Unter Corona sind wir alle Schüler

23. Juni 2020

Dicht gedrängte Menschenmassen, bunte Einkaufstaschen und gut gefüllte Cafés: Wenn man derzeit in der Dortmunder Innenstadt spaziert, ereilt einen eventuell das Gefühl, dass die Pandemie nie existiert hat. Okay, da wäre noch die Sache mit den Masken. Und manchmal muss man vor den Geschäften Schlange stehen. Auch der Urlaub findet diesmal nicht in der Türkei statt – aber dann halt Sylt. Von Corona lasse man sich den Sommer nicht vermiesen, tönt es an jeder zweiten Straßenecke. Die Krankheit habe jetzt schon genug Zeit in Anspruch genommen. Und wir, wir haben eindeutig noch immer nicht unsere Hausaufgaben gemacht.

Gleich sechs Schulen wurden in den letzten Tagen aufgrund von nachgewiesenen Corona-Infektionen geschlossen. Wie kann das sein? Schließlich wurden doch in den letzten Wochen verschiedene Sicherheitskonzepte ausgeklügelt, die genau das verhindern sollten. In einer Grundschule in Eving z.B. hat ein einzelner positiv getesteter Schüler ausgereicht, damit die Schultore schon vor den Sommerferien geschlossen bleiben. War es nicht der Plan gewesen, die Klassen genau deshalb als Einheit zu unterrichten und nicht zu vermischen – damit ein mögliches Infektionsgeschehen eingegrenzt werden kann? Prof. Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Dortmund, wunderte sich ebenfalls via Twitter: „Wenn wir nach den Sommerferien bei einer einzigen Infektion bei einem Schulkind direkt die ganze Schule schließen, werden wir niemals eine sinnvolle Schullösung erreichen!“ Schulen müssten wie geplant die Klassen klar trennen, so Prof. Schneider weiter, damit man bei auftretenden Infektionen Klassen und nicht Schulen zuhause lasse.

Aber nicht nur Schulen müssen sich an effektive Konzepte halten. Ob wir nun Masken tragen oder nicht, ob wir Infizierte im direkten Bekanntenkreis haben oder nicht: Corona existiert eben immer noch. Um einen weiteren Lockdown zu verhindern, müssen wir uns in Geduld üben und die Corona-Knigge (Mindestabstand, Hände so oft wie möglich waschen, in die Ellenbeuge niesen) immer wieder verinnerlichen – obwohl wieder geöffnete Shopping-Malls und hochsommerliche Temperaturen nach Wochen der Einschränkung willkommene Zerstreuung bieten. Shoppen und Bekannte wiedersehen? Ja – aber mit Vorkehrungen. Wir müssen eben immer daran denken: Wenn wir den Marathon nun kurzerhand doch zum Sprint erklären, wird demnächst nicht nur eine ganze Schule, sondern auch ganz Dortmund wieder zuhause bleiben müssen.

 

Lisa Müller
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