Von Virologen & Wir-ologie

20. April 2020

Wir können es nur falsch machen, bevor es richtig wird. Oder wir haben schlicht verdammt Glück. - Beides geht in der Wissenschaft. Oft ist aber „Versuch und Irrtum“ eine gängige Strategie. Im Alltag mit Sarscov2 sowieso. Wir alle sind nicht erprobt im Umgang mit diesem nahezu unsichtbaren Wicht, der im Lichtkegel der Medien „seziert“ & diskutiert wird. Und zwar von beinahe jedermann, als wäre Virologie wie eine Fußball-WM, bei der es stets 82 Mio. Bundestrainer in Deutschland gibt. - Ein seltsam neues Wir-Gefühl. Wir-ologie.


Der Weg durch die Corona-Krise wird wie der durch einen dunklen, unbekannten Keller sein. Nur dass Pfeifen gegen Angst wenig hilft. Es gibt zwar Menschen, die uns sagen, dass sie ungefähr wissen, wie viele Räume er haben könnte - aus Erfahrung mit anderen Kellern. Aber durch müssen wir selbst. Da nutzen im Übrigen dann auch keine Experten, die sich mit Gartenhäuschen, Garagenbau oder ähnlichem auskennen; wir brauchen schon die Keller-Fachleute. Ansonsten wird es wirr. - Wirr-ologie.


Die Wissenschaft arbeitet auf ihre ureigenste Weise daran, Licht ins Dunkle zu bringen. Erwarten wir keine Wunderlampen. Und krakelen wir nicht jeden Halbsatz eines Wissenschaftlers heraus, als handele es sich um eine Weissagung des Orakels von Delfi. Drosten, Streeck & Co. sind Virologen, keine Heiligen & auch keine Politiker.


Corona wird unser Leben verändern. Geschäftskonzepte müssen angepasst werden. Fitnessstudios, Kinos, Restaurants - bei ihnen kommen Menschen in engen Räumen zusammen. Und so sehr viele einen Mundschutz nun als Wildcard in die Freiheit (miss)verstehen, so sehr werden sie ihn noch verfluchen - wenn sie telefonieren wollen & bei jedem Atemzug der Stoff/das Papier an den Lippen klebt. Wenn Emotionen nur noch über Augen möglich sind. Oder wenn sie merken, dass man im Hochsommer für jedes Stück Textil dankbar ist, das man nicht tragen muss.


Corona ist ein großer Feldversuch in „agilem Management“: auf Sicht fahren, in kurzen Etappen sein Tun reflektieren, bei Bedarf nachsteuern. Fehler nicht verurteilen. Nur jetzt muss es dann losgehen, wenn die Eindämmungs-Maßnahmen gelockert werden. - Wie wird Dein erster Schritt sein?

 

Marc Raschke
Leiter der Unternehmenskommunikation
Beurhausstraße 40
44137 Dortmund

Telefon +49 (0)231 953 21200
Mobil +49 (0)174 16 65 987
Fax +49 (0)231 953 98 20919
marc.raschke(at)klinikumdo.de

https://www.klinikumdo.de
http://www.facebook.com/klinikumdo
https://twitter.com/klinikumdo