Expertentipps aus dem Hygieneinstitut

Dr. Frank Hünger, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene und klinische Mikrobiologie

Vor allem in den Wintermonaten führen Erreger wie Influenza- oder Noroviren regelmäßig vermehrt zu Infektionen, was immer eine große Herausforderung für das Gesundheitswesen darstellt. Das neuartige SARS-Coronavirus-2 (der Erreger von COVID-19) stellt in dem Sinne nicht viel Neues für unsere Arbeit dar, wir müssen uns aber nun auf eine stark ansteigende Fallzahl einstellen. Neben der Behandlung der aktuellen COVID-19-Fälle muss natürlich die Versorgung aller anderen Patienten gewährleistet bleiben. Wir bitten Sie daher, folgende Punkte zu beachten:


Vermeiden Sie unnötige Krankenhausbesuche

Es besteht immer das Risiko, dass Infektionserreger von außen ins Krankenhaus getragen werden. Um Mitarbeiter, Patienten und Besucher dauerhaft schützen zu können, müssen hygienische Schutzartikel vernünftig und effizient eingesetzt werden – denn ein erkrankter Mitarbeiter kann keine Patienten versorgen. Das bedeutet:

  • Kommen Sie nur in die Notaufnahmen, wenn Sie wirklich schwer erkrankt sind. Auch dann gilt: Bitte vorher anrufen – je nach Schwere die Hotline des Gesundheitsamtes (0231 50 13150) oder in sehr schwerwiegenden Fällen den Rettungsdienst (112).
  • Verzichten Sie derzeit möglichst auf Patientenbesuche und schützen Sie damit sich und andere.
  • Die Zahl von Besuchern im Krankenhaus muss eingeschränkt werden. Nur einzelne, enge Angehörige sind aktuell erwünscht.


Ärzte und Pflegepersonal müssen in Ruhe arbeiten können

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Notaufnahme sind stets stark eingespannt. Höherer Fallzahlen sind zu erwarten und die Belastung wird weiter steigen. Daher bitten wir Sie

  • auf telefonische Anfragen zum neuen Coronavirus bzw. COVID-19 zu verzichten. Hierfür ist das Gesundheitsamt zuständig, das seit dem 2. März 2020 eine Hotline geschaltet hat: 0231 50 13150.
  • sich bei auftretenden Symptomen (hohes Fieber, Husten, eventuell Kurzatmigkeit) telefonisch an Ihren Hausarzt oder an das Gesundheitsamt (0231 50 13150) zu wenden.


Helfen Sie uns bei der Vorbereitung

  • Auch abgesehen von einer steigenden Zahl von COVID-19 erhalten wir in der Grippesaison traditionell weniger Blutspenden. In unserer Blutspende, die auch umliegende Krankenhäuser versorgt, können Sie als gesunder Spender Dortmunder Patienten auf direktem Wege helfen. Öffnungszeiten und weitere Informationen finden Sie auf www.blutspendedo.de.
  • Helfen Sie uns dabei, Ressourcen zu sparen, indem Sie auf unnötige Krankenhausbesuche verzichten. Desinfektionsmittel und Schutzmasken brauchen wir dringend bei Operationen.


Halten Sie sich und andere gesund

Das neuartige Coronavirus wird durch Tröpfchen und über Hände oder Gegenstände übertragen – über direkten und indirekten Kontakt, indem das Virus auf die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen gelangt.

  • Niesen und Husten Sie nur in Ihre Ellenbeuge, in Einmal-Taschentücher oder auf den Fußboden
  • Halten Sie Abstand zu Ihren Mitmenschen (etwa zwei Meter)
  • Fassen Sie sich möglichst nicht mit den Händen an Mund, Nase oder Augen, bevor sie gewaschen oder desinfiziert wurden
  • Waschen und desinfizieren Sie Ihre Hände so oft wie möglich
  • Verzichten Sie zur Begrüßung auf das Schütteln der Hände sowie Umarmungen
  • Nutzen Sie die frische Luft: Lüften Sie regelmäßig und halten Sie sich im Freien auf. Wichtig: Das Tragen von Schutzmasken im Freien ist nicht notwendig.


Wir hoffen auf Ihre Unterstützung, um in dieser besonderen Situation die medizinische Versorgung von Ihnen, Ihren Angehörigen und Mitmenschen auch weiterhin optimal gewährleisten zu können.