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Klinik für HNO-Heilkunde

Beurhausstraße 40
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29.11.2017 - Plötzlich wieder hören können - das Cochlea-Implantat

20.09.2017 - Früherkennung von Kopf-Hals-Tumoren #1

Arbeitsgruppe Akustikusneurinome

Klinik für HNO-Heilkunde und Klinik für Neurochirurgie der Klinikums Dortmund

Ein Akustikusneurinom ist ein gutartiger Nerventumor, der vergleichsweise langsam wächst. Er entsteht am Hör- und Gleichgewichtsnerven in seinem Verlauf zwischen dem Innenohr (mit Hör- und Gleichgewichtsorgan) und dem Eintritt dieser Nerven in das Gehirn im Bereich des Hirnstammes. Der Verlauf dieses Nerven mit einem sich dort entwickelnden Tumor macht entsprechend die gemeinsame Diagnostik, Behandlung und Betreuung durch die beiden beteiligten Fachgebiete in diesem Schädelbasisbereich erforderlich.Im Klinikum Dortmund werden deshalb solche Akustikusneurinome von der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Prof. Dr. med. Th. Deitmer) und der Klinik für Neurochirurgie (Privatdozent Dr. med. R. Schultheiß) gemeinsam betreut.

Am häufigsten fällt ein Akustikusneurinom durch eine langsam eintretende einseitige Hörstörung auf. Durch das langsame Tumorwachstum tritt eine zunehmende Funktionsstörung des empfindlichen Hörnerven ein. Manchmal klagen die Patienten auch über leichte Schwindelbeschwerden, die durch eine Beeinträchtigung des Gleichgewichtsnerven entstehen können. Wenn der in der Nähe eines solchen Tumors verlaufende Gesichts-Bewegungs-Nerv ebenfalls beeinträchtigt wird, kommt es zu einer Lähmung der gleichseitigen Gesichtshälfte. Glücklicherweise ist dieses durch die Frühdiagnostik heutzutage selten geworden. Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Bewußtseinsstörungen sind seltene Krankheitszeichen eines solchen Tumors.

Tonaudiogramm: Untersuchung der Hörfähigkeit mit Tönen unterschiedlicher Tonhöhe und Lautstärke

Sprachaudiogramm: Untersuchung der Hörfähigkeit mit Sprache unterschiedlicher Lautstärke

Gleichgewichtsprüfung: Untersuchung des Gleichgewichtsorgans durch Beobachtung von unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmus) unter einer Spezialbrille. Durch vorsichtiges Einspülen von Wasser in den Gehörgang kann die Funktionsfähigkeit der Gleichgewichtsorgane untersucht werden.

ENG: Elektronystagmographie, Im Rahmen einer Gleichgewichtsprüfung können die unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmen) elektrisch registriert und aufgezeichnet werden. Hierzu werden kleine Elektroden neben den Augen auf die Haut geklebt. BERA: Brainstem Evoked Response Audiometry = AEP (Akustisch evozierte Potentiale) = Hirnstammaudiometrie: Ohne eine aktive Beteiligung des Patienten kann mit dieser Untersuchung die Hörfähigkeit eines Ohres und die Leitfähigkeit des Hörnerven bis in das Gehirn hinein untersucht werden. Hierbei wird mit Klebeelektroden ein EEG (Hirnströme) abgeleitet; gleichzeitig werden über einen Kopfhörer wiederholte Schallreize gegeben. Bei guter Entspannung des Patienten kann eine Computeranlage aus dem Gewirr der Hirnströme die elektrischen Antworten des Hörorganes und Hörnerven auf die Schallreize darstellen. Gerade bei dieser Untersuchung wird eine Schädigung eines Hörnerven durch ein Akustikusneurinom auffällig.

Kernspintomographie: Bei einem entsprechenden Verdacht läßt sich die Frage, ob ein Akustikusneurinom vorliegt am besten mit einer Kernspintomographie (MRT = MRI) klären. Bei dieser Schnittbilduntersuchung mittels elektromagnestischer Ströme können unter Anwendung eines in die Armvene eingespritzen Kontrastmittels Akustikusneurinome bis zu einer Größe von wenigen Millimetern heute diagnostiziert werden.

Neurochirurgische Untersuchung: Im Zuge einer Behandlungsplanung bei diagnostiziertem Akustikusneurinom erfolgt eine ausführliche Neurochirurgische Untersuchung um festzustellen, ob je nach Tumorgröße weitere Schäden am Nervensystem entstanden sind. Auch das Risiko und das Für und Wider einer Behandlung werden erwogen.

Weitere Untersuchungen: Je nach Situation werden weitere Untersuchungen veranlaßt: Wenn eine Operation geplant ist, erfolgt eine Mituntersuchung durch einen Anästhesisten. Wenn sich hier Zweifel ergeben, ob der Patient eine mehrstündige Operation gut übersteht, werden zur Riskoabschätzung andere Disziplinen des Klinikums mit eingeschaltet. (Herzspezialisten, Lungenspezialisten, etc.)

Je nach dem Einzelfall, der Größe des Tumors, der Hörfunktion, der Funktion des Gleichgewichts- und Gesichtsnerven, dem Alter des Patienten und anderen Erkrankungen des Patienten wird zwischen den HNO-Spezialisten und Neurochirurgie-Spezialisten ein Behandlungsplan entwickelt und mit dem Patienten besprochen. In manchen Fällen kann man eine Bestrahlungsbehandlung eines solchen Tumors überlegen; in manchen Fällen kann es sinnvoll sein einige Monate zu warten, um dann den Tumor nochmals zu untersuchen und so seine Wachstumstendenz abschätzen zu können.

Für die Behandlung eines Akustikusneurinoms gibt es unterschiedliche Operationswege. Je nach Lage und Größe des Tumors und der bestehenden Hörfunktion wird zwischen einem der drei möglichen Zugangswege ausgewählt. Im Klinikum Dortmund steht uns der transtemporale Zugang, der translabyrinthäre Zugang und der retrosigmoidale oder subokzipitale Zugang zur Verfügung. Die Operationen erfolgen unter einer elektrischen Überwachung des Hörnerven und des Gleichgewichtsnerven. Die Operationen erfolgen in aller Regel durch eine gemeinsame Operation von Neurochirurg und HNO-Arzt in den Operationsräumen der Neurochirurgischen Klinik. Die postoperative Überwachung erfolgt auf der Intensivstation der Neurochirurgischen Klinik.

Nach überstandener Operation erfolgt die Nachbetreuung weiter interdisziplinär durch die HNO-Klinik und die Neurochirurgische Klinik. Hierbei werden Funktionsuntersuchungen durchgeführt (Hör- und Gleichgewichtsprüfungen, Untersuchung der Gesichtsnervenfunktion). Nach einigen Monaten wird eine Kontrolle der Kernspintomographie vorgesehen. Obwohl es in aller Regel gelingt operativ den Tumor komplett zu entfernen, sollten solche langfristigen Nachuntersuchungen eingehalten werden.

Leistungsspektrum

Eine behinderte Nasenatmung verursacht oftmals Entzündungen der Nase oder der Nasennebenhöhlen, Racheninfekte durch die weitgehende Mundatmung, Bronchitisneigung und Schnarchen. Manche Menschen haben sich seit langen Jahren an eine schlechte Nasenatmung gewöhnt und nur durch solche Begleitumstände fällt diese dann auf. Die Ursache einer behinderten Nasenatmung kann in einer Verbiegung der Nasenscheidewand ohne oder nach Verletzung, einer Schwellung der Nasenmuscheln in der Tiefe der Nase, Vorhandensein von Polypen oder Nebenhöhlenentzündungen, eine Allergie wie z.B. Heuschnupfen oder selten auch durch Medikmenteneinflüsse bedingt sein. Diese Ursachenklärung ist durch eine sorgfältige Untersuchung, eine Endoskopie der Nase, durch Luftstrommessungen der Nase, evtl. einen Allergietest, evtl. Röntgen- oder CT- oder MRT-Bilder zu klären und entsprechend zu behandeln. Liegt die Ursache in der verbogenen Nasenscheidewand und Verdickung der Nasenmuscheln, so kann eine operative Behandlung erfolgen, die stationär und in der Regel in Narkose erfolgt. Hierbei wird durch die Nasenlöcher die Mittelwand zwischen den Nasenseiten gerichtet und nötigenfalls von den Nasenmuscheln Gewebe vorsichtig entfernt. In aller Regel ist nach dem Eingriff eine Tamponade der Nase nötig, die wir in über 90% der Fälle jedoch schon am Folgetag wieder entfernen können. Der Eingriff ist wenig schmerzhaft und die Zeit im Krankenhaus liegt bei 4 bis 6 Tagen. Eine Nachbehandlung nach einer solchen Operation ist ambulant noch für 2 bis 4 Wochen nötig. Die Behandlung an den Nasenmuscheln hat sich bei uns entweder ohne Hitze-Instrumente oder nötigenfalls mit einem Hochfrequenzstrom bewährt, der unter der Schleimhautoberfläche einwirkt. Den bei uns vorhandenen Laser setzen wir dafür selten ein, da er die Schleimhautoberfläche mehr schädigt als die genannten Verfahren.

Manche Patienten leiden unter Entzündungen der Nasennebenhöhlen (= Kieferhöhlen, Stirnhöhlen, Keilbeinhöhlen, Siebbeinhöhlen). Solche akuten Entzündungen können in aller Regel mit Antibiotika und abschwellenden Medikamenten für die Nase erfolgreich behandelt werden. Wenn solche Entzündungen jedoch nicht ausheilen, immer wiederkehren oder chronisch werden, kann eine operative Behandlung sinnvoll sein. Für diese Diagnostik ist die Durchführung einer Computertomographie der Nasennebenhöhlen sinnvoll. Die Mehrzahl der bei uns durchgeführten Nasennebenhöhlenoperationen werden minimalinvasiv durch das Nasenloch mit dem Operationsmikroskop und/oder einem Endoskop durchgeführt. Hierbei ist eine sorgfältige und umfassende Operation wichtig, um eine solche Entzündung möglichst dauerhaft zur Ausheilung zu bringen. Wichtige Grenzen bei solchen Operationen bestehen zum Schädelinnenraum an der Schädelbasis und Richtung Augenhöhle. Die optischen Vergrößerungen mit Mikroskop und Endoskop lassen Verletzungen hier unwahrscheinlich werden. Für spezielle Fälle verfügen wir über ein intraoperatives Navigationssystem. Hiermit kann man sich bei der Operation durch ein Zeigeinstrument in der Nase auf einem Computerschirm im Computertomogramm millimetergenau über die Anatomie live informieren. Dieses funktioniert ähnlich wie die Satteliten-Navigation im Auto und erhöht die Operationssicherheit in solchen Fällen. Die Operation erfolgt in der Regel in Narkose und während eines 4 bis 6-tägigen Aufenthaltes. Um Nachblutungen vorzubeugen legen wir in der Regel jedoch nur für etwa 24 Stunden eine weiche und glatte Tamponade in die Nase. Eine solche Operation erfordert eine fachärztliche Nachbehandlung über eine Zeit von etwa 4 bis 6 Wochen.

Nach Verletzungen aber auch durch irreguläres Wachstum kann es zu unschönen äußerlichen Fehlstellungen oder Verformungen der Nase wie Schiefnase, Langnase, Sattelnase, Höckernase, unschöne Nasenspitzenformen oder ähnlichen Bildern kommen. Solche Verformungen können mit einer sogenannten Rhinoplastik korrigiert werden, wobei trotz der Bezeichung keine Kunststoffteile in aller Regel implantiert werden. Da die Ausprägungen solcher Fehlstellungen sehr unterschiedlich sind, besprechen wir mit den Patienten ausführlich den Befund und die geäußerten Wünsche, um dann nach Möglichkeit eine Vorhersage über einen Operationserfolg abschätzen zu können. Oft werden solche Operationen mit einer inneren Operation der Nase verbunden, damit auch wie bei einer Nasenscheidewandoperation die Atemfunktion der Nase wiederhergestellt oder erhalten wird. Dieses erfordert die bei uns vorhandene Kompetenz die Nase auch von innen mit zu operieren. Eine Rhinoplastik-Operation erfolgt in der Regel durch das Nasenloch, muss in seltenen Fällen jedoch mit einem unauffälligen Schnitt am Nasensteg (offene Rhinoplastik) verbunden werden. Bei starken Substanzverlusten in der Nase müssen wir gelegentlich Knorpelmaterial aus der Ohrmuschel oder von einer Rippe des Patienten entnehmen. Nach einer solchen Operation wird die Nase über etliche Tage mit einem Verband aus Gips oder aus thermoplastischem Gitterkunststoff geschient. Die Operation erfolgt in der Regel in Narkose und im Rahmen eines mehrtägigen stationären Aufenthaltes. Eine fachärztliche Nachbetreuung ist nach einer solchen Operation erforderlich.

Beim Schnarchen muss kritisch unterschieden werden, ob der Patient nur ein störendes Schnarchgeräusch erzeugt, oder ob er auch durch einen immer wieder eintretenden Verschluß des Atemweges unter Atemaussetzern (=Apnoen) leidet. Solche Aussetzer führen immer wieder zu Sauerstoffmangel im Schlaf, unmerklichem Aufschrecken zum Weiteratmen und so einem ungesunden und nicht erholsamen Schlaf. Patienten mit einem solchen Aussetzer-Schnarchen haben eine starke Tagesmüdigkeit, sind unausgeschlafen und erleiden auch häufiger Krankheiten der Lunge und des Herzkreislaufsystems. Eine Unterscheidung zwischen Schnarchen und Aussetzer-Schnarchen kann mit einer Aufzeichnung von Atem-, Kreislauf-, Bewegungs- und Hirnstromparametern erfolgen. Eine Voruntersuchung und Unterscheidung erfolgt mit einem kleinen Aufzeichnungsgerät mit Messsonden, welches am Patienten angebracht wird und mit dem der Patient zu Hause schlafen kann. Er bringt das Gerät dann am Folgetag zur Auswertung zurück (sogenannte Schlaf-Polygraphie). Eine genauere Untersuchung kann in einem Schlaflabor erfolgen. Hier übernachtet der Patient und wird durch noch wesentlich weitergehende Aufzeichnungen überwacht. Beide Formen der Schlafuntersuchung werden am Klinikum Dortmund angeboten. Die Behandlung eines Schnarchens oder eines Aussetzer-Schnarchens muss die vielfältigen Ursachen beachten. Ein zu hohes Körpergewicht, abendlicher Alkoholkonsum, eine behinderte Nasenatmung, zu große Mandeln, ein zu schlaffer Gaumen, ein zu großer Zungengrund, eine Rücklage der Zunge oder vielerlei Veränderungen im Nasen-, Rachen- und Kehlkopfraum können ursächlich sein. Deswegen sollte beim Schnarchen in jedem Fall eine hno-ärztliche Mituntersuchung erfolgen. Es ist dann zu überlegen, ob durch Änderungen des Lebensstils, durch örtliche Medikamente, Hilfsmittel wie Zahnschienen oder auch durch Operationen eine Beseitigung oder Linderung erfolgen kann. Da von Patient zu Patient unterschiedlich Konstellationen bestehen, muss eine individuelle Behandlungsplanung erfolgen. Eine bewährte Form der Beseitigung von Aussetzer-Schnarchen besteht in der nächtlichen Masken-Überdruckbeatmung. Hierbei muss sich der Patient zur Nacht eine Kunststoffmaske auf die Nase schnallen, durch die ein leichter Überdruck-Luftstrom aus einem Gerät auf dem Nachttisch geblasen wird. Manche Patienten scheuen diese Art der Behandlung und man kann mit ihnen andere Behandlungswege, wie zum Beispiel operative Behandlungen überlegen.

Bei Kindern kann es vorkommen, dass die Rachenmandel sich stark vergrößert. Die Rachenmandel bezeichnet nicht die üblicherweise als „die Mandeln“ verstandene Organe die man hinten im Rachen rechts und links vom Zäpfchen sieht, sondern ähnliches Lymphgewebe, welches versteckt oben hinter dem Zäpfchen sozusagen hinter der Nase sitzt. Für die Rachenmandel wird auch der Ausdruck „Polypen“ oder „Adenoide“ benutzt. Eine Vergrößerung oder Entzündung der Rachenmandel führt zu häufigem Schnupfen und einer behinderte Nasenatmung, weil die Nase von hinten verstopft wird. Dadurch kann auch Schnarchen entstehen. Weil die Ohrtrompeten genau dort münden, wo die Rachenmandel sitzt, kann es dadurch auch zu wiederholten Mittelohrentzündungen oder Mittelohr-Ergüssen kommen. Bei der Untersuchung von jungen Kindern kann man oftmals die Rachenmandel selbst garnicht untersuchen, da das Kind eine Untersuchung mit Spiegel oder Endoskop hinter dem Zäpfchen oder durch die Nase nicht zulässt. Man kann jedoch die Diagnose einer vergrößerten Rachenmandel mit einer so hohen Wahrscheinlichkeit auch ohne direkte Untersuchung oft stellen, dass man zu einer Narkose, Endoskopie der Rachenmandel und dann oftmals notwendigen Entfernung raten kann. Die Rachenmandel-Entfernung erfolgt in Narkose und wird teilweise ambulant, teilweise aber auch stationär durchgeführt; das hängt von vielerlei Begebenheiten, z.B. der Betreuungsmöglichkeit des Kindes, der Entfernung zur Klinik und der sonstigen Gesundheit oder des Alters des Kindes ab. Die Entfernung der Rachenmandel wird auch als „Polypen-Operation“ oder als „Adenotomie“ bezeichnet. Der Eingriff ist für die Kinder auch nachher kaum schmerzhaft, es sind jedoch Nachblutungen aus Nase oder Rachen möglich.

Die landläufig als „die Mandeln“ bezeichneten Gaumenmandeln oder Gaumentonsillen sind Lymphorgane, die im Rachen links und rechts neben dem Zäpfchen sitzen. Sie können durch eine starke Vergrößerung das Essen und vor allem nächtliche Atmen behindern und führen dann oft zum Schnarchen. Auch wiederkehrende Mandelentzündungen treten auf und können eine operative Entfernung der Mandeln erforderlich machen. Selten kann auch ein Mandelabszess auftreten; dieses ist eine Eiteransammlung hinter oder neben der Mandel, die man auch mit starken Antibiotika nicht bessern kann. Operationen an den Mandeln können in Form einer Teilentfernung (Tonsillotomie) oder eine kompletten Entfernung (Tonsillektomie) erfolgen. Die Mandel-Teilentfernung eignet sich zur Behandlung von zu großen Mandeln, wobei die Entzündung der Mandeln nicht das Problem ist. Bei der Teilentfernung wird in Narkose mit dem Laser oder einem Hoch- oder Radiofrequenzgerät der zu große Teil der Mandeln abgetragen. Dieses ist für die meist kleinen Patienten wenig schmerzhaft und hat ein geringes Blutungsrisiko. Bei der kompletten Entfernung der Mandeln werden die Mandel insgesamt und mit ihrer Kapsel entfernt. So kann sich das Gewebe in keiner Weise neu entzünden. Die Komplett-Entfernung der Mandeln erfolgt auch in Narkose, ist nachher beim Schlucken schmerzhaft, so dass Schmerzmittel üblicherweise gegeben werden müssen. Nach der kompletten Mandelentfernung besteht ein Nachblutungsrisiko, in seltenen Fällen sogar bis zu 2 oder 3 Wochen nach der Operation. Aus diesem Grunde werden Eingriffe an den Mandeln als stationäre Eingriffe durchgeführt. Wenn ein Mandelabszess durch eine Operation entleert werden muss, werden typischerweise die entzündeten Mandeln mit entfernt.

Nicht nur in Niere und Galle sondern auch in den Speicheldrüsen also der Ohrspeicheldrüse und der Unterkieferspeicheldrüse können sich Steine bilden, die zu Speichelstau in den Drüsen und Entzündungen führen können. Solche Steine kann man mit Ultraschall-, Röntgen- oder CT-Untersuchungen diagnostizieren. Wenn die Drüse nicht zu stark erkrankt ist und der Stein erreichbar liegt, kann man versuchen, die Situation durch eine Steinentfernung vom Mund aus minimal invasiv zu beherrschen. Gelingt dieses nicht, muss man mit einem Hautschnitt an Hals oder Wange an der Speicheldrüse selbst operieren.

Bei chronischen Entzündungen oder Tumorbildungen in der Unterkiefer- oder Ohrspeicheldrüse kann eine operative Behandlung durch einen Hautschnitt notwendig werden, wobei man diese Hautschnitte in Hautfalten legen und kosmetisch günstig vernähen kann, so dass sie später kaum sichtbar sind. Bei Operationen an der Ohrspeicheldrüse ist zu beachten, dass der Nerv für die Bewegungen des Gesichtes mitten durch die Drüse läuft und bei Schädigung eine Gesichtslähmung entstehen könnte. Diese Operation erfordert deshalb eine besondere Erfahrung, die durch Häufung solcher Eingriffe an unserer Klinik hier besteht. Wir führen die Operation außerdem mit einer Lupenbrille oder einem Operationsmikroskop durch und überwachen unter der Operation den Nerven mit einem intraoperativen Nervenmonitor. Hierdurch kann die Rate an zeitweiligen oder gar bleibenden Lähmungserscheinungen an Nerven oder einer seiner Teiläste deutlich minimiert werden. Bei bösartigen Tumoren der Ohrspeicheldrüse muss manchmal ein Teil des Nerven entfernt werden; in solchen Fällen können wir unter dem Mikroskop einen Nervenersatz einnähen.

Durch Heiserkeit, Schluckstörungen oder Atembeschwerden kann ein Kehlkopfkrebs auffällig werden. Wir können bei einer ersten Untersuchung beim wachen Patienten schon einen Verdacht äußern, empfehlen dann jedoch in der Regel eine Narkoseuntersuchung. Hierbei können wir eine Gewebeprobe machen und Lage und Größe des Krebses genau untersuchen. Zusätzlich untersuchen wir mit Computer- oder Kernspintomographie die Tumorgröße und klären die Frage, ob der Tumor Absiedlungen gesetzt hat. In der Behandlung von Kehlkopfkrebs ist es das Ziel die Funktion des Kehlkopfes möglichst zu erhalten; Schlucken, Sprechen und Atmen sollen nach der Behandlung wieder möglichst gut und möglichst ohne Anlage eines Luftröhrenschnittes funktionieren. Es gibt diverse Operationstechniken mit Teilentfernungen vom Kehlkopf, die entweder durch den Mund mit dem Laser, mit Schnitt von aussen unter der Lupenbrille oder auch mit plastischem Gewebeersatz bei uns durchgeführt werden. Eine Operation eines Krebses bringt für den Patienten jedoch nur einen Vorteil wenn das bösartige Gewebe wirklich komplett entfernt werden kann. Darum muss bei der Diagnose-Endoskopie ein sehr genauer Plan gemacht werden. Falls eine Teilentfernung des Kehlkopfes mit Funktionserhalt nicht mehr möglich ist, müssen wir dem Patienten zu einer kompletten Kehlkopfentfernung raten. Dieses führt zu einem dauerhaften Luftröhrenloch am Hals und der Möglichkeit Stimme nur mit besonderen Methoden wieder zu bilden. Eine solche Operation bieten wir Patienten nur an, wenn wir absehen können, dass der Patient dadurch auch wirklich einen langfristigen Vorteil haben wird. Bei Absiedlungen des Tumors in Lymphknoten am Hals wird bei den Operationen auch eine Hals-Lymphknotenoperation unter Schonung der dort verlaufenden Nerven und Blutgefäße vorgenommen. Hier halten wir alle Möglichkeiten der Stimmrehabilitation wie z.B. Stimmprothesen oder auch logopädisches Training an der Klinik vor. Manchmal läßt sich Kehlkopfkrebs auch sinnvoll mit einer Bestrahlung mit oder ohne Chemotherapie behandeln, wobei der Behandlungserfolg individuell variieren kann. Diese Fälle werden auf der seit etwa 25 Jahren an der Klinik etablierten interdisziplinären Tumorkonferenz mit uns HNO-Ärzten, Bestrahlungs- und Chemotherapiespezialisten aus dem Klinikum besprochen. Für die Betreuung von Tumorpatienten verfügt das Klinikum über die Möglichkeit der psychoonkologischen Betreuung und hat eine engen Kontakt zur Selbsthilfegruppe der Kehlkopf-Operierten in Dortmund.

Krebserkrankungen im Mund, Rachen oder Schlund können manchmal langsam, unauffällig und relativ schmerzlos wachsen. Bei einem entsprechenden Verdacht Sichern wir die Diagnose durch eine Probeentnahme, die wir oft in einer Narkose durchführen, in der dann auch gleichzeitig die genaue Lage und Ausdehnung des Tumors bestimmt wird. Ausserdem untersuchen wir Bronchien, Speiseröhre und Kehlkopf, da parallele Tumorbildungen auch dort vorkommen können und in einen Therapieplan mit einbezogen werden müßten. Wir untersuchen auch mit Computer- oder Kernspintomographie die Tumorlage und überzeugen uns davon, ob oder wo eventuelle Tumorabsiedlungen bestehen sollten. Wenn wir eine operative Behandlung planen, so muss damit der Tumor auch komplett entfernt werden können. Je nach Größe des Tumors verwenden wir für die Wiederherstellung der Schluckfunktion einen plastischen Gewebeersatz oder benutzen den Kohlendioxid-Laser am Operationsmikroskop. Manchmal ist es erforderlich für eine zeitlang bei einer solchen Operation die Atmung mit einem Luftröhrenschnitt zu sichern, der später oft wieder verschlossen werden kann. Bei Absiedlungen des Tumors in Lymphknoten am Hals wird bei den Operationen auch eine Hals-Lymphknotenoperation unter Schonung der dort verlaufenden Nerven und Blutgefäße vorgenommen. Für manche solche Krebse empfehlen wir auch eine Bestrahlungs- oder Chemotherapie und beraten hierüber mit den Spezialisten hier am Klinikum auf einer interdisziplinären Tumorkonferenz, die am Klinikum seit 25 Jahren etabliert ist. Für die Betreuung von Tumorpatienten verfügt das Klinikum über die Möglichkeit der psychoonkologischen Betreuung.

Vor allen Dingen für Patienten mit Tumoren halten wir am Klinikum die modernen Technik des mikrovaskulär-anastomosierten Gewebetransfers vor. Hierbei wird z.B. vom Unterarm Hautgewebe in einer Größe von mehreren Zentimetern gewonnen. Damit das Gewebe bei der Transplantation nicht abstirbt, werden die Schlagader und die Vene für diesen Hautteil mit entnommen. Das gewonnene Hautstück wird zur Deckung eines Defektes im Schlund oder Rachen benutzt. Dann werden die Versorgungs-Gefäße, die oft nur den Durchmesser von wenigen Millimetern haben unter dem Operationsmikroskop an entsprechende Blutgefäße im Halsbereich wieder angeschlossen. Dieses Verfahren ermöglicht die Operation von auch größeren Tumoren bei gleichzeitigem größtmöglichen Funktionserhalt. Solche aufwändigen Operationen erfordern in der Regel zwei Operations-Teams und dauern etliche Stunden.

Der Kontakt zur Arbeitsgruppe

Oftmals suchen uns Patienten auf, bei denen bereits die Diagnose eines Akustikusneurinoms mittels eines Schnittbildverfahrens gestellt wurde. Es geht dann also um die oben erwähnten Voruntersuchungen und die Entwicklung des Behandlungsplans. Die zeitliche Koordination aller notwendigen Untersuchungen und der entsprechenden Spezialisten aus beiden beteiligten Kliniken muß vorgeplant werden. Aus diesem Grund ist es anzuraten, dass ein Patient durch den betreuenden Arzt zur ambulanten Voruntersuchungen bei einem diagnostizierten Akustikusneurinom angemeldet wird. So haben wir die Möglichkeit, dem Patienten einen Termin zu vergeben, an dem möglichst alle Untersuchungen an einem oder wenigen Tagen erledigt werden können.

Zur weitergehenden Vertiefung möchten wir auf eine Beitrag verweisen, den wir für die Zeitschrift der Selbsthilfegruppe verfaßt haben.

Terminvergabe zur ambulanten Untersuchung bei diagnostiziertem Akustikusneurinom

Telefon: 0231 953 21520
Fax: 0231 953 21379

Bringen Sie zu jeder Untersuchung Unterlagen, vor allem die Kernspintomographiebilder mit!