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Werden Sie operiert ?

Bei ausgedehnten Operationen erhält das Pathologische Institut auch größere Untersuchungsproben wie Gewebe- und Organ-Teilstücke, ein Organ als Ganzes (z.B. Niere, Lunge ) oder ein Amputat/Resektat (z.B. Brust, Darm, Gliedmaße u.a.). Es wird oftmals schon während der Operation ermittelt, welche Gewebe- und Zellveränderungen in dem von Ihnen stammenden Untersuchungsgut zu finden sind. Daneben wird festgestellt, ob das umgebende Gewebe gesund und ob der die Operation auslösende Prozess (z.B. der Tumor) komplett herausoperiert worden ist.

Diese wichtigen Informationen empfängt Ihre betreuende Ärztin oder Ihr betreuender Arzt dann noch während der Operation, d.h. während Sie noch in der Narkose auf dem OP-Tisch liegen (sog. Schnellschnitte, binnen Minuten angefertigt und ausgewertet). Wir Pathologen stehen quasi unsichtbar mit im Team der Operateure. Der von uns erhobene Befund entscheidet über das weitere Vorgehen: der chirurgische Eingriff wird beendet oder erweitert.

Prinzipiell nicht anders ist es vor und bei der Strahlen- oder Chemotherapie eines Tumor-Patienten: erst wenn der Pathologe den speziellen Tumortyp, seine Bösartigkeit (Malignität) und seinen Malignitätsgrad bestimmt hat, wird mit der Therapie begonnen. Dabei werden die Auswahl und die Intensität der Therapie auf das pathologisch- anatomische Untersuchungsergebnis ausgerichtet.

Die Diagnose Krebs (Carcinom, Sarkom) ist erst verbindlich, wenn sie der Pathologe gestellt oder bestätigt hat. Anders ausgedrückt:
Jede definitive Krebsdiagnose wurde von einem Pathologen gestellt.

Daraus wird deutlich, dass und wie wir Pathologen bei der Patienten-Betreuung zu einem direkten Partner der behandelnden Ärztinnen oder Ärzte werden. Für Sie allerdings unsichtbar; wir bleiben im Hintergrund. Die von Ihnen stammende Untersuchungsprobe geht zudem, wie man in der Klinik sagt, „ins Labor“ oder „zur Histologie“ und nicht in die Pathologie, der eigentlichen und richtigen Benennung unseres Instituts und Aufgabenbereiches.