Warum eine Sucht in der Krise oft unsichtbar ist

28. Mai 2020

Mit Freunden in eine Bar gehen, im Biergarten auf das Wochenende anstoßen oder die Happy Hour ausnutzen: Vieles war in Zeiten des Lockdowns nicht möglich. Restaurants hatten geschlossen, Kneipen ebenso. Was hat man stattdessen gemacht? Viele passten ihre Gewohnheiten an und blieben zuhause. Lebensmittel – insbesondere auch Alkohol – wurden im Supermarkt gekauft und zuhause verzehrt. Statt Weggehen mit Freunden gab es ein „Prost“ per Skype. Doch nicht alle hatten in der Zeit (virtuellen) Kontakt zu Familien und Freunden. Manche waren alleine. Für viele kein Problem, für Suchterkrankte oft schon.

In Zeiten von Corona ist die Sucht für Außenstehende weniger sichtbar. Noch weniger als sonst. Viele waren oder sind wegen Home-Office zuhause, manche müssen in Kurzarbeit treten, der Besuch bleibt aus oder kommt nur selten. Einsamkeit, Existenzängste, soziale Isolation, Unsicherheit. All das kann für Suchterkrankte eine Gefahr sein. So wurde laut der Gesellschaft für Konsumforschung von Ende Februar bis Ende März ein Drittel mehr Alkohol wie Wein oder klare Spirituosen gekauft. Zudem berichten verschiedene Suchtberater von vermehrten Anrufen seit dem Ausbruch der Pandemie.

Aber auch andere Suchterkrankungen wurden von Corona beeinflusst – wenn auch manchmal über ein paar Ecken. So waren die Grenzen zum Ausland eine Zeit lang zu, manche sind es noch immer. Das hatte u.a. für einen Markt besondere Einbußen: dem Drogengeschäft. Lieferwege waren abgeschnitten, der Schwarzmarkt konnte auf weniger Ware zurückgreifen. Die Folge: Preise schossen in die Höhe. Abhängige mussten mehr Geld ausgeben, was aber vielleicht nicht immer vorhanden war und dann möglicherweise anderweitig beschafft werden musste.

Bei all den Entwicklungen ist es umso wichtiger, für genau diese Menschen da zu sein. Für die Menschen, die an einer Sucht erkrankt sind. Und auch für diejenigen, die anfällig dafür scheinen. Neben Freunden und Familien können auch externe Anlaufstellen den Betroffenen Hilfe bieten. Treffen von Selbsthilfegruppen sind vielerorts ausgefallen. Oft eigentlich eine der ersten Anlaufstellen für Suchterkrankte. Trotzdem bieten weiterhin viele andere Stellen ihre Unterstützung an. So auch z.B. die Landesstelle Sucht vom Land NRW. Hier können sich nicht nur die Betroffenen selbst melden, sondern auch die Angehörigen. Denn auch sie können dazu beitragen, dass den Erkrankten geholfen wird und die Sucht nicht unsichtbar bleibt.

Landesstelle Sucht NRW

Telefon: 0221- 8097794

 

Annika Haarhaus
Unternehmenskommunikation
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