Wie lüften in Zeiten von Corona?

18. August 2020

Reicht Stoßlüften? Oder muss das Fenster die ganze Zeit über geöffnet bleiben? Und wie soll das dann im Winter funktionieren? - Ich las kürzlich ein RND-Interview mit Martin Kriegel, Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts an der Technischen Universität Berlin. Er hat viel Wissenswertes zusammengetragen; hier eine Essenz:

  • Wie bei Rauchern in einem Raum zu beobachten: Qualm schwebt nach wenigen Minuten überall. Virenbeladene Aerosole sind sogar noch feiner als Rauchpartikel.
  • Der Mensch erzeugt durch bloße Abwärme seines Körpers eine Luftbewegung. Die Wärme strömt nach oben & breitet sich dort aus, bevor sie sich verteilt. Lüftungsanlage transportieren nicht so viel Luft, wie wir als Menschen durch unsere Heizwirkung bewegen.
  • Eine Fensterlüftung ist per se nicht verlässlich. Wichtige Fragen: 1. Wie stark weht der Wind draußen? Wie groß ist die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen? Pi mal Daumen kann man sagen: Je größer, desto mehr Luftaustausch.
  • Nur, weil Luft nach dem Lüften innen kalt ist, heißt das noch nicht, dass sie spürbar ausgetauscht wurde.
  • Masken können Tröpfchen aufgehalten, aber Aerosole gehen zu 90 Prozent an den Maskenrändern vorbei. Immerhin: Mein Gegenüber bekommt nicht die volle Konzentration ab. Also: Maske, wenn kein Abstand.
  • Wichtige Einflussgrößen: 1. Wie viel stößt ein Mensch an Aerosolen aus? 2. Raumgröße (Flughafenhalle vs. Kneipenraum ist halt was anderes) 3. Frischluftmenge, 4. Aufenthaltsdauer. Je länger ein Infektiöser/eine Infektiöse in einem Raum sitzt (und je kleiner dieser Raum ist), desto mehr Aerosole liegt in der Luft, die die gesunden Personen einatmen.

Was rät der Experte? Eine CO₂-Ampel. Sie machen seiner Meinung nach Sinn bei mit Fenstern belüfteten Räumen, um die Luftqualität festzustellen. Denn CO₂ ist ein Indikator, wie viel Frischluft in den Raum hineinkommt. Grün = ordentliche Frischluftzufuhr. Gelb meint, jetzt sollte mehr gelüftet werden. Rot = hygienisch bedenkliche CO₂-Konzentration. - Viren kann man leider nicht messen. Mithilfe von CO₂-Ampeln könne man, so der Experte, aber ein effektives Lüftungsverhalten erlernen.

 

Marc Raschke
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