Corona-Viren in der Raumluft – ein Risiko?

30. April 2020

Drei Stunden. Oha. Vor einigen Wochen schlug diese Nachricht wie ein Donnerhall ein. Die Zahl 3 waberte wie abgestandene Luft in einem nicht gelüfteten Raum und wollte nicht weichen. Sie ließ manch einen nahezu panisch werden. So lange nämlich, hieß es in eilig geschriebenen Presseartikeln, würde das SarsCov2-Virus in der Luft schwebend nachweisbar sein. - Na toll, jetzt haben wir ein richtiges Problem, dachten sich viele.
 
Was die Medienberichte damals nicht erzählten: Dieser Wert war auf einer Intensivstation in China ermittelt worden, auf der ausschließlich Covid19-Patienten behandelt wurden und die ohne Luftzug im Raum arbeitete. Man könnte also sagen: kein Wunder, dass dort diese hohe Konzentration gemessen wurde. Jetzt wurde dies in einem vor wenigen Tagen als Preview veröffentlichen Artikel im weltweit renommierten Fachmagazin Nature Research bestätigt.
 
In den Monaten Februar und März 2020 hatten Forscher in zwei Krankenhäusern in Wuhan an 30 Orten Proben genommen und sie auf Viruskonzentration hin untersucht. Das eine Krankenhaus hatte Patienten mit schwereren Verläufen, das andere Patienten mit leichteren.
 
Die Ergebnisse: Die Konzentration von SARS-CoV-2-RNA im Aerosolen (also als feiner Mikro-Dampf in der Luft) wurde neben Isolationsstationen auch auf Toiletten von Patienten nachgewiesen, die kein Fenster hatten und zirka einen qm groß waren. Ob sich dort die Viruslast durch den Atem des Patienten oder seinen Kot ergeben hat, ist nicht dargestellt; u.a. im Kot hatten deutsche Forscher in der „Münchener Studie“ Virusmaterial festgestellt; dies war allerdings nicht mehr infektiös.
 
Waren hingegen Patientenzimmer gut belüftet, konnte man im Prinzip kein Virus-RNA in der Luft nachweisen. Auch in öffentlichen Bereichen der Krankenhäuser galt dies - mit Ausnahme von Orten, wo es zu großen Menschenansammlungen gekommen ist; hier, so die Forscher, könnte ein Infizierter für eine leicht erhöhte Viruskonzentration gesorgt haben. Was die Forscher aber deutlich sagen: Der bloße Nachweis von RNA des Virus ist noch kein Beleg dafür, dass das Material auch infektiös war. Dies müsse in weiteren Studien herausgefunden werden.

 

Marc Raschke
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