Gibt es schon ein Corona 2.0?

15. September 2020

Viren mutieren & beherrschen die Welt! Gebt zu, das klingt nach einem Hollywood-Grusel-Schocker. Man hat gleich Kino-Bilder im Kopf, nicht wahr? - Genau das machte die News so „lebendig“, als es hieß, dass Sars-CoV-2 mutiert sei & Menschen zum zweiten Mal angesteckt habe. Als wäre da ein neues Virus, quasi ein Corona 2.0. - Reloaded. Jetzt erst recht.


Bleiben wir auf dem Boden: Zum einen treten vereinzelte Fälle von Reinfektion auch bei anderen Viren auf. Diese Tatsache ist per se nicht alarmierend. Eine Reinfektion sagt normalerweise etwas darüber aus, wie das menschliche Immunsystem funktioniert. Also: kein Beweis, dass ein Virus derart verändert ist, dass es gefährlicher wird.


Zum anderen mutieren Viren routinemäßig & die allermeisten dieser Veränderungen sind schlecht für das Virus oder gar tödlich. Denn nicht jede Veränderung ist ein Evolutionsvorteil. Bei einer Mutation können auch Fehler im Bauplan des Virus entstehen, die es töten. Der Evolutions-Virologe Edward Holmes von der Uni Sydney schrieb jetzt in der New York Times, dass laut Studienlage das Coronavirus zirka 5x langsamer mutiert als z.B. das Influenzavirus. Eine gute Nachricht für die Entwicklung eines Impfstoffs, denn so gewinnen wir Zeit.


Aber warum sollte Mutter Natur auch Mutationen stark vorantreiben? Das Virus hat mit uns Menschen doch eh leichtes Spiel: Wir sind vielfach nicht immun. Gut, im Labor konnte gezeigt werden, dass eine spezielle Mutation des Virus tatsächlich infektiöser geworden ist. Aber eben: im Labor. Was sagt das über eine Infektiösität in „freier Wildbahn“ aus? Bei Wind & Wetter? Auf saurem Hautmilieu? In zig verschiedenen Intensitäten? Im Tropfen? Als Nebel? - Nichts. Und doch nahmen viele Gesundheitsbehörden diese Laborerkenntnis als Anlass zur Warnung.


Nur wie kommt es dann zu so unterschiedlichen Ausbrüchen & Sterblichkeitsraten auf der Welt? Das allein sagt mehr über den Zustand des Gesundheitssystems & das diffuse Vorankommen des Virus als über seine Gefährlichkeit aus. So gibt es inzwischen auch nicht wenige Forscher, die glauben, dass Corona beim Menschen ein endemischer Erreger wird, so „alltäglich“ wie Influenza.

 

Marc Raschke
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