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Nierenzellkarzinom

Allgemeines

Nierenzellkarzinome sind in Deutschland die dritthäufigsten Tumoren des Harn- und Geschlechtssystems (Urogenitalsystem). Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 60 und 70 Jahren. Die Mehrzahl (> 85%) aller Nierentumore sind Nierenzellkarzinome. Bei den übrigen Tumoren handelt es sich um seltene Formen wie Sarkome, Nephroblastome (Wilms-Tumor) u.a. gutartige Nierentumore (z.B. Onkozytome, Angiomyolipome etc.). sind sehr selten (ca. 5%). Manche dieser Tumoren zeigen im Ultraschall oder in der Computertomographie (CT) charakteristische Befunde, jedoch kann meist nur die feingewebliche Untersuchung des Pathologen eine sichere Aussage über Gut- oder Bösartigkeit zulassen. In Zweifelsfällen muss deswegen eine operative Nierenfreilegung mit Gewebeentnahme (Biopsie) des verdächtigen Bereiches durchgeführt werden.

Die Ursachen, weshalb ein Nierenkrebs entsteht, sind noch nicht abschließend erforscht. Umwelteinflüsse haben offensichtlich eine wichtige Bedeutung, eine familiäre Veranlagung ist bei einem Teil der Betroffenen nachgewiesen. Weitere Risikofaktoren sind: erhöhtes Lebensalter, Schmerzmittelmissbrauch, erworbene zystische Nierenerkrankung, von Hippel-Lindau-Erkrankung, Übergewicht, erhöhter Alkoholkonsum, zuviel fettreiches Essen, chronisch eingeschränkte Nierenfunktion, Nikotinabusus. Die Früherkennung ist beim Nierenkrebs besonders wichtig: wenn ein Nierenkarzinom frühzeitig entdeckt und operativ behandelt wird, sind die Heilungschancen sehr hoch. Allerdings verursachen Nierenkrebse sehr selten Frühsymptome. Mögliche Hinweise auf einen Nierentumor sind Flankenschmerzen, blutiger Urin und ein tastbarer Flankentumor. Falls diese Befunde auftreten, eventuell vergesellschaftet mit Koliken, Gewichtsverlust, Blutarmut, Fieber, hoher oder niedriger Blutdruck, Darmbeschwerden oder ständige Abgeschlagenheit ist ein sofortiger Arztbesuch dringend notwendig. Allerdings werden diese Befunde nur selten beobachtet und deuten bereits auf ein fortgeschrittenes Stadium hin.

Diagnostik

Die meisten der Nierentumoren werden heutzutage im Rahmen von Untersuchungen aufgrund anderer Erkrankungen oder anderer Beschwerden in einem frühen Stadium, oft zufällig z.B. im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Falls die Verdachtsdiagnose eines Nierentumors besteht, ist eine gründliche Diagnostik notwendig. Neben dem Gespräch (der Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung sind verschiedene Laboruntersuchungen von Blut- aber auch Urinwerten zur weiteren Abklärung wichtig. Wurde im Urin z. B. Blut nachgewiesen, kann mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung der Harnwege (Urographie) ein Überblick über den gesamten Harntrakt gegeben werden. Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist unabdingbar zur Untersuchung des Bauches (Abdomen) und der inneren Organe wie Leber, Nieren, Nebennieren, Milz und Lymphknoten. Manchmal kann man durch die Sonographie in Organen wie z. B. der Leber Tochtergeschwülste (Metastasen) des Tumors nachweisen. Mit Hilfe der Computertomographie (CT) kann man heutzutage die Ausdehnung und in manchen Fällen auch die Aussage der Gut- oder Bösartigkeit eines Tumors bestimmen. Sie wird auch bei unklaren Ultraschallbefunden durchgeführt.

Die Kernspintomographie (MRT) ist fast gleichwertig zur Computertomographie und ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der Betroffene kein jodhaltiges Kontrastmittel verträgt und wenn die Möglichkeit besteht, dass der Tumor in die Nierenvene oder die untere Hohlvene eingewachsen ist.

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, eine KnochenszintigraphieNierenszintigraphie (Technetium-MAC-III-Clearance) bei eingeschränkter Nierenfunktion oder vor organerhaltenden Eingriffen durchzuführen.

durchzuführen. Bei dieser Untersuchung wird eine schwach radioaktive Substanz (in der Regel Technetium-99) in eine Vene (Ellenbogenvene) gespritzt. Die Substanz reichert sich dann vorzugsweise im krebsbefallenen Knochen an, der Nachweis erfolgt mit Hilfe einer Spezialkamera. In Zweifelsfällen ist es jedoch schwierig, zu unterscheiden, ob eine Tumorabsiedelung im Knochen (Metastase) oder akute Entzündung oder Verschleißerscheinung vorliegt, so dass in Zweifelsfällen noch eine normale Röntgenaufnahme des verdächtigen Bereiches nötig sein könnte. Ebenfalls kann es in manchen Fällen notwendig sein, die Nierenfunktion mit Hilfe einer

Eine Röntgendarstellung der Nierenarterien (Angiographie) kann bei unklaren CT-Befunden oder vor organerhaltenden Operationen wertvolle Informationen liefern.

Bei Verdacht auf Einwachsen des Tumors in die untere Hohlvene (Vena cava) kann mit Hilfe der Cavographie die Ausdehnung des Tumorthrombus dargestellt werden. Diese Untersuchung muß bei Verdacht auf einen Tumorzapfen, bei dem die CT-Untersuchung nicht weiterhilft, vor der Operation durchgeführt werden. Wenn sich durch die Diagnostik der dringende Verdacht auf einen Nierenkrebs erhärtet hat, so muß in den meisten Fällen eine Operation erfolgen.

Therapie

bei Tumoren die auf die Niere begrenzt sind:

Die Behandlung des Nierenkrebses richtet sich dabei nach dem Tumorstadium. Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung kann Nierenkrebs heute mit hoher Wahrscheinlichkeit geheilt werden. Bei lokal begrenzten Nierentumoren kann entweder die komplette Entfernung der tumortragenden Nieren (radikale Tumornephrektomie) oder eine organerhaltende Entfernung (Resektion) sinnvoll sein. Insbesondere auf die nierenerhaltenden Eingriffe wird im Klinikum großen Wert gelegt. Der operative Zugang zur Niere kann über verschiedene Schnitte erfolgen: über den Bauch, über den Brustkorb, über die Zwischenrippen oder die Flanken. Welcher Zugangsweg der sinnvolle ist, muss mit jedem einzelnen Patienten individuell besprochen werden. Bei Patienten mit kleinen Tumoren bzw. bei Patienten, bei denen nur noch eine einzige Niere vorhanden ist und die Blutwäsche droht, kann es sinnvoll sein, den Tumor zu resezieren und dabei die Niere zu erhalten. Eine weitere, im Klinikum etablierte Methode ist, bei kleineren Tumoren die tumortragende Niere endoskopisch (laparoskopisch)

zu entfernen. Bei dieser modernen und schonenden Therapie wird die Bauchdecke nicht eröffnet, sondern es werden lediglich zwei oder drei bewegliche Röhren in den Bauch eingeführt, über diese lassen sich die erforderlichen Instrumente und eine Kamera einschieben. Ob diese Verfahren bei den jeweiligen Patienten sinnvoll und möglich sind, wird jeweils individuell mit dem Patienten vor der Operation besprochen.

bei Tumoren der Niere und Tochtergeschwülsten (Metastasen):

Wenn bei der Erstdiagnose eines Nierenkrebses bereits Tochtergeschwülste (Fernmetastasen) vorliegen, kann es sinnvoll sein, die betroffene Niere radikal zu entfernen, und in der gleichen oder in weiteren Operationen die Metastasen (Metastasektomie) zu entfernen. Durch die Entfernung des Primärtumors können Blutungen, Harnstauung mit Infektionsgefahr und Schmerzen beseitigt werden und somit die Lebensqualität des betroffenen Patienten verbessert werden. Nach neueren Daten verbessert sich durch eine vorherige Tumorentfernung auch die Ansprechrate auf eine anschließende Immuntherapie. Liegen nur einzelne Tochtergeschwülste vor, insbesondere in der Lunge, so ist die operative Entfernung dieser Metastasen möglich und sinnvoll. Hierdurch kann die Überlebenszeit der Patienten deutlich verlängert werden.

Die Chemotherapie hat sich bislang beim Nierenkrebs als wenig vielversprechende Therapie herausgestellt. Lediglich Vinblastin zeigt gewisse Effekte bei diesem Tumor. Allerdings werden bei uns neue Substanzen und auch neuere Kombinationspräparate mit verschiedenen Wirkstoffen getestet; eventuell können in Zukunft mit Hilfe dieser neuen Präparate bessere Ergebnisse auch mit Hilfe der Chemotherapie beim Nierenkrebs erzielt werden.

Die Strahlentherapie (Radiotherapie) ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Knochenmetastasen aufgetreten sind. Durch eine Bestrahlung können gegebenenfalls auftretende Schmerzen gelindert bzw. die Gefahr eines Knochenbruches verringert werden. Auch im Falle von Hirnmetastasen hat sich die Strahlentherapie bei unseren Patienten als höchst effektive Behandlungsmethode erwiesen.

Die derzeit immer noch bedeutendste Therapie beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom ist die Immuntherapie. Hierbei stehen insbesondere Zytokine (Interferon-alpha, Interleukin-2) im Vordergrund. Zytokine sind Substanzen, die von einer Vielzahl von Zellarten gebildet werden und über hormonähnliche Wirkstoffe Zellen, insbesondere Immunzellen aktivieren. Noch gibt es keine allgemein anerkannte Standardzytokin-Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms.

Weitere innovative minimal-invasive Therapieformen werden ebenfalls im Rahmen der verschiedensten interdisziplinären Kooperationen überprüft. Beispiele sind die Embolisation von Tumorgefäßen oder das Verkochen von Nieren-Tumorzellen durch das Einbringen von Thermosonden von außen (RITA).

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