Eben kein Impfstoff zweiter Klasse

22. Februar 2021

Sehnsüchtig wurden die Corona-Impfstoffe von uns allen erwartet. In der Hoffnung, dass die Beschränkungen durch die Impfungen nach und nach zurückgefahren werden. Doch dieses Ziel scheint vergessen, unwichtig und nebensächlich. Seit Beginn der Impfungen mit AstraZeneca für 18- bis 64-Jährige lässt die Impfbereitschaft der Deutschen immer weiter nach. Zweifel und Skepsis machen sich breit.

Mittelpunkt der Diskussionen sind dabei vor allem die geringere Wirksamkeit des Impfstoffes, die mit durchschnittlich 70% unter der des Biontech/Pfizer- und Moderna-Impfstoffes liegt, und die sich mehrenden Berichte über seine Nebenwirkungen. Aber auch die Meldung, dass der Impfstoff von AstraZeneca nicht vor leichten und mittelschweren Krankheitsverläufen bei der zuerst in Südafrika entdeckten Variante schützt, bereitet der Bevölkerung Sorge.

Aber ist diese Sorge überhaupt berechtigt? Die Expert*innen sagen entschieden „Nein“. So weist beispielsweise Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci darauf hin (Quelle am Ende des Artikels), dass die Altersbegrenzung des Impfstoffes die Bewertung der Nebenwirkungen verzerrt. Aufgrund des in der Regel besseren Immunsystems von Jüngeren würden die nämlich generell eine stärkere Impfreaktion haben. Darüber hinaus fielen Krankmeldungen viel eher auf, da es sich bei den Geimpften eben um Berufstätige handelt. Und auch die Sorge um die fehlende Wirkung bei den Virus-Mutationen können die Experten nehmen: Virologe Christian Drosten sieht in dem AstraZeneca-Impfstoff keinen Nachteil bei der Variante aus Großbritannien (B.1.1.7) und genau die sei in Deutschland momentan besonders relevant.

In der neuen Folge des NDR Info Podcasts „Coronavirus-Update“ (Link am Ende des Beitrags) spricht sich Drosten deutlich für eine Impfung mit AstraZeneca aus. Laut ihm sollte unser Hauptziel im Moment sein, so schnell wie möglich einen großen Teil der Bevölkerung zu impfen. Ein weiterer Impfstoff sei also ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Corona. Und der von AstraZeneca hat sogar seine Vorteile, die in der hitzigen Diskussion über seine Nachteile irgendwie vergessen werden: Der Impfstoff ist billiger und einfacher zu lagern als seine zugelassenen Konkurrenten und wäre somit der einzige, der auch in die Hausarztpraxen geliefert werden könnte.

 

Coronavirus-Update Podcast

Aussage der Gesundheitssenatorin

 

Rebecca Corrent
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