Quarantäne, Isolation, Vereinsamung – Depressionen während der Krise

20. Mai 2020

Laut der WHO haben mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland Depressionen. Für viele Betroffene ist momentan eine besonders schwierige Zeit, weil Therapieangebote wegbrechen und soziale Kontakte eingeschränkt sind. Isolation und Quarantäne, so wichtig und notwendig sie sind, bedeuten in einigen Fällen auch Vereinsamung und bei anderen die fehlende Möglichkeit, Anzeichen einer psychischen Verschlechterung bei ihren Mitmenschen zu erkennen.

Zwar hat die Regierung nun zahlreiche Lockerungen der Maßnahmen erlassen, aber eine zweite Corona-Welle ist nicht unwahrscheinlich. Auch im Bereich der psychischen Krankheiten muss also ein Umdenken stattfinden: Wie können Betroffene weiterhin erreicht werden? Wo können sie trotz Einschränkungen weiterhin Hilfe suchen und finden? Der digitale Wandel kehrt unter Corona auch hier viel schneller ein. Viele Ärzte – auch Psychotherapeuten – bieten nun z.B. telefonische Beratungen an. Sitzungen finden komplett via Videochats statt. Wir sehen momentan überall: die Krise zwingt uns nicht nur zu einem Umdenken, sondern auch zu einem vielfach schnelleren Umsetzen neuer Ideen.

Besuchsbeschränkungen und Veranstaltungsabsagen haben auch das Klinikum Dortmund vor neue Herausforderungen gestellt – schließlich befinden sich auch während eines Lockdowns weiterhin stationäre Patienten in unserem Haus, denen der eingeschränkte Kontakt zur Außenwelt zu schaffen macht. Um die Situation so angenehm wie möglich zu gestalten bieten wir bereits

  1. iPhones, die Patienten kostenlos für Video-Telefonie nutzen können, um so ihre Angehörigen zu sehen.
  2. unter Mithilfe unseres Pflegepersonals den sicheren, regelmäßigen Austausch persönlicher Gegenstände wie Bücher, Briefe, etc.
  3. weiterhin die Möglichkeit, unser klinikinternes Seelsorge-Team zu kontaktieren.
  4. in (gut begründeten) Einzelfällen (z.B. auf der Palliativstation) natürlich Ausnahmen innerhalb des Besuchsverbotes.

Die Pandemie bedeutet für viele eine Zeit der Unsicherheit – und das nicht nur beruflich. Der Erreger ist für uns noch immer Neuland. Demnach dauert es noch eine Weile, bis Experten ihn vollends erforscht haben. Entsprechend weit ist das Feld für Vermutungen, Meinungen und Verschwörungstheorien. Die sozialen Kanäle sind voll davon und vielfach höher ist die Anzahl derer, die stumm mitlesen und sich mit ihren Sorgen allein gelassen fühlen. Umso wichtiger sind momentan Hilfsangebote geworden. Wichtige Hotlines und Anlaufstellen finden Sie hier: Hilfsangebote

 

Lisa Müller
Stellv. Leitung der Unternehmenskommunikation
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