Zwischen Panik und Leichtsinn: Warum sich das Corona-Virus nicht für Zahlen interessiert

05. Mai 2020

Eine Geburtstagsfeier in Zeiten von Corona? Wen kann ich einladen oder feiere ich alleine? Und was ist mit einer Hochzeit? Wie viele Gäste sind da in Ordnung? Durch die Kontaktbeschränkungen sind Feierlichkeiten im Moment weitestgehend ausgesetzt. Geburtstage werden über Skype gefeiert, Geschenke per Post verschickt, Kontakte von vielen gemieden.

Doch es wird gleichzeitig auch Kritik laut: Kann man nicht doch irgendwie gemeinsam anstoßen? Ein paar Freunde einladen? Ein oder zwei mehr machen doch bestimmt keinen Unterschied. Kann so sein, muss aber nicht. Hat einer der Personen nämlich vorher unbemerkt Kontakt zu einem Infizierten gehabt, können die Viren gleich weitergegeben werden. Und dann nicht nur an die eine Person im Haushalt, sondern an alle, die auf den Geburtstag anstoßen. Und die wiederum tragen es in ihre Familien. Nicht selten treffen sie da auf Risikopatienten, die das Virus nicht so gut verkraften wie sie selbst. Ein oder zwei Personen ändern manchmal nichts, dann aber plötzlich doch. Hier muss am Einzelfall entschieden werden.

Manche wählen eine andere Strategie: Verschieben. Der runde Geburtstag, die Einweihung, die Taufe oder die Hochzeit: alles verschoben auf Ende des Sommers. Dann wird das alles ja wieder möglich sein. Oder? Vieles ist noch ungewiss, die meisten Prognosen zum Verlauf ungenau. Kommt eine zweite Infektionswelle und wenn ja, wann? Die Forschung kann das auch nicht genau vorhersagen. Denn es muss weiter geschaut werden, wie sich die Maßnahmen auf die Zahl der Neuinfektionen auswirken. Was lösen die momentanen Lockerungen aus? Flacht die Kurve weiter ab oder steigt sie doch wieder an? Muss die Regierung wieder vermehrt Einschränkungen beschließen?

Auch wenn für viele die Zeit mit dem Corona-Virus schon lang erscheint, wird es uns noch weiterhin beschäftigen – auch über das Ende des Sommers hinaus. Denn das Virus interessiert sich nicht für Daten. Was kann man also tun? Manche Menschen reagieren im Moment mit Leichtsinn, manche mit Panik. Vielleicht wäre stattdessen aber eher der Mittelweg gut: der gesunde Menschenverstand.

 

Annika Haarhaus
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