Selbstgemachter Mundschutz - Pro/Contra

16. April 2020

Wer angeschnallt ist, fährt riskanter. - Stimmt das? Und wer beim Ski oder Snowboarden einen Helm trägt, saust unvorsichtiger um die Kurven. - Kann man das sagen? Nein. Aber ist dann jemand mit Mundschutz automatisch unvorsichtiger? In den letzten Tagen las ich eine Meta-Studie über die Wirkung von Mundschutz. Solche Analysen sind wertvoll, weil sie einen Querschnitt durch viele thematisch passende Studien der letzten Jahre bilden. Sie sieben, prüfen, wägen ab, fassen zusammen.


Sagen wir es so: Wenn wir doch nur OP-Mundschutz hätten, den wir nicht ausreichend haben, könnten wir ein Virus, das wir noch nicht wirklich kennen, vielleicht in Nahkontakt mit Menschen weniger verteilen, was aber eher eine Annahme ist & mit vielen anderen Hygiene-Maßnahmen (Abstand halten, Hände waschen usw.) gemeinsam passieren muss.


Es gibt nicht wirklich belastbare Studien zur Verwendung von DIY-Mundschutz aus T-Shirt-Stoff & Co. bei SARS-CoV-2. Wir nehmen an, dass sich das Virus ähnlich wie seine Artgenossen aus der Corona-Familie verhält. Diese Annahme erlaubt Rückschlüsse.


Natürlich hat man in den zurückliegenden Jahren einige Materialien überprüft. Dabei ging es v.a. um die Frage, wie durchlässig Stoffe unter Laborbedingungen sind. Je nach Versuchsanordnung & Materialien schwankte diese Filtrationsleistung von Textilien zwischen 3 und 86 %. Eine Studie der Cambridge University (2013; „Testing the Efficacy of Homemade Masks“) etwa kam für Influenzaviren zu dem Schluss, dass chirurgischer MundNasenSchutz, also der klass. OP-Mundschutz, die Übertragung 3x wirksamer blockiere als selbstgemachte Masken.


DIY-Maske also besser als kein Schutz!? Naja, der Stoff ist das eine. Was, wenn sie nicht richtig anliegt, wenn nur wenige sie tragen, wenn ständig an ihr herumgefummelt wird usw. So viel steht fest: Wenn den Schutz nur Kranke/Risikopatienten tragen sollen, gleicht das einem Stigma, was das Tragen fraglich macht. Ächtung, nicht ausgeschlossen, z.B. in Schule oder Gefängnis. Und: Wenn wir den Mundschutz sehen bzw. selbst tragen, erinnert er uns doch immerhin täglich daran: Es ist nicht vorbei. - Und dafür würde er sich lohnen, wenn ausreichend vorhanden.

 

Marc Raschke
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