Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie
Beurhausstr. 40
44137 Dortmund
Direktor:
Pd Dr. med. Ralf Krakor
Telefon: 0231 / 953 - 20980
Sekretariat:
Beate Andree
Telefon: 0231 / 953 - 20980
Intensivstation
Telefon: 0231 / 953 - 20999
Normalerweise schlagen die Herzvorhöfe rhythmisch (unter Ruhebedingungen 60-80 mal pro Minute) und geben dadurch die Frequenz vor, mit der sich die Herzkammern zusammenziehen und wieder erschlaffen (Taktgeber). Dieser normale Rhythmus wird als Sinusrhythmus bezeichnet und ist letztlich vergleichbar mit einem elektrischen Vorgang. Im Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen (Herzkranzgefäßverengungen, Erkrankungen der Mitralklappe oder der Trikuspidalklappe), aber auch als alleinige Erkrankung geraten die Vorhöfe außer Takt.
Häufigste Folge ist das Entstehen des sog. Vorhofflimmerns, bei dem die Herzvorhöfe mit einer Frequenz von 200-300 pro Minute fibrillieren. In den letzten Jahren wurde herausgefunden, dass die Ursache für dieses Flimmern in Veränderungen im Bereich der Einmündung der sog. Lungenvenen zu suchen ist. Die Folge daraus ist eine Arrhythmie, die von dem Betroffenen entweder als Unregelmäßigkeit ("Herzstolpern") oder schneller Herzschlag ("Herzrasen") empfunden wird.
Zur Behandlung des Vorhofflimmerns wurden in den letzten Jahren sowohl kathetertechnische Methoden als auch chirurgische Behandlungsmöglichkeiten entwickelt. Die kathetergestützten Methoden werden an der mit Erfolg seit einigen Jahren angewendet. Ziel der Therapie ist es nicht, die Ursachen des Flimmerns zu beseitigen, sondern die Ausbreitung der entstandenen "Flimmerwellen" zu unterbrechen. Dies gelingt durch eine Form der elektrischen Isolierung. Damit ist wieder eine normale Erregungsausbreitung möglich und die vom Betroffenen empfundenen Beschwerden können nicht mehr entstehen.
Um diese elektrische Isolierung zu erreichen, werden verschiedene Methoden angewandt. Prinzip ist immer das Erreichen lückenloser lokaler Vernarbungen, welche eine elektrische Erregung nicht weiterleiten und die Herde des Vorhofflimmerns in sich einschliessen. Hierzu stehen unterschiedliche Energiearten zur Verfügung (Kälte, Wärmeerzeugung durch hochfrequente Radio- oder Ultraschallwellen).
Durch die unterschiedliche Gestaltung der Anwendungs-Tools können alle Methoden auch in Zusammenhang mit der Durchführung anderer Eingriffe am Herzen (Bypasschirurgie, Aortenklappenchirurgie) erfolgen.
Am häufigsten ist jedoch die Kombination mit Eingriffen an der Mitralklappe. Hierbei kann die Vorhofablation so wie diese Eingriffe ebenfalls in ausgeführt werden. Seit etwa drei Jahren steht uns die Möglichkeit zur Verfügung, auch in Fällen der alleinigen Erkrankung durch Vorhofflimmern ohne weitere Herzerkrankung die Eingriffe zur Ablation auch isoliert auszuführen. Hierzu wird eine angewendet, welche keine Herz-Lungen-Maschine benötigt und nur einen sehr kurzen Krankenhausaufenthalt (1 - 2 Tage) notwendig macht. Die Ergebnisse sind bei bestimmten Formen des Vorhofflimmerns (chronisch anhaltend) besser als nach kathetergestützter Ablation.
Alle Methoden werden an der in Kombination mit anderen Eingriffen oder auch als isolierter Eingriff angeboten.