen der Medizin, etwa in der Transfusionsmedizin, gut auskennen und ein ausgeprägtes Verständnis für Pharmakologie und Physiologie, aber auch für Medizintechnik und Datenverarbeitung haben.

Die Fortschritte der zurückliegenden Jahre sowie die Erweiterung des Fachgebietes Anästhesiologie haben eine Verlängerung der Facharztausbildung von vier auf fünf Jahre notwendig gemacht. Dabei erfordert eine weitere Spezialisierung auf die Gebiete „Spezielle anästhesiologische Intensivmedizin“ und „Spezielle Schmerztherapie“ eine zusätzliche Ausbildungszeit von 1 bis 2 Jahren.

Ständige Fortbildung, enge Kooperation mit allen Fachabteilungen der Kliniken sowie regelmäßige intensive Kontakte zu anderen anästhesiologischen Einrichtungen weltweit sind unabdingbar, um den Patientinnen und Patienten die heute möglichen Standards und Sicherheiten in der anästhesiologischen Versorgung, der operativen Intensivtherapie, der Schmerztherapie und der Notfallmedizin zu garantieren.

Bei aller Technik sollte jedoch die menschliche Seite und die Interaktion mit Patienten und Angehörigen betont werden. Anästhesiologie ist keine Apparatemedizin, sondern ein Fachgebiet, dass durch die Heranziehung von technischen Mitteln die Sicherheit der Patienten erhöht und dem Anästhesisten erlaubt, sich mehr um den Patienten zu kümmern. Das sicherzustellen ist erklärtes Ziel aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anästhesieabteilung der Klinikum Dortmund gGmbH.