Hinter all dem Übel verbirgt sich immer etwas Gutes

22. April 2020

Gedanken und Beobachtungen in einer Zeit, die sich keiner vorstellen konnte

In diesen Zeiten der Informationsflut ist es schwierig, herauszufiltern, was stimmt und was in den Bereich der Mythen und Märchen verbannt werden kann. Einfach jeder hat etwas zu diesem Thema gehört oder gelesen und hat mittlerweile seine eigene Wahrheit gesponnen - oder sollte man sagen spinnen müssen? Wie ein winziges Virus unser aller Leben verändert.


Also versuchen wir einmal, das Ganze anders zu betrachten

  • Anders als sonst gibt es momentan keine Meldungen über "verdächtige Personen" im Krankenhaus. Der übliche Arbeitsalltag, in dem man sich manchmal auch vor Langfingern in Acht nehmen musste, ist einer angenehmen, geordneten Leere gewichen. Die Arbeit kann strukturierter, weil störungsarmer ablaufen und man hat fast das Gefühl, seine Bürotür sicher einen Moment lang offen stehenlassen zu können.
  • Mitarbeiter, dessen gewohnter Arbeitsbereich momentan leerer geworden ist, setzen sich freiwillig für das Wohl ihrer Kollegen an Nähmaschinen, um Mundschutze zu fertigen - und das teils sogar unentgeltlich nach ihrer eigentlichen Arbeitszeit und unabhängig von ihrer eigentlichen Stellung, ganz nach dem Motto "We are one".
  • Die Eintrittsbeschränkungen und "Hamsterkäufe" in den Einkaufsstätten lassen uns bewusster mit unseren eigenen Beständen umgehen. Im medizinischen Bereich wird deutlich, wie begrenzt unsere Ressourcen sind. Warum sind wir eigentlich nicht schon eher darauf gekommen, Desinfektionsmittel selbst herzustellen, ganz im Sinne von "KlinikumDO Bottled"?*
  • Wie ein warmer Schauer fühlen sich Solidaritätsbekundungen und -taten von extern derzeit an.
    Genießen wir das, bevor sich die öffentliche Meinung vielleicht irgendwann wieder wendet.
    Wie der Berufsstand des Lehrers erfahren auch Ärzte und allgemein wir als Klinikum derzeit höheres Ansehen, fast so, wie es damals zu "Ommas Zeiten" üblich war. Gut so - weitermachen!

Man denkt viel nach in dieser Zeit. Fakt ist: Das Leben, wie wir es kennen und wie es mal war, wird eventuell nachhaltig beeinflusst und verändert. Vielleicht wird künftig niemand mehr wieder völlig gedankenlos den sicheren Abstand von zwei Metern zu seinen Mitmenschen überschreiten, selbst, wenn die Pandemie als beendet erklärt werden sollte. Unser aller Gewohnheiten werden schon jetzt auf einen Schlag durch ein winziges Virus verändert. Gehen wir Achtsam in die neue Zeit.. 

*bezogen auf eine Desinfektionsmittel-Kampagne, die das Klinikum Dortmund 2019 veröffentlicht hat.

 

Sonja Abram
Medizinischer Schreibdienst
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44137 Dortmund

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