Unsere Waffe im Dunkel der Pandemie

19. November 2020

Am liebsten würden wir ja zu jeder Zeit wissen wollen, wo sich das Virus befindet. Optimal wäre es, man würde ihm einen Peilsender umschnallen, wie früher in Agentenfilmen diese Sender, die man per Magnet unter einem Auto befestigte. Wir haben leider keine Peilsender. Wir haben bloß Tests. Um mit ihnen Licht ins Dunkel zu bekommen, testen wir, was das Zeug hält. Dabei kommt mir das so vor, als würden wir in einem dunklen Keller gern das Licht einschalten wollen - nur gibt es kein Licht für den ganzen Raum, wohl aber eine kleine Taschenlampe. Und die leuchtet mal hier hin, mal da hin. Und da, wo der Lichtkegel hinfällt, ist eben nur für Sekunden eine „Erleuchtung“.

Tests sind nur Momentaufnahmen. Wenn die „Taschenlampe“ von einer Stelle wegschwenkt, kann sich dort im Schutze der Dunkelheit bereits wieder ein Virus hinschleichen. Wir müssten also wieder hinleuchten, wieder einen neuen Test machen. Ständig. Millionenfach, um ein einigermaßen solides Bild von der aktuellen Infektionslage zu bekommen. Eine Herkules-Aufgabe, eine Sisyphusarbeit. Getragen wird sie von einer emsigen Heerschar an Laborkräften in diesem Land, ausgehalten von tausenden Mitarbeiter*innen in Praxen oder Gesundheitsämtern, die sich am Telefon von Mitbürger*innen anschreien lassen müssen, warum denn Test x oder y noch nicht fertig sei.

Dabei verkennen die Anrufer, dass am anderen Ende der Leitung die Menschen in den Laboren, Praxen und Ämtern zunehmend erschöpft sind. Erschöpft, weil natürlich auch dort Kolleg*innen wegen Corona oder Quarantäne ausfallen und sie die Arbeit übernehmen müssen. Erschöpft, weil auch sie durch Lockdown & Co. mürbe werden. Und erschöpft, weil kaum Urlaub in 2020 gemacht werden konnte und ein langer Winter bevorsteht. - Applaus für all diese Menschen an der Front!

Erwarten wir also von niemandem, dass er uns mal eben Licht zaubern kann. Wir haben alle nur eine Taschenlampe. Das ist unsere Waffe im Dunkel der Pandemie. Das und Geduld.

 

Marc Raschke
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