Einbruch der Patientenzahlen während des Lockdowns

07. September 2020

Es glich fast einer Vollbremsung, was unser Gesundheitssystem da auf Geheiß der Politik im März hingelegt hatte. Und jetzt werden erste Auswirkungen sichtbar. So verzeichneten Hausärzte laut Trendreport des Zentralinstituts für die kassenärztl. Versorgung in der letzten Märzwoche einen Patientenrückgang von 39 Prozent (vgl. zum Vorjahr), schreibt die Ärzte-Zeitung. Bei anderen Facharztgruppen ging es früher & schärfer los: - 64 % bei Augenärzte, - 53 % bei Kinderärzten, zw. - 40 bis 54 % bei anderen internistischen Fachärzten.

Am stärksten gelitten haben Vorsorge- & Früherkennungsmaßnahmen: Mammographie-Screening - 82 % Ende März, Hautkrebs-Screening - 71 %, die Kindergesundheitsuntersuchung J1 - 55 %. Ebenfalls dick ins Minus gerutscht: Herzschrittmacherkontrolle - 47 %, Allgemeinlabor & Ultraschall - 50 %. Die Zahl der Hausbesuche von Ärzten sank um bis zu 33 %, auch die Versorgung von Pflegeheimen wurde zurückgefahren. In der ambulanten Versorgung von Krebspatienten: - 39 % in der letzten Märzwoche. Für die Wochen nach März laufen die Auswertungen im ambulanten Sektor noch.

Einen regelrechten Erdrutsch erlebte die stationäre Versorgung (Kliniken), wie aus dem Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zur Entwicklung der Krankenhausfallzahlen während des Lockdowns im März/April hervorgeht. Selbst in der Zeit höchster Neuinfektionen im März und in der ersten Aprilhälfte (bis zu rd. 5500 Fälle/Tag), so Ärzte-Zeitung, überstieg die Zahl freier Intensivbetten die der intensivbehandelten Corona-Patienten um mehr als das Vierfache. Die Zahl der Krankenhausfälle von AOK-Versicherten brach im April um 41 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ein. Stärkste Rückgänge bei Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (- 65 %), gefolgt von Augenerkrankungen mit 63 %. Beängstigend auch das hier: Herzinfarkt - 31 %, chronische ischämische Herzkrankheit - 50 %, Schlaganfall - 18 % und zerebrale transitorische Ischämie (TIA) mit 37 %. Experten vermuten Infektions-Angst im Krankenhaus als Ursache.

Es bleibt abzuwarten, ob daraus mehr fortgeschritten Erkrankte resultieren. Die kämen dann quasi „on top“.

 

Marc Raschke
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