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Das Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom (Prostatakrebs) stellt in der westlichen Welt die häufigste bösartige Tumorerkrankung des Mannes dar. In Deutschland werden pro Jahr etwa 58 000 Patienten neu mit Prostatakrebs diagnostiziert und etwa 15 000 Patienten versterben pro Jahr an einem Prostatakarzinom.

Insbesondere bei jüngeren Männern unter 70 Jahren treten häufig aggressive Formen auf, die eine Behandlung notwendig machen, um Metastasen (Absiedelungen im Körper) oder gar ein Versterben an der Tumorerkrankung zu vermeiden. Von besonderer Bedeutung ist daher die Früherkennung im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung des Mannes, da dieser Krebs rechtzeitig erkannt sehr gut zu behandeln und meist heilbar ist. Nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen kann durch eine rechtzeitige Früherkennung die Sterblichkeit um 20-48% gesenkt werden (1,2).

Die drei Säulen der Prostatauntersuchung - Fingeruntersuchung durch den Enddarm (DRE = digital rectal examination), Ultraschalluntersuchung durch den Enddarm (TRUS = transrectal ultrasound) und Bestimmung des PSA-Wertes (Prostataspezifisches Antigen) im Blut - können den Verdacht auf das Vorliegen eines Karzinoms ergeben. Die Sicherung der Diagnose erfolgt dann durch eine Prostatabiopsie.

Sollte ein Karzinom nachgewiesen werden, kommen unter Umständen weitere Untersuchungen wie Sklettszinitigraphie und Computertomographie - sogenannte Staginguntersuchungen - zum Einsatz, um den örtlichen Ausbreitungsgrad und das mögliche Vorhandensein von Tochtergeschwülsten (Metastasen) weiter einzugrenzen.
Beim lokal begrenzten Karzinom, d.h. wenn der Tumor sich nur innerhalb der Prostata befindet, diese nicht überschritten hat und keine Metastasen nachgewiesen werden konnten, kommen die sogenannten "kurativen Therapieverfahren" in betracht. Das bedeutet, dass eine Behandlung mit dem Ziel der vollständigen Heilung vom Prostatakrebs durchgeführt wird. In bestimmten Fällen kann aber auch eine sogenannte „Active Surveillance Strategie“ („kontrolliertes Zuwarten“, „verzögerte Therapie“) zum Einsatz kommen.

Heilende Therapieverfahren sind die Operation (Entfernung des tumortragenden Organs „radikale Prostatovesikulektomie“ als offene Schnittoperation oder als minimalinvasive Schlüssellochoperation mit oder ohne Roboterunterstützung), die externe Strahlentherapie und die Brachytherapie (bei der die Prostata durch Einbringen kleinster Strahlungspartikel direkt von innen bestrahlt wird).

Da das Prostatakarzinom vor allem im hohen Alter ein eher langsam wachsender Tumor ist, kann unter bestimmten Umständen wie z.B. bei Vorliegen schwerer Begleiterkrankungen oder ein hohes Alter, eine Hormontherapie oder sogar überhaupt keine Therapie das richtige Vorgehen sein.

Bei fortgeschrittenen oder metastasierten Karzinomen wird in der Regel eine medikamentöse Hormontherapie durchgeführt, bei der die Produktion des männlichen Geschlechtshormons (Testosteron) unterdrückt wird. Da die Krebszellen der Prostata das männliche Geschlechtshormon in der Regel für ihr Wachstum benötigen, kann die Tumorerkrankung auf diese Art und Weise für einige Zeit gebremst werden.

Bei Versagen dieser Behandlung kommt noch die Chemotherapie in Frage.

1. Schröder et al.: Screening and prostate-cancer mortality in a randomized European study. N Engl J Med 360 (13): 1320-8, 2009

2. Huggoson et al.: Mortality results from the Göteburg randomised population-based prostate-cancer screening trial. Lancet Oncology 11: 725-732, 2010