05.07.2016 - Glasbruch im Kinderzimmer: Gefäß- und Nerven-Spezialisten retten Arm eines Achtjährigen

Ein lautes Klirren, ein Schrei: Katrin Kunze rennt in das Kinderzimmer ihres jüngsten Sohns Leon und findet ihn zusammengesunken in den Scherben der Fensterscheibe. Sein Körper, blutüberströmt. „Der Schnitt unterhalb der linken Achselhöhle reichte bis auf den Knochen“, sagt Dr. Markus Winkler, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin/Angiologie, der den Jungen wenig später im Klinikum Dortmund operieren wird. Die Mutter reagiert sofort, versucht mit bloßer Hand die Blutung zu stoppen und schreit um Hilfe, bis die Nachbarn herbeieilen.

Glasbruch im Kinderzimmer: Gefäß- und Nerven-Spezialisten retten Arm eines Achtjährigen

Ein lautes Klirren, ein Schrei: Katrin Kunze rennt in das Kinderzimmer ihres jüngsten Sohns Leon und findet ihn zusammengesunken in den Scherben der Fensterscheibe. Sein Körper, blutüberströmt. „Der Schnitt unterhalb der linken Achselhöhle reichte bis auf den Knochen“, sagt Dr. Markus Winkler, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin/Angiologie, der den Jungen wenig später im Klinikum Dortmund operieren wird. Die Mutter reagiert sofort, versucht mit bloßer Hand die Blutung zu stoppen und schreit um Hilfe, bis die Nachbarn herbeieilen.

 

Die Ersthelfer wechseln sich ab, greifen beherzt zu und können die Wunde abdrücken. „Wahrscheinlich ist er auf seinem Bett herumgesprungen, als eine der Latten unter der Matratze brach und er auf der Suche nach Halt in das einfach verglaste Fenster fiel“, vermutet Katrin Kunze rückblickend. Als dem Achtjährigen schwarz vor Augen wird, murmelt er noch: „Tschüss Mama, ich sterbe jetzt“. Katrin Kunze redet ständig auf Leon ein, damit er bei Bewusstsein bleibt. Sie wird diesen Moment nie vergessen.

 

Im schlimmsten Fall hätte Leon seinen Arm verloren

Der Rettungswagen bringt Leon um 18:34 Uhr ins Klinikum Dortmund, Standort Nord. Die Ärzte diagnostizieren eine komplexe Schnittverletzung. Haut, Muskulatur, Blutgefäße und Nervenenden sind durchtrennt. Alle wichtigen „Leitungen“ zum Unterarm und zur Hand sind betroffen. „Unser oberstes Ziel war es zunächst, die Durchblutung wieder herzustellen“, sagt Gefäßspezialist Dr. Winkler, der den Jungen zusammen mit Dr. Paul Oni, Oberarzt der Neurochirurgie, behandelt. Zwar können Arm und Hand für eine gewisse Zeit über die noch intakten Blutgefäße längs der Schulter mit Blut und damit Leben versorgt werden, doch die Zeit drängt. „Im schlimmsten Fall hätte Leon seinen Arm verloren“, sagt Dr. Winkler. Deshalb ist es dem Mediziner auch ein persönliches Anliegen, Eltern vor den Risiken durch Glasbruch in einem Kinderzimmer zu warnen. „Betten, die Kinder allzu gern als Trampolin benutzen, gehören nicht in Fensternähe.“

 

Chance auf Heilung bei Kindern generell höher als bei Erwachsenen

Die Herausforderung während der OP besteht zunächst darin, mit der Lupenbrille die durchtrennten Blutgefäße und Nervenenden in der offenen Wunde zu finden und wieder zusammenzunähen. „Gefäße von jungen Menschen sind recht elastisch und rollen sich einfach zusammen, wenn sie durchtrennt werden. Bei Kindern ist die Chance auf eine mögliche Heilung höher“, sagt Dr. Winkler. „Würden wir uns als Erwachsene und noch dazu als Gefäßchirurgen eine solche Verletzung zuziehen, wären wir wohl berufsunfähig.“

 

Nervenhüllen wurden unter dem Mikroskop mit haarfeinen Fäden vernäht

Nachdem die Blutgefäße verbunden sind, macht sich Dr. Oni an die Nervenbahnen, die im Achselbereich nahezu die Dicke eines Säuglingsfingers erreichen. Einen solchen Nerv müsse man sich vorstellen wie ein Bündel Spagetti, sagt er. Das heißt, dass in so einem Nerv – wie auch in manch einem Kabel – mitunter zig feinere „Kabel“ verlaufen. „Das Vernähen der Nervenhüllen erfolgt unter dem Mikroskop und mithilfe von Fäden, die so dünn wie ein Haar sind“, erklärt Dr. Oni.

 

Bald beginnt für Leon die Krankengymnastik

Inzwischen sind gut zwei Wochen seit dem Eingriff vergangen. Leon muss eine Schlinge tragen, um den Arm ruhig zu halten. Die Wunden verheilen gut, bald kann mit der Krankengymnastik begonnen werden. Doch es wird noch lange dauern, bis er den Arm wieder voll belasten kann. Wie die meisten 8-Jährigen würde sich Leon natürlich jetzt in den Sommerferien lieber im Schwimmbad abkühlen. Doch daraus wird erst einmal nichts. Immerhin: Nach dem Fäden-ziehen neulich im Klinikum gab es für ihn zu Hause in Lünen-Brambauer als Belohnung eine Wasserpistole. Mit dem Daumen kann Leon schon wieder wackeln.

(Der Text entstand unter Mithilfe von Simon Köppen, Hospitant der Unternehmenskommunikation)

 

Patientenkontakt

Dr. Markus Winkler, MHBA
Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin / Angiologie

Klinikum Dortmund gGmbH
Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin / Angiologie
Beurhausstr. 40
44137 Dortmund

Telefon +49 (0)231 953 18277
E-Mail senden

Pressekontakt

Marc Raschke
Leiter der Unternehmenskommunikation

Klinikum Dortmund gGmbH
Beurhausstraße 40
44137 Dortmund

Telefon +49 (0)231 953 21200
Mobil +49 (0)174 16 65 987
Fax +49 (0)231 953 98 21270
marc.raschke(at)klinikumdo(punkt)de

www.klinikumdo.de
www.facebook.com/klinikumdo
twitter.com/klinikumdo

 

Klinikum Dortmund, Unternehmenskommunikation
Marc Raschke (verantwortlich)

Beurhausstraße 40
44137 Dortmund

Telefon +49 (0)231 953 21200
Mobil +49 (0)174 16 65 987
Fax +49 (0)231 953 98 21270
marc.raschke(at)klinikumdo.de

http://www.klinikumdo.de
http://www.facebook.com/klinikumdo
https://twitter.com/klinikumdo

Pressestelle 2017

NewsSlider Gefäßchirurgie / Gefäßmedizin / Angiologie Neurochirurgie