17.09.2014 - 11-Jähriger verlängerte per Inbus-Schlüssel sein Bein täglich um 1 Millimeter

Verein Löwenherz finanziert aufwendige Operation für Kind aus Marokko: Auf dem Flur der Kinderklinik im Klinikum Dortmund spielt er bereits wieder Fußball. Sein Schuss ist überraschend kräftig, wenn man bedenkt, dass sein von Geburt an verkürztes Bein gerade erst um 5 cm verlängert wurde. Solayman Zaghtour aus Marokko trägt außen ein Gestell, das direkt in seinen Unterschenkel hineinragt. Es hat sein Bein größer werden lassen – eine Operation, die nur dank der finanziellen


Auf dem Flur der Kinderklinik im Klinikum Dortmund spielt er bereits wieder Fußball. Sein Schuss ist überraschend kräftig, wenn man bedenkt, dass sein von Geburt an verkürztes Bein gerade erst um 5 cm verlängert wurde. Solayman Zaghtour aus Marokko trägt außen ein Gestell, das direkt in seinen Unterschenkel hineinragt. Es hat sein Bein größer werden lassen – eine Operation, die nur dank der finanziellen Unterstützung von Löwenherz e.V. möglich wurde. Rund 8000 Euro hat der Verein dafür aufgebracht. Immerhin muss der 11-Jährige nun nicht mehr rechts auf Zehenspitzen laufen, sondern kann mit einem Spezialschuh der Sanitätsfirma Kraft nun nahezu normal auftreten.

 

Über seinen Onkel, der in Schwerte wohnt, kam Solayman nach Deutschland, nachdem dieser bei einem Besuch in Nord-Marokko vom Leid seines Neffen erfahren hatte. „In einer stürmischen Nacht sah ich, wie der damals 9-jährige Solayman dort im Schnee in Sandalen humpelte. Ich fragte daraufhin seine Mutter, warum das so sei, und sie sagte mir, dass er schon seit seiner Geburt diese Fehlstellung habe und sie sich damit aber arrangiert habe. Das hat mich sehr berührt“, sagt sein Onkel Khader. Er jedoch wollte etwas dagegen tun und flog zurück nach Deutschland. Über Löwenherz e.V. kam der Kontakt zu Prof. Bernd-Dietrich Katthagen, Direktor der Klinik für Orthopädie im Klinikum Dortmund, zu Stande.

 

Die Kinderorthopädin Frau Dr. Katrin Rosery hatte dem 11-Jährigen Mitte Dezember 2013 in einer aufwendigen Operation den Unterschenkel-Knochen durchtrennt und an beiden Knochenhälften mit Schrauben einen Fixateur extern angebracht, der aus dem Bein herausragte. Das Gestell wog rund 1,5 Kilogramm und war von nun an quasi Dreh- und Angelpunkt der Therapie. Eine Woche nach der OP wurde begonnen, per Inbusschlüssel das Gestell täglich 1 Millimeter weiter auseinander zu spannen. Solayman hatte in der Klinik gelernt, wie man dabei mit dem Inbusschlüssel umgeht, und konnte dann zu Hause bei seinem Onkel sowohl die Pflege des Fixateurs als auch die Verlängerung selbständig übernehmen – insgesamt 5 Zentimeter in 50 Tagen.

 

„Einen Knochen so zu verlängern, ist nicht so das Problem. Der Knochen wächst relativ schnell wieder zusammen. Man muss aber vielmehr darauf Acht geben, dass auch alles andere mitwächst: Nerven, Muskeln, Sehnen. Das braucht Zeit“, sagt Dr. Rosery, Oberärztin der orthopädischen Kinderstation. „Fünf Zentimeter sind deshalb auch die Grenze des Machbaren. Zudem bremsen wir gleichzeitig das Wachstum an dem Oberschenkel der Gegenseite, so dass wir nun insgesamt von einem gleichmäßigen Wachstum des Jungen ausgehen können.“

 

Inzwischen wurde der externe Fixateur am Bein entfernt. Jetzt muss Solaymans 5 Zentimeter längerer Unterschenkel-Knochen von ganz allein halten. Deshalb gab es in den vier Wochen unmittelbar nach der Entfernung des Gestells vorsichtshalber noch einen Gehgips.

 

Solaymans Mutter fiebert derweil in Marokko dem Tag der Rückkehr ihres Jungen entgegen. Sie telefonieren jede Woche miteinander. Wenn sie sich dann bald in der Heimat wiedersehen, ist Solayman ein Jahr älter – und ein paar Zentimeter größer.

 

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