Wir wissen, dass Sie jetzt viele sorgenvolle Gedanken belasten. Die Angst verhindert oft ein klares Denken. Über die gesamte Behandlungszeit stehen wir an Ihrer Seite, um mit Ihnen gemeinsam einen Weg aus der Erkrankung zu finden.
In der Frauenklinik wird mehrmals in der Woche eine spezielle Brustsprechstunde (Tel. 0231/953-21488) durchgeführt. Diese Sprechstunde ist erste Anlaufstelle für alle Frauen mit Brustkrebsverdacht oder bereits bestätigtem Brustkrebs. In der Diagnose und Behandlung von Brustkrebs speziell geschulte Ärzte/-innen und Mitarbeiter/-innen sind unmittelbare Ansprechpartner: Sie werden entweder vom Chefarzt der Klinik oder einer der besonders qualifizierten Oberärztinnen untersucht. Notwendige weitere Untersuchungen werden durchgeführt und mit den beteiligten Fachrichtungen koordiniert.
Wenn sich der Brustkrebsverdacht bestätigt, übernimmt ein eigens für Sie verantwortlicher Arzt die weitere Therapie und begleitet Sie während des ganzen Behandlungsverlaufs. Dieser auf die Behandlung von Brustkrebs spezialisierte Facharzt ist Ihr fester Ansprechpartner, auch für alle Fragen und Probleme nach der Erstbehandlung.
Alle Behandlungen erfolgen nach den neuesten nationalen und internationalen Leitlinien, z.B. der S-3-Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft oder der Europäischen Leitlinie (Eusoma). Wir beteiligen uns an vielen nationalen und internationalen Studien und gewährleisten so eine Betreuung nach aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
In der Brustsprechstunde informieren wir die Patientin nach einer ausführlichen Untersuchung über die verschiedenen Möglichkeiten der Diagnosesicherung. Dazu stehen im Brustzentrum Dortmund modernste Verfahren sowohl für die Diagnostik als auch für eine evtl. notwendige Behandlung zur Verfügung.
Die endgültige Diagnose, ob es sich um Brustkrebs handelt, wird heute in der Regel schon vor der eigentlichen Operation gestellt. Dazu wird in örtlicher Betäubung Gewebe entnommen. Wenn die Patientin dies wünscht, kann diese Untersuchung häufig direkt in der Brustsprechstunde vorgenommen werden.
Normalerweise liegt innerhalb von 24 Stunden der Untersuchungsbefund des Pathologen vor. Wenn die Diagnose „Brustkrebs“ lautet, wird die weitere Vorgehensweise in der interdisziplinären Tumorkonferenz beraten, an der neben der Frauenklinik die Radiologische Klinik, das Institut für Pathologie, die Klinik für Strahlentherapie und bedarfsweise weitere Kliniken beteiligt sind. In dieser Runde wird eine Therapieempfehlung ausgesprochen, die dann mit der Patientin und der zuweisenden Frauenärztin/dem Frauen-arzt endgültig vereinbart und festgelegt wird.
Eine Mammografie ist häufig bereits durch einen niedergelassenen Radiologen durchgeführt worden, hier wurde der Krebsverdacht geäußert. In besonderen Situationen kann es erforderlich sein, mammografische Spezialaufnahmen in unserer Radiologischen Klinik durchzuführen, um weitere Informationen über den Tumor zu erhalten. Die Ultraschalluntersuchung ergänzt die Mammografie, manche Tumore sind sonografisch sogar besser abzugrenzen, insbesondere bei jungen Frauen. Eine Kernspintomografie der Brust (MR-Mammografie) ist ein weiteres radiologisches Verfahren zur Klärung von Brusterkrankungen, dieses kommt ohne Röntgenstrahlung aus. Geklärt werden die Ausdehnung eines Tumors und möglicherweise vorhandene Zweitkarzinome in der gleichen oder der Brust der Gegenseite. Die Ergebnisse dieser radiologischen Untersuchungen sind wichtig für die Planung der operativen Therapie.
Unter mammografischer oder kernspintomografischer Kontrolle können kleine Tumore oder verdächtige Verkalkungen, die nicht tastbar sind, in der Radiologischen Klinik durch erfahrene Ärzte markiert werden – die operative Entfernung wird hierdurch erst ermöglicht. Außerdem können Gewebeproben unter Bildkontrolle genommen werden (Stanz- oder Vakuum-Biopsie). Stellt sich eine gutartige Veränderung heraus, kann der Patientin eine Operation erspart werden.
Die Markierung von Lymphknoten im Abflussgebiet des Tumors ermöglicht ein nuklearmedizinisches Verfahren, die sogenannte Sentinel-Node-Szintigrafie („Wächter-Lymphknoten“). Dadurch wird es möglich, schonender zu operieren.
Falls sich der Brustkrebsverdacht bestätigen sollte, werden in der Radiologischen Klinik weitere Untersuchungen durchgeführt. Von besonderem Interesse ist, ob der Tumor bereits Absiedelungen (Metastasen) verursacht hat. Es stehen hochmoderne Computertomografen, ein Kernspintomograf und sämtliche Röntgenuntersuchungen zur Verfügung, ebenso wie die Ultraschalluntersuchung und z.B. die Knochenszintigrafie.
Sollte bei der Patientin eine Strahlentherapie notwendig sein, liefern wir wichtige Daten für die Behandlungsplanung.
Auch nach der Operation und während der weiteren Therapie sind wir für unsere Patientin da und kontrollieren in mehrmonatigen Zeitabständen, ob sie geheilt sind und kein erneutes Tumorwachstum vorliegt.
Die Pathologie steht im Zentrum der Diagnosesicherung. Schon an der mittels Stanzbiopsie entnommenen Probe wird festgestellt, ob das Gewebe gut- oder bösartig ist. Bei Bösartigkeit werden hier Hormonrezeptoren und weitere, für die Behandlung des Tumors wichtige Faktoren, bestimmt.
Der Pathologe liefert auch exakte Angaben über die Größe des Tumors, die Aggressivität des Tumors, er beantwortet die Frage, ob Lymphknoten befallen sind oder nicht. Dem Pathologen kommt damit eine zentrale Bedeutung auch für die weitere Therapieplanung zu.
Spezialuntersuchungen am Tumorgewebe werden routinemäßig in Zusammenarbeit mit dem Institut für Onkologische Chemie der Universität Düsseldorf durchgeführt. Die Wirksamkeit verschiedener Therapien (Chemotherapie, Hormontherapie, Antikörpertherapie) kann so gezielt bestimmt werden. Hier besteht auch die Möglichkeit, Tumorgewebe langfristig einzulagern (Kryokonservierung) und so auch für Zukunftsentwicklungen zu erhalten.