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Beeinigte Prostatahyperplasie (BPH) / beeinigtes Prostatasyndrom (BPS)

Verantwortlicher Oberarzt der Urologischen Klinik (Klinikdirektor Prof. Dr. Truß): Dr. Alexander Kress

Epidemiologie (Verbreitung / Vorkommen)

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH), also die gutartige Prostatavergrößerung ist die häufigste gutartige Erkrankung des Mannes überhaupt. Umfangreiche Autopsie-Studien haben gezeigt, dass bereits ab dem 30. Lebensjahr eine exponentielle Zunahme dieser Gewebevergrößerung (Prostataadenom) beginnt. Ab dem 75. Lebensjahr ist diese dann bei nahezu allen Männern nachweisen. Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) an sich ist allerdings noch nicht als pathologisch (krankhaft) zu werten. Nur wenn sich aufgrund des Adenoms Beschwerden bei der Miktion (Wasserlassen) ergeben spricht man von therapiebedürftiger BPH oder besser vom benignen Prostata-Syndrom (BPS). Nur etwa 25% - 30% aller Männer mit BPH entwickeln Symptome. Plakativ bezeichnet man asymptomatische (beschwerdefreie) Männer mit BPH als "Adenomträger" und solche bei denen sich Beschwerden einstellen als "Adenomkranke".

Ätiologie (Entstehung)

Trotz großer Bemühungen in der Grundlagenforschung ist die genaue Ursache für die Entstehung einer BPH nach wie vor nicht vollständig geklärt. Gesichert ist ein gestörtes Wechselspiel von Geschlechtshormonen im höheren Alter. Außerdem scheinen genetische Faktoren eine entscheidende Rolle zu spielen. Inwieweit Übergewicht eine Rolle spielt ist derzeit auch unter Experten umstritten.

Die BPH entsteht vornehmlich in der sogenannten Übergangszone (Transitionalzone) der Prostata. Da diese um die Harnröhre (Urethra) angeordnet liegt, kann es bei einer entsprechenden Größenzunahme zu einer deutlichen Einengung der Harnröhre kommen. Dies kann dann wiederum zu einem erschwerten Miktionieren (Wasserlassen) führen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass bösartige Prostatatumore (Prostatakarzinome) fast immer in der äußeren (peripheren) Zone der Prostata liegen. Da bei einer operativen BPH-Therapie meist diese periphere Zone zum Teil belassen wird, ist es für die Patienten von großer Wichtigkeit, auch nach einer solchen Prostataoperation die regelmäßige Prostatakrebs-Vorsorge wahrzunehmen.

Symptome (Beschwerden)

Generell unterscheidet man bei der BPS zwischen obstruktiven (Miktionssymptome) und irritativen (Speichersymptome) Beschwerden. Zu den obstruktiven Symptomen zählen: Initiales Warten (Startverzögerung), dünner, schwacher Harnstrahl, verlängerte Miktionszeit, Restharngefühl und schließlich die totale Harnsperre. Zu den irritativen Symptome gehören: Pollakisurie (häufiges Wasserlassen kleiner Mengen), imperativer (plötzlich einschiessender) Harndrang oder Nykturie (nächtliches Wasserlassen).

Die BPS-Symptome werden dabei je nach Schweregrad in drei Stadien unterteilt:

  • Kompensierte Erkrankung: verzögerter Miktionsbeginn, häufiges und nächtliches Wasserlassen, keine
  • Restharnbildung
  • Beginnende Dekompensation: Zunahme der Miktionsbeschwerden und Restharnbildung
  • Dekompensierte Erkrankung: Überlaufblase, Harnstauungsniere, Nierenversagen


Unterbleibt im fortgeschrittenen Stadium eine entsprechende Therapie, so können sich häufige Harnwegsinfektionen mit Blasensteinbildung, Harnsperre sowie Harnstauung bis hin zum Nierenversagen ergeben.

Diagnostik

Der differenzierten Diagnostik des Benignen Prostata-Syndroms (BPS) wird in unserer Klinik ein hoher Stellenwert zugeteilt. Schließlich ist eine genaue Diagnose der Schlüssel zu einer erfolgreichen konservativen oder operativen Therapie der Beschwerden. Als Klinikum der Maximalversorgung können wir auf das gesamte diagnostische Spektrum zurückgreifen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen unseres Klinikums. So kann zum Beispiel eine gestörte Blasenentleerung auch Ausdruck oder Folge einer neurologischen (nervenbedingten) oder endokrinologischen (hormonbedingten) Grunderkrankung sein. In diesem Falle ist eine Kooperation mit den entsprechenden Spezialisten unumgänglich.

Die digital-rektale Prostataabtastung über den Enddarm ist nach wie vor ein wichtiger diagnostischer Schritt. Hier kann der Urologe Konsistenz und ungefähre Größe der Prostata bestimmen. Das prostataspezifische Antigen (oder PSA) im Blut des Patienten (mit Bestimmung des Verhältnisses zwischen freiem und totalen PSA) ist neben anderen Methoden ein wertvoller Test um ein Prostatakarzinom zu entdecken. Die transrektale Ultraschalluntersuchung dient neben der exakten Bestimmung des Prostatavolumens auch zur differenzierten Beurteilung des Prostatagewebes. So können Auffälligkeiten frühzeitig entdeckt und ggf. weiter abgeklärt werden.

Als rein urologische Untersuchung wird bei jedem BPS-Patienten eine Uroflowmetrie durchgeführt. Hierbei wird die Harnstrahlstärke objektiv gemessen. Bei Verdacht auf eine Harnröhrenenge oder andere Anomalien des unteren Harntrakts kann eventuell eine Röntgenuntersuchung angezeigt sein. Selbstverständlich erfolgt initial eine Urinuntersuchung, um eine eventuelle Harnwegsinfektion vor einer Manipulation zu therapieren. In komplexeren Fällen von Blasenentleerungsstörungen kann eine urodynamische Untersuchung ("Blasendruckmessung") durchgeführt werden.

Therapie

Das Stadium 1 (Kompensierte Erkrankung) der BPS ist die Domäne der konservativen, medikamentösen Therapie. Hier stehen Alpha-Rezeptor-Blocker, Hormonpräparate (Antiandrogene) und Phytotherapeutika (pflanzliche Wirkstoffe) zur Verfügung. Die medikamentöse BPS-Therapie sollte weitgehend ambulant von niedergelassenen Urologen durchgeführt und kontrolliert werden.

Obwohl die Komplexität und Verschiedenheit der Symptome charakteristisch für das BPS ist, kann man zusammenfassen, dass beim klinischen Stadium 2 eine relative Operationsindikation (Notwendigkeit der Operation) und beim klinischen Stadium 3 eine absolute Operationsindikation gegeben ist. Je nach Größe der Prostata kann eine transurethrale (über die Harnröhre) oder eine offen-chirurgische (mittels Bachschnitt) Prostataoperation erfolgen. Während die insgesamt seltener gewordene offene Operationstechnik (ca. 5% - 15% der BPS-Operationen) relativ standardisiert abläuft, gibt es bei den transurethralen Techniken eine Vielzahl an Therapieoptionen.

Als Standardverfahren gilt hierbei die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P). Mit einem durch die Harnröhre eingeführten optischen Instrument wird das störende Adenomgewebe unter Video-Kontrolle mit einer Schlingenelektrode mittels Hochfrequenzstrom reseziert ("abgehobelt"). Die entstehenden Gewebespäne werden über das Instrument geborgen und können histologisch (feingeweblich) untersucht werden. Durch verschiedene Modifikationen an den Elektroden wie auch an den Hochfrequenzgeneratoren, konnte die Blutstillung während der Operation deutlich verbessert werden.