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Kurzzeit-Morbidität

Unmittelbare Komplikationen der Frühgeburtlichkeit
(Kurzzeit-Morbidität)
Eine extreme Frühgeburtlichkeit ist mit vielen möglichen Komplikationen verbunden, die in der folgenden Tabelle genannt werden. Die Häufigkeit dieser nicht in jedem Kind vermeidbaren Komplikationen hängt u.a. von der Unreife des Frühgeborenen sowie Begleiterkrankungen, aber auch von der optimalen geburtsvorbereitenden Behandlung und der Geburt selbst sowie der optimalen Behandlung des Frühgeborenen ab.

Diese Komplikationen können unter anderem das Gehirn betreffen. So kann sich bei Frühgeborenen, insbesondere während der kritischen ersten Behandlungsphase eine Blutung in die Hirnkammern (intravetrikuläre Hämorrhagie, IVH) oder in das Gehirngewebe entwickeln. Die Blutungen werden mit Ultraschall (Sonographie) diagnostiziert. Der Schweregrad der Blutung wird von I-IV eingestuft, wobei der Grad IV die schwerste Ausprägung beschreibt. Dennoch erlaubt auch diese Beschreibung keine Aussage zur langfristigen Entwicklung des Kindes.

Weitere Komplikationen können auch die Augen, insbesondere die noch unreife Netzhaut betreffen. Hier sprechen wir von einer Retinopathie des Frühgeborenen. Daher gehört die Untersuchung der Netzhaut zu den Routineuntersuchungen bei Frühgeborenen. Nur in seltenen Fällen sind Operationen mittels Kältetherapie (Kryotherapie) oder Laser notwendig.

Am Darm kann sich bei unreifen Frühgeborenen eine schwere Entzündung mit Untergang von Darmgewebe ausbilden, die als nekrotisierende Enterokolitis bezeichnet wird und ein unmittelbar lebensbedrohliches Ereignis darstellen kann. Hier ist oft eine unverzügliche Operation notwendig: Diese kann in unserem Perinatalzentrum von unseren Kinderchirurgen direkt am Krankenbett auf der Intensivstation durchgeführt werden, so dass Transporte vermieden werden.

Als Perinatalzentrum der höchsten Versorgungstufe (Level 1), werden dem Klinikum Dortmund auch Kinder aus umliegenden Geburtskliniken und kleineren Perinatalzentren zur Versorgung zuverlegt. Diese Kinder sind oft in einem kritischen Zustand, der mit den beschriebenen Komplikationen einhergeht.

Alle der folgenden Angaben beziehen sich auf die Kinder, die kurativ (d.h. heilend) im Perinatalzentrum versorgt wurden.

  Geburtsgewicht / Morbidität bis 499g   500 bis 749g   750 bis 999g   1.000 bis 1.249g   1.250 bis 1.499g   Summen  
    Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl %
  Anzahl der Kinder 3   14   22   36   35   110 (100)
  nicht sonographiert     1 (7)             1 (1)
  keine IVH 3 (100) 10 (71) 17 (77) 32 (89) 32 (91) 94 (85)
  IVH Grad I     1 (7)         2 (6) 3 (3)
  IVH Grad II         4 (18) 2 (6) 1 (3) 7 (6)
  IVH Grad III     1 (7)     1 (3)     2 (2)
  Periventrikuläre Hämorrhagie (PVH)     1 (7) 1 (5) 1 (3)     3 (3)
  Fundus nicht untersucht     2 (14)     4 (11) 14 (40) 20 (18)
  Retinopathie (ROP) mit Operation     2 (14)             2 (2)
  NEC mit Operation oder Verlegung 1 (33) 2 (14)         1 (3) 4 (4)
  Entlassung nach Hause 1 (33) 5 (36) 20 (91) 31 (86) 31 (89) 88 (80)

Die Tabelle bezieht sich auf alle im Berichtszeitraum Geborenen (auch die außerhalb des Perinatalzentrums Geborenen), im Perinatalzentrum behandelten und schließlich bis zum Berichtstermin (31. Mai des Folgejahres) nach Behandlung lebend entlassenen oder verlegten Kinder (Zeile 1 = Anzahl der Kinder). Kinder, die nicht bis zum Berichtstermin entlassen oder verlegt wurden, werden nur in der kumulativen Ergebnisdarstellung aufgeführt. Die %-Zahl in Klammern bezieht sich auf die Anzahl der Kinder in der jeweiligen Gewichtsklasse. Dargestellt sind alle Blutungen, die während des (ersten) stationären Aufenthaltes diagnostiziert wurden.