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Medizinische Erklärungen für Patienten

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, sehr geehrte Eltern,

In dem Bereich „medizinische Erklärungen für Patienten“ möchten wir Ihnen einige Krankheitsbilder prinzipiell erläutern und unsere Diagnostik und Therapie hierzu umreißen. Diese Informationen können kein Laien-Lehrbuch, keine Internet-Recherche und vor allem keine persönliche Erklärung ersetzen.

Die Frage, welche Diagnose bei Ihnen die richtige ist, welche Behandlungsmöglichkeiten für Sie individuell bestehen und welche Empfehlungen wir Ihnen dafür geben, kann nur im Rahmen eines persönlichen Kontaktes und einer Untersuchung geklärt werden, da solche Empfehlungen vom Ausmaß und Ausprägung der Krankheit aber auch von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und Ihren Wünschen und Vorstellungen abhängen.

 

Bei älteren Patienten und sonnenempfindlicher Haut können bösartige Tumoren an der Haut der Ohrmuschel entstehen. Sie zeigen sich durch einen nicht abheilenden nässenden anfangs kleinen geschwürigen Bereich. Solche Tumoren müssen häufig durch eine Operation entfernt werden, die je nach Größe auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann. Durch schnelle feingewebliche Untersuchungen hier am Klinikum können wir dann sicherstellen, dass der Tumor auch komplett entfernt wurde. Für eine korrekte und ästhetische Wiederherstellung der Ohrmuschel müssen je nach Größe plastisch-chirurgische Verfahren angewendet werden, die wir routinemäßig durchführen.

Bei Kindern und manchmal auch bei Erwachsenen ist die Ohrmuschel so verformt oder abstehend, dass ein ästhetische Korrektur erforderlich und gewünscht ist. Nach Ausschluss von weiteren Fehlbildungen am Ohr, z.B. im Gehörgang oder am Trommelfell planen wir dann die operative Korrektur. Bei Kindern erfolgt sie sinnvollerweise vor der Einschulung und somit vor Eintritt in eine neue Sozialisation. In manchen Fällen, besonders bei Erwachsenen muss geklärt sein, ob eine Krankenkasse die Kosten für einen solchen Eingriff übernimmt, den wir bei Kindern in Narkose, bei Erwachsenen in örtlicher Betäubung durchführen. Die operative Technik erfolgt über einen Schnitt hinter dem Ohr und hat die Herstellung einer natürlich wirkenden, knickfreien und auch nicht zu stark anliegenden Ohrmuschel zum Ziel. Der Eingriff wird teils ambulant, teils stationär durchgeführt. In der Nachbehandlung wird über etwas mehr als eine Woche ein Kopfverband nötig.

Langdauernde Mittelohreiterungen gehen meist mit einer Hörstörung des Ohres einher und bedürfen oft einer operativen Behandlung, da auch oft ein Loch im Trommelfell entstanden ist. In manchen Fälle liegt eine Mittelohrentzündung mit Knocheneiterung vor. Hier kommt es zu einer zunehmenden Zerstörung der Gehörknöchelchen mit zunehmender Hörstörung, manchmal auch Schwindel, Ohrgeräuschen und Eiterungen bis an die Hirnhäute. Die operative Behandlung erfolgt in mikrochirurgischer Technik unter dem Operations-Mikroskop durch eine Schnitt hinter dem Ohr oder im Gehörgang. Ziel einer solchen Operation ist es, die Eiterung sicher zur Ausheilung zu bringen und dabei die Hörstörung, die durch Beeinträchtigung der Gehörknöchelchen oder des Trommelfelles entstanden ist, möglichst wieder zu normalisieren. Hierfür müssen unter Umständen kleine Ersatzimplantate für die Knöchelchen aus Titan eingesetzt werden. Die Operationen werden während eines stationären Aufenthaltes von wenigen Tagen in Vollnarkose oder auch örtlicher Betäubung durchgeführt. In der Nachbehandlung wird erst nach etwa 3 Wochen der innere Verband im Gehörgang entfernt; dieses erfolgt jedoch dann ambulant. Sollte bei einer solchen Operation ein Risiko für den im Ohr verlaufenden Gesichts-Bewegungsnerven bestehen, setzen wir das intraoperative Monitoring (elektrische Überwachung der Gesichtsnervenfunktion) ein.

Bei Kindern können im Rahmen von Schnupfen und Atemwegsinfekten Mittelohrergüsse entstehen. Hierbei sammelt sich hinter dem Trommelfell in dem normalerweise lufthaltigen Mittelohrraum Sekret oder Schleim. Dieses führt zu eine deutlichen Hörstörung und kann auch die Entstehung wiederkehrender Mittelohrentzündungen fördern. Wenn ein solcher Mittelohrerguss („Wasser hinter dem Trommelfell“) über mehr als 2 Monate verbleibt und auch mit Medikamenten, Nasentropfen oder anderen Druckausgleichsübungen nicht zu bessern ist, sollte eine operative Behandlung erfolgen. Gerade bei Kindern ist in der Phase der Sprachentwicklung und des Lernens ein gutes Hören wichtig. Bei einer solchen Operation wird beim Kind in Narkose unter dem Operationsmikroskop ein kleiner Schnitt in das Trommelfell gemacht und das Sekret oder der Schleim abgesaugt. Solch ein Schnitt heilt normalerweise nach 2 bis 3 Wochen wieder zu. Wenn die Menge und Zähigkeit des abgesaugten Sekretes erkennen läßt, dass das Mittelohr nach 2 bis 3 Wochen wieder Sekret und Schleim ansammeln würde, muss man ein frühzeitiges Verheilen verhindern. Hierzu setzt man ein kleines Röhrchen (Paukenröhrchen) in das Trommelfell ein. Wenn ein Loch im Trommelfell ist oder ein Paukenröhrchen liegt, raten wir dazu, das Ohr mit einem Ohrenstöpsel bei Wasserkontakt zu verschließen, damit kein Wasser in das Mittelohr eindringen kann. Ein solcher Eingriff wird oft zusammen mit einer Entfernung der Rachenmandel = Polypen des Kindes zusammen durchgeführt und wir je nach Situation und Gesundheit des Kindes als ambulante oder stationäre Operation geplant.

Plötzlich eingetretenen Hörstörungen auf einem Ohr können Zeichen eines Hörsturzes sein. Manchmal wir ein solcher Hörsturz auch von Ohrgeräuschen auf dem Ohr ( Tinnitus genannt) begleitet. Da es vielerlei Gründe für eine plötzlich eingetretene Hörstörung gibt - von einem Ohrenschmalzpfropf über eine beginnende Mittelohrentzündung bis zu einem Hörsturz- wird ein HNO-Arzt zunächst die Diagnose überprüfen. Wenn es sich um einen Hörsturz handelt, ist heutzutage nicht mehr wie vor etlichen Jahren eine schnelle und dringliche Behandlung mit Infusionen erforderlich, wie man es z.B. von einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall kennt. Etliche Formen von Hörstürzen kann man zunächst mit Tabletten, ambulanten Infusionsbehandlungen oder anderen Maßnahmen, oft ambulant behandeln. Bei manchen Formen von Hörstürzen, besonders wenn sie stark ausgeprägt sind oder auf eine Behandlung über einige Tage überhaupt nicht reagieren, kann eine stationäre Behandlung erforderlich sein. Hierzu würde der behandelnde HNO-Arzt den Patienten der Klinik zuweisen. In der Klinik können verschiedene Formen von Infusionsbehandlungen auch über etliche Stunden manchmal auch mit stärkeren Medikamenten unter Beobachtung von eventuellen Nebenwirkungen versucht werden. Daneben führen wir weitergehende Untersuchungen durch, um der Ursache für einen solchen Hörsturz möglichst auf den Grund gehen zu können.

Tinnitus bezeichnet das Krankheitszeichen (=Symptom), dass der Patient Geräusch oder Töne im Ohr hört, die Menschen in seiner Umgebung nicht hören. Tinnitus für sich ist wie z.B. Kopfschmerzen keine Krankheit für sich, sondern eben nur ein Krankheitszeichen. Ohrgeräusche können vielerlei Ursachen haben: Entzündungen am Ohr, Ohrenschmalzpfropf, chronische Mittelohrentzündungen, Schwerhörigkeiten in der Hörschnecke, Störungen am Hörnerven oder im Gehirnbereich, Gefäßströmungsgeräusche im Ohr oder in der Nähe des Ohres. Deswegen muss bei dem Krankheitszeichen Tinnitus zunächst eine klare Diagnose als Ursache gestellt werden. In vielen Fällen bleibt als letztliche Ursache eine Funktionsstörung in der Hörschnecke, die auch oft mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Hörstörung auf dem Ohr einhergeht. Manchmal steht für den Patienten jedoch nicht die Hörstörung sondern das Ohrgeräusch im Vordergrund. Ähnlich wie die Wahrnehmung von Schmerzen schwanken und psychologischen Gegebenheiten unterliegen kann, kann auch die Wahrnehmung und Ausprägung von Tinnitus bei einem Patienten sehr unterschiedlich sein. Bekannt ist, dass „Stress“ die Wahrnehmung von Ohrgeräuschen fördern kann. Deshalb wird oft vermutet, dass „Stress“ die Ursache für Tinnitus sei. Die Abklärung von Tinnitus erfordert in aller Regel keine stationäre Behandlung und erfolgt überwiegend mit der entsprechenden Sorgfalt in HNO-ärztlichen Facharztpraxen. In seltenen Fällen werden uns Patienten zu einer weitergehenden ambulanten Diagnostik oder in ganz ausgeprägten Fällen zu einer stationären Behandlung zugewiesen. Die Notwendigkeit einer stationären Behandlung wegen Tinnitus allein ist selten und muss oftmals mit den Kostenträgern (=Krankenkassen) geklärt werden. Für eine stationäre oder auch intensive ambulante Behandlung von Tinnituspatienten existieren auch spezielle Kliniken oder ambulante Therapieeinrichtungen.

Schwindel bezeichnet ein Krankheitszeichen (=Symptom), welches der Patient als eine Störung der Raumorientierung empfindet. Schwindel kann von einer leichten vielleicht auch nur psychisch empfundenen Unsicherheit bis hin zu stärkstem Drehschwindel mit massivem Erbrechen reichen. Unser Gleichgewicht und die Raumortientierung bewerkstelligen wir, indem unser Gehirn ständig überprüft, ob das mit den Augen wahrgenommene Raumbild, die Empfindungen von Druck z.B. an den Fusssohlen oder in den Gelenken beim Stehen, die Empfindungen in der Halswirbelsäule bei Kopfdrehungen alle so zusammen passen, dass unser Körper plausible weiß, wo er sich im Raum befindet. Im Innenohrbereich ist das Gleichgewichtsorgan, welches hierzu noch die Empfindung von Drehbewegungen und das Gefühl der Schwere durch die Erdanziehungskraft beisteuert. Tritt in dem komplexen System der Gleichgewichtsempfindung des Gesamtkörpers eine Störung ein, so hat der Körper Probleme eine plausible Aussage über die Körperlage im Raum zu erstellen und meldet „Schwindel“. Hiermit erklärt sich, dass vielerlei Störungen im Körper zu Schwindel-Empfindungen führen können und deswegen mehrere medizinische Fachbereiche an der Schwindel-Diagnostik und Behandlung beteiligt sein müssen. Da Erkrankungen am Gleichgewichtsorgan im Innenohrbereich nicht selten sind, kommt dem HNO-Arzt beim Symptom Schwindel eine wichtige Aufgabe zu. Eine weitere häufige Ursache für Schwindel ist in Störungen an den Nerven im Körper (zum Beispiel latente Lähmungen) oder im zentralen Nervensystem, also dem Gehirn (Entzündungen, Durchblutungsstörungen) zu suchen. Aus diesem Grunde besteht bei uns wegen Schwindelerkrankungen eine sehr enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Neurologischen Klinik. Auch wenn wir im Klinikum Dortmund die Bezeichnung eines „Schwindelzentrums“ bisher nicht gewählt haben, wird die enge Zusammenarbeit zwischen den Kliniken für Neurologie, HNO-Heilkunde, Herz- und Kreislauferkrankungen und seltener anderen Fachkliniken bei Erforderlichkeit gelebt. Etliche Patienten treffen notfallmäßig im Klinikum mit einem so starken Schwindel ein, dass wir sie nach einer schnellen orientierenden Untersuchung z.B. auch zum Ausschluss eines Schlaganfalles stationär zur Bekämpfung des massiven Schwindels mit Medikamenten aufnehmen müssen. Wenn sich der Patient etwas erholt können wir dann weitergehende Untersuchungen wie Hörprüfungen, Untersuchungen des Gleichgewichtsorgans, neurologische Untersuchungen mit Ultraschalldiagnostik der Hals- und Hirnschlagadern durchführen, um möglichst eine Diagnose und Ursache festzustellen. Die Behandlung von Schwindelbeschwerden besteht zunächst je nach Ausprägung in der Gabe von Schwindel- und Übelkeit-dämpfenden Medikamenten, manchmal von Infusionsbehandlungen und oft in einer zunehmenden Mobilisation und Schwindeltraining des Patienten. Gerade das Schwindeltraining führt dann wieder zu einer Neuorientierung und „Neuprogrammierung“ des komplexen Gleichgewichtssystems und ist der entscheidende Schritt zur Rehabilitation. Wenn sich die Diagnose der schwindel-auslösenden Krankheit geklärt hat und der Patient wieder in der Lage dazu ist, können wir ihn aus der stationären Behandlung entlassen. Soweit in Praxen niedergelassener Ärzte eine Klärung von Schwindelbeschwerden nicht möglich sein sollte, so kann auch im Klinikum Dortmund eine ambulante Untersuchung wegen Schwindelbeschwerden erfolgen. Diese erfordert dann jedoch auch in der Regel die Beteiligung der anderen Fachkliniken im Sinne der Struktur eines Schwindelzentrums für eine gute und fundierte Beratung.

Eine behinderte Nasenatmung verursacht oftmals Entzündungen der Nase oder der Nasennebenhöhlen, Racheninfekte durch die weitgehende Mundatmung, Bronchitisneigung und Schnarchen. Manche Menschen haben sich seit langen Jahren an eine schlechte Nasenatmung gewöhnt und nur durch solche Begleitumstände fällt diese dann auf. Die Ursache einer behinderten Nasenatmung kann in einer Verbiegung der Nasenscheidewand ohne oder nach Verletzung, einer Schwellung der Nasenmuscheln in der Tiefe der Nase, Vorhandensein von Polypen oder Nebenhöhlenentzündungen, eine Allergie wie z.B. Heuschnupfen oder selten auch durch Medikmenteneinflüsse bedingt sein. Diese Ursachenklärung ist durch eine sorgfältige Untersuchung, eine Endoskopie der Nase, durch Luftstrommessungen der Nase, evtl. einen Allergietest, evtl. Röntgen- oder CT- oder MRT-Bilder zu klären und entsprechend zu behandeln. Liegt die Ursache in der verbogenen Nasenscheidewand und Verdickung der Nasenmuscheln, so kann eine operative Behandlung erfolgen, die stationär und in der Regel in Narkose erfolgt. Hierbei wird durch die Nasenlöcher die Mittelwand zwischen den Nasenseiten gerichtet und nötigenfalls von den Nasenmuscheln Gewebe vorsichtig entfernt. In aller Regel ist nach dem Eingriff eine Tamponade der Nase nötig, die wir in über 90% der Fälle jedoch schon am Folgetag wieder entfernen können. Der Eingriff ist wenig schmerzhaft und die Zeit im Krankenhaus liegt bei 4 bis 6 Tagen. Eine Nachbehandlung nach einer solchen Operation ist ambulant noch für 2 bis 4 Wochen nötig. Die Behandlung an den Nasenmuscheln hat sich bei uns entweder ohne Hitze-Instrumente oder nötigenfalls mit einem Hochfrequenzstrom bewährt, der unter der Schleimhautoberfläche einwirkt. Den bei uns vorhandenen Laser setzen wir dafür selten ein, da er die Schleimhautoberfläche mehr schädigt als die genannten Verfahren.

Manche Patienten leiden unter Entzündungen der Nasennebenhöhlen (= Kieferhöhlen, Stirnhöhlen, Keilbeinhöhlen, Siebbeinhöhlen). Solche akuten Entzündungen können in aller Regel mit Antibiotika und abschwellenden Medikamenten für die Nase erfolgreich behandelt werden. Wenn solche Entzündungen jedoch nicht ausheilen, immer wiederkehren oder chronisch werden, kann eine operative Behandlung sinnvoll sein. Für diese Diagnostik ist die Durchführung einer Computertomographie der Nasennebenhöhlen sinnvoll. Die Mehrzahl der bei uns durchgeführten Nasennebenhöhlenoperationen werden minimalinvasiv durch das Nasenloch mit dem Operationsmikroskop und/oder einem Endoskop durchgeführt. Hierbei ist eine sorgfältige und umfassende Operation wichtig, um eine solche Entzündung möglichst dauerhaft zur Ausheilung zu bringen. Wichtige Grenzen bei solchen Operationen bestehen zum Schädelinnenraum an der Schädelbasis und Richtung Augenhöhle. Die optischen Vergrößerungen mit Mikroskop und Endoskop lassen Verletzungen hier unwahrscheinlich werden. Für spezielle Fälle verfügen wir über ein intraoperatives Navigationssystem. Hiermit kann man sich bei der Operation durch ein Zeigeinstrument in der Nase auf einem Computerschirm im Computertomogramm millimetergenau über die Anatomie live informieren. Dieses funktioniert ähnlich wie die Satteliten-Navigation im Auto und erhöht die Operationssicherheit in solchen Fällen. Die Operation erfolgt in der Regel in Narkose und während eines 4 bis 6-tägigen Aufenthaltes. Um Nachblutungen vorzubeugen legen wir in der Regel jedoch nur für etwa 24 Stunden eine weiche und glatte Tamponade in die Nase. Eine solche Operation erfordert eine fachärztliche Nachbehandlung über eine Zeit von etwa 4 bis 6 Wochen.

Nach Verletzungen aber auch durch irreguläres Wachstum kann es zu unschönen äußerlichen Fehlstellungen oder Verformungen der Nase wie Schiefnase, Langnase, Sattelnase, Höckernase, unschöne Nasenspitzenformen oder ähnlichen Bildern kommen. Solche Verformungen können mit einer sogenannten Rhinoplastik korrigiert werden, wobei trotz der Bezeichung keine Kunststoffteile in aller Regel implantiert werden. Da die Ausprägungen solcher Fehlstellungen sehr unterschiedlich sind, besprechen wir mit den Patienten ausführlich den Befund und die geäußerten Wünsche, um dann nach Möglichkeit eine Vorhersage über einen Operationserfolg abschätzen zu können. Oft werden solche Operationen mit einer inneren Operation der Nase verbunden, damit auch wie bei einer Nasenscheidewandoperation die Atemfunktion der Nase wiederhergestellt oder erhalten wird. Dieses erfordert die bei uns vorhandene Kompetenz die Nase auch von innen mit zu operieren. Eine Rhinoplastik-Operation erfolgt in der Regel durch das Nasenloch, muss in seltenen Fällen jedoch mit einem unauffälligen Schnitt am Nasensteg (offene Rhinoplastik) verbunden werden. Bei starken Substanzverlusten in der Nase müssen wir gelegentlich Knorpelmaterial aus der Ohrmuschel oder von einer Rippe des Patienten entnehmen. Nach einer solchen Operation wird die Nase über etliche Tage mit einem Verband aus Gips oder aus thermoplastischem Gitterkunststoff geschient. Die Operation erfolgt in der Regel in Narkose und im Rahmen eines mehrtägigen stationären Aufenthaltes. Eine fachärztliche Nachbetreuung ist nach einer solchen Operation erforderlich.

Beim Schnarchen muss kritisch unterschieden werden, ob der Patient nur ein störendes Schnarchgeräusch erzeugt, oder ob er auch durch einen immer wieder eintretenden Verschluß des Atemweges unter Atemaussetzern (=Apnoen) leidet. Solche Aussetzer führen immer wieder zu Sauerstoffmangel im Schlaf, unmerklichem Aufschrecken zum Weiteratmen und so einem ungesunden und nicht erholsamen Schlaf. Patienten mit einem solchen Aussetzer-Schnarchen haben eine starke Tagesmüdigkeit, sind unausgeschlafen und erleiden auch häufiger Krankheiten der Lunge und des Herzkreislaufsystems. Eine Unterscheidung zwischen Schnarchen und Aussetzer-Schnarchen kann mit einer Aufzeichnung von Atem-, Kreislauf-, Bewegungs- und Hirnstromparametern erfolgen. Eine Voruntersuchung und Unterscheidung erfolgt mit einem kleinen Aufzeichnungsgerät mit Messsonden, welches am Patienten angebracht wird und mit dem der Patient zu Hause schlafen kann. Er bringt das Gerät dann am Folgetag zur Auswertung zurück (sogenannte Schlaf-Polygraphie). Eine genauere Untersuchung kann in einem Schlaflabor erfolgen. Hier übernachtet der Patient und wird durch noch wesentlich weitergehende Aufzeichnungen überwacht. Beide Formen der Schlafuntersuchung werden am Klinikum Dortmund angeboten. Die Behandlung eines Schnarchens oder eines Aussetzer-Schnarchens muss die vielfältigen Ursachen beachten. Ein zu hohes Körpergewicht, abendlicher Alkoholkonsum, eine behinderte Nasenatmung, zu große Mandeln, ein zu schlaffer Gaumen, ein zu großer Zungengrund, eine Rücklage der Zunge oder vielerlei Veränderungen im Nasen-, Rachen- und Kehlkopfraum können ursächlich sein. Deswegen sollte beim Schnarchen in jedem Fall eine hno-ärztliche Mituntersuchung erfolgen. Es ist dann zu überlegen, ob durch Änderungen des Lebensstils, durch örtliche Medikamente, Hilfsmittel wie Zahnschienen oder auch durch Operationen eine Beseitigung oder Linderung erfolgen kann. Da von Patient zu Patient unterschiedlich Konstellationen bestehen, muss eine individuelle Behandlungsplanung erfolgen. Eine bewährte Form der Beseitigung von Aussetzer-Schnarchen besteht in der nächtlichen Masken-Überdruckbeatmung. Hierbei muss sich der Patient zur Nacht eine Kunststoffmaske auf die Nase schnallen, durch die ein leichter Überdruck-Luftstrom aus einem Gerät auf dem Nachttisch geblasen wird. Manche Patienten scheuen diese Art der Behandlung und man kann mit ihnen andere Behandlungswege, wie zum Beispiel operative Behandlungen überlegen.

Bei Kindern kann es vorkommen, dass die Rachenmandel sich stark vergrößert. Die Rachenmandel bezeichnet nicht die üblicherweise als „die Mandeln“ verstandene Organe die man hinten im Rachen rechts und links vom Zäpfchen sieht, sondern ähnliches Lymphgewebe, welches versteckt oben hinter dem Zäpfchen sozusagen hinter der Nase sitzt. Für die Rachenmandel wird auch der Ausdruck „Polypen“ oder „Adenoide“ benutzt. Eine Vergrößerung oder Entzündung der Rachenmandel führt zu häufigem Schnupfen und einer behinderte Nasenatmung, weil die Nase von hinten verstopft wird. Dadurch kann auch Schnarchen entstehen. Weil die Ohrtrompeten genau dort münden, wo die Rachenmandel sitzt, kann es dadurch auch zu wiederholten Mittelohrentzündungen oder Mittelohr-Ergüssen kommen. Bei der Untersuchung von jungen Kindern kann man oftmals die Rachenmandel selbst garnicht untersuchen, da das Kind eine Untersuchung mit Spiegel oder Endoskop hinter dem Zäpfchen oder durch die Nase nicht zulässt. Man kann jedoch die Diagnose einer vergrößerten Rachenmandel mit einer so hohen Wahrscheinlichkeit auch ohne direkte Untersuchung oft stellen, dass man zu einer Narkose, Endoskopie der Rachenmandel und dann oftmals notwendigen Entfernung raten kann. Die Rachenmandel-Entfernung erfolgt in Narkose und wird teilweise ambulant, teilweise aber auch stationär durchgeführt; das hängt von vielerlei Begebenheiten, z.B. der Betreuungsmöglichkeit des Kindes, der Entfernung zur Klinik und der sonstigen Gesundheit oder des Alters des Kindes ab. Die Entfernung der Rachenmandel wird auch als „Polypen-Operation“ oder als „Adenotomie“ bezeichnet. Der Eingriff ist für die Kinder auch nachher kaum schmerzhaft, es sind jedoch Nachblutungen aus Nase oder Rachen möglich.

Die landläufig als „die Mandeln“ bezeichneten Gaumenmandeln oder Gaumentonsillen sind Lymphorgane, die im Rachen links und rechts neben dem Zäpfchen sitzen. Sie können durch eine starke Vergrößerung das Essen und vor allem nächtliche Atmen behindern und führen dann oft zum Schnarchen. Auch wiederkehrende Mandelentzündungen treten auf und können eine operative Entfernung der Mandeln erforderlich machen. Selten kann auch ein Mandelabszess auftreten; dieses ist eine Eiteransammlung hinter oder neben der Mandel, die man auch mit starken Antibiotika nicht bessern kann. Operationen an den Mandeln können in Form einer Teilentfernung (Tonsillotomie) oder eine kompletten Entfernung (Tonsillektomie) erfolgen. Die Mandel-Teilentfernung eignet sich zur Behandlung von zu großen Mandeln, wobei die Entzündung der Mandeln nicht das Problem ist. Bei der Teilentfernung wird in Narkose mit dem Laser oder einem Hoch- oder Radiofrequenzgerät der zu große Teil der Mandeln abgetragen. Dieses ist für die meist kleinen Patienten wenig schmerzhaft und hat ein geringes Blutungsrisiko. Bei der kompletten Entfernung der Mandeln werden die Mandel insgesamt und mit ihrer Kapsel entfernt. So kann sich das Gewebe in keiner Weise neu entzünden. Die Komplett-Entfernung der Mandeln erfolgt auch in Narkose, ist nachher beim Schlucken schmerzhaft, so dass Schmerzmittel üblicherweise gegeben werden müssen. Nach der kompletten Mandelentfernung besteht ein Nachblutungsrisiko, in seltenen Fällen sogar bis zu 2 oder 3 Wochen nach der Operation. Aus diesem Grunde werden Eingriffe an den Mandeln als stationäre Eingriffe durchgeführt. Wenn ein Mandelabszess durch eine Operation entleert werden muss, werden typischerweise die entzündeten Mandeln mit entfernt.

Nicht nur in Niere und Galle sondern auch in den Speicheldrüsen also der Ohrspeicheldrüse und der Unterkieferspeicheldrüse können sich Steine bilden, die zu Speichelstau in den Drüsen und Entzündungen führen können. Solche Steine kann man mit Ultraschall-, Röntgen- oder CT-Untersuchungen diagnostizieren. Wenn die Drüse nicht zu stark erkrankt ist und der Stein erreichbar liegt, kann man versuchen, die Situation durch eine Steinentfernung vom Mund aus minimal invasiv zu beherrschen. Gelingt dieses nicht, muss man mit einem Hautschnitt an Hals oder Wange an der Speicheldrüse selbst operieren.

Bei chronischen Entzündungen oder Tumorbildungen in der Unterkiefer- oder Ohrspeicheldrüse kann eine operative Behandlung durch einen Hautschnitt notwendig werden, wobei man diese Hautschnitte in Hautfalten legen und kosmetisch günstig vernähen kann, so dass sie später kaum sichtbar sind. Bei Operationen an der Ohrspeicheldrüse ist zu beachten, dass der Nerv für die Bewegungen des Gesichtes mitten durch die Drüse läuft und bei Schädigung eine Gesichtslähmung entstehen könnte. Diese Operation erfordert deshalb eine besondere Erfahrung, die durch Häufung solcher Eingriffe an unserer Klinik hier besteht. Wir führen die Operation außerdem mit einer Lupenbrille oder einem Operationsmikroskop durch und überwachen unter der Operation den Nerven mit einem intraoperativen Nervenmonitor. Hierdurch kann die Rate an zeitweiligen oder gar bleibenden Lähmungserscheinungen an Nerven oder einer seiner Teiläste deutlich minimiert werden. Bei bösartigen Tumoren der Ohrspeicheldrüse muss manchmal ein Teil des Nerven entfernt werden; in solchen Fällen können wir unter dem Mikroskop einen Nervenersatz einnähen.

Durch Heiserkeit, Schluckstörungen oder Atembeschwerden kann ein Kehlkopfkrebs auffällig werden. Wir können bei einer ersten Untersuchung beim wachen Patienten schon einen Verdacht äußern, empfehlen dann jedoch in der Regel eine Narkoseuntersuchung. Hierbei können wir eine Gewebeprobe machen und Lage und Größe des Krebses genau untersuchen. Zusätzlich untersuchen wir mit Computer- oder Kernspintomographie die Tumorgröße und klären die Frage, ob der Tumor Absiedlungen gesetzt hat. In der Behandlung von Kehlkopfkrebs ist es das Ziel die Funktion des Kehlkopfes möglichst zu erhalten; Schlucken, Sprechen und Atmen sollen nach der Behandlung wieder möglichst gut und möglichst ohne Anlage eines Luftröhrenschnittes funktionieren. Es gibt diverse Operationstechniken mit Teilentfernungen vom Kehlkopf, die entweder durch den Mund mit dem Laser, mit Schnitt von aussen unter der Lupenbrille oder auch mit plastischem Gewebeersatz bei uns durchgeführt werden. Eine Operation eines Krebses bringt für den Patienten jedoch nur einen Vorteil wenn das bösartige Gewebe wirklich komplett entfernt werden kann. Darum muss bei der Diagnose-Endoskopie ein sehr genauer Plan gemacht werden. Falls eine Teilentfernung des Kehlkopfes mit Funktionserhalt nicht mehr möglich ist, müssen wir dem Patienten zu einer kompletten Kehlkopfentfernung raten. Dieses führt zu einem dauerhaften Luftröhrenloch am Hals und der Möglichkeit Stimme nur mit besonderen Methoden wieder zu bilden. Eine solche Operation bieten wir Patienten nur an, wenn wir absehen können, dass der Patient dadurch auch wirklich einen langfristigen Vorteil haben wird. Bei Absiedlungen des Tumors in Lymphknoten am Hals wird bei den Operationen auch eine Hals-Lymphknotenoperation unter Schonung der dort verlaufenden Nerven und Blutgefäße vorgenommen. Hier halten wir alle Möglichkeiten der Stimmrehabilitation wie z.B. Stimmprothesen oder auch logopädisches Training an der Klinik vor. Manchmal läßt sich Kehlkopfkrebs auch sinnvoll mit einer Bestrahlung mit oder ohne Chemotherapie behandeln, wobei der Behandlungserfolg individuell variieren kann. Diese Fälle werden auf der seit etwa 25 Jahren an der Klinik etablierten interdisziplinären Tumorkonferenz mit uns HNO-Ärzten, Bestrahlungs- und Chemotherapiespezialisten aus dem Klinikum besprochen. Für die Betreuung von Tumorpatienten verfügt das Klinikum über die Möglichkeit der psychoonkologischen Betreuung und hat eine engen Kontakt zur Selbsthilfegruppe der Kehlkopf-Operierten in Dortmund.

Krebserkrankungen im Mund, Rachen oder Schlund können manchmal langsam, unauffällig und relativ schmerzlos wachsen. Bei einem entsprechenden Verdacht Sichern wir die Diagnose durch eine Probeentnahme, die wir oft in einer Narkose durchführen, in der dann auch gleichzeitig die genaue Lage und Ausdehnung des Tumors bestimmt wird. Ausserdem untersuchen wir Bronchien, Speiseröhre und Kehlkopf, da parallele Tumorbildungen auch dort vorkommen können und in einen Therapieplan mit einbezogen werden müßten. Wir untersuchen auch mit Computer- oder Kernspintomographie die Tumorlage und überzeugen uns davon, ob oder wo eventuelle Tumorabsiedlungen bestehen sollten. Wenn wir eine operative Behandlung planen, so muss damit der Tumor auch komplett entfernt werden können. Je nach Größe des Tumors verwenden wir für die Wiederherstellung der Schluckfunktion einen plastischen Gewebeersatz oder benutzen den Kohlendioxid-Laser am Operationsmikroskop. Manchmal ist es erforderlich für eine zeitlang bei einer solchen Operation die Atmung mit einem Luftröhrenschnitt zu sichern, der später oft wieder verschlossen werden kann. Bei Absiedlungen des Tumors in Lymphknoten am Hals wird bei den Operationen auch eine Hals-Lymphknotenoperation unter Schonung der dort verlaufenden Nerven und Blutgefäße vorgenommen. Für manche solche Krebse empfehlen wir auch eine Bestrahlungs- oder Chemotherapie und beraten hierüber mit den Spezialisten hier am Klinikum auf einer interdisziplinären Tumorkonferenz, die am Klinikum seit 25 Jahren etabliert ist. Für die Betreuung von Tumorpatienten verfügt das Klinikum über die Möglichkeit der psychoonkologischen Betreuung.

Vor allen Dingen für Patienten mit Tumoren halten wir am Klinikum die modernen Technik des mikrovaskulär-anastomosierten Gewebetransfers vor. Hierbei wird z.B. vom Unterarm Hautgewebe in einer Größe von mehreren Zentimetern gewonnen. Damit das Gewebe bei der Transplantation nicht abstirbt, werden die Schlagader und die Vene für diesen Hautteil mit entnommen. Das gewonnene Hautstück wird zur Deckung eines Defektes im Schlund oder Rachen benutzt. Dann werden die Versorgungs-Gefäße, die oft nur den Durchmesser von wenigen Millimetern haben unter dem Operationsmikroskop an entsprechende Blutgefäße im Halsbereich wieder angeschlossen. Dieses Verfahren ermöglicht die Operation von auch größeren Tumoren bei gleichzeitigem größtmöglichen Funktionserhalt. Solche aufwändigen Operationen erfordern in der Regel zwei Operations-Teams und dauern etliche Stunden.