„Fahrschule“ Corona - wie wir lernen, mit dem Ungewissen umzugehen

01. April 2020

Erinnert Ihr Euch an Eure erste Fahrstunde? Was war man doch aufgeregt. Und wie oft hatte man den Wagen abgewürgt: Kupplung treten, Kupplung treten - Gas leicht gedrückt, Motor aufheulen, Kupplung kommen lassen. Ruckel, Ruckel. Aus. Noch mal wieder Starten. Kupplung kommt, der Wagen fährt auf einmal zu schnell. Bremsen. Und alles von vorne. In der ersten Stunde ruckelte es mehr als das es vorwärts ging. Wir hatten einfach keine Erfahrung, auf was wir uns da eingelassen hatten. Und wie es vorwärts gehen könnte. Kein Handbuch, keine Karte. Was waren wir an Tag 1 verzweifelt - das würde ja nie klappen.


Mit den Stunden kam die Routine. Inzwischen denken wir schon gar nicht mehr drüber nach, wenn wir die Kupplung treten. Einige fahren sogar heute Automatik. - Was ich mit dem Bild sagen will?


Der Umgang mit Corona ist quasi wie Autofahren, ein Training. An einem Tag ein Scheitern, am nächsten Tag Lernerfolg. Ein Ausprobieren. Ein Abwürgen. Ein Bremsen. Ein Fluchen. Ein Angst haben. Ein Vorwärtskommen. Ein Glücksgefühl. - Und dieses Training findet nicht nur in Eurem Leben jetzt statt.


Diejenigen, die für Euch gerade die Karten für Euer Navi erstellen, weil sie in Laboren das Virus erforschen & damit Handlungsanleitungen ausarbeiten, lernen auch die neue Strecke Stück für Stück kennen. Virologen, Epidemiologen. Jeden Tag. Sie sind quasi der Fahrlehrer, der sukzessive mehr über die Strassenverhältnisse erfährt. Er überlegt, wann es an der Zeit ist, auf die Bremse zu treten. Er ahnt, wann es gut ist, die Kupplung kommen zu lassen, ja anzurollen. - Vorwürfe? Unangebracht.


Corona ist ein großes Lernen. Agil. Ständig auf Korrekturmodus, wenn sich die Lage ändert. Aber die Zeit ist auf unserer Seite: Die Zahl der Menschen, die bald Antikörper im Blut haben, steigt Tag für Tag. Weil sie es überstanden haben. Sie haben quasi den „Führerschein“. Und können nun andere „mitnehmen“. Für sie da sein. Im Gegensatz zum Führerschein gibt es nur keine zentrale Stelle, wo die „wieder Gesunden“ registriert werden. Mehr als 8 von 10 Erkrankten werden zu Hause einfach so wieder gesund. - Aber bei der Fahrprüfung würde man sagen: Glückwunsch.

 

Marc Raschke
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