Neuer Direktor der Anästhesie übernimmt ab 1. April größte Abteilung ...

Die Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin ist seit dem 1. April 2018 unter neuer...

Standorte

Klinikzentrum Mitte (Beurhausstraße 40)
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Klinikzentrum Nord (Münsterstraße 240)
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Informationen für Patienten & deren Angehörige

Viele Patienten haben vor der Narkose mehr Angst als vor der Operation. Die Ursache dafür liegt meist darin, dass sie sich in der Narkose hilflos und anderen Menschen ausgeliefert fühlen, also einen Kontrollverlust haben.

Informationen für Patienten und Ärzte

Es ist wichtig, vor jeder Art von Narkose oder Regionalanästhesie bestimmte Regeln einzuhalten, um die Gefahr von Komplikationen möglichst gering zu halten.

  • Setzen Sie bitte die Medikamente, die Sie ständig einnehmen, nur nach Rücksprache mit dem Anästhesisten ab.
  • Rauchen Sie bitte nicht am Tag der Operation.
  • Essen Sie nichts innerhalb von 6 Stunden vor der Narkose
  • Trinken dürfen sie klares Wasser bis 2 Stunden vor der Narkose, aber in Massen!
  • Bitte nach Möglichkeit keinen Nagellack, keinen Schmuck, vor allen Dingen kein Piercing tragen.
  • Diabetiker sprechen bitte das Vorgehen für die individuelle Einstellung des Blutzuckers vor der Operation genau mit dem Anästhesisten ab!

Vor einer Operation bekommen die Patienten etwa 1 – 2 Stunden vorher auf der Normalstation oder im Vorbereitungsbereich (ambulante Patienten) ein Beruhigungsmittel, das ihnen die Ängste nimmt oder reduziert. Es ist völlig normal, in einer solchen Situation Angst zu empfinden. Durch die Prämedikationstablette werden die Patienten zwar beruhigt, sie schlafen aber nicht komplett ein oder sind gar schon narkotisiert. Später können sich nicht alle Patienten an diese Phase erinnern, aber das heisst nicht, dass sie nicht wach waren und sich unter Kontrolle hatten, als sie in den OP gebracht wurden.

Die Patienten werden dann zum OP-Bereich gebracht. Dort gelangen sie durch eine Schleuse in den eigentlichen Operationstrakt. Die Narkose wird normalerweise im Vorraum des Operationssaales eingeleitet. Wenn eine Regionalanästhesie durchgeführt wird, müssen die Patienten (mit Ausnahme von Kleinkindern) in dieser Phase wach und kooperativ sein.

In allen Fällen wird zunächst das EKG und eine Blutdruckmanschette appli-ziert sowie ein sogenannter intravenöser Zugang gelegt. Dazu wird eine Vene punktiert und ein kurzer Plastikschlauch eingeführt. Darüber wird dann nicht nur Flüssigkeit infundiert, z.B. um den Kreislauf stabil zu halten, sondern auch die Medikamente werden darüber gegeben.

Die Einleitung der Narkose erfolgt typischerweise durch Gabe von Medikamenten in die Vene. Es wird eine Kombination eines Schmerzmittels, eines starken Schlafmittels und eines muskelentspannenden Medikamentes gegeben. Dazu kommen eventuell noch Medikamente, um den Kreislauf zu stabilisieren oder spezielle Medikamente, die auf Grund von Vorerkrankungen des Patienten erforderlich sind.

Die Dosierung der Medikamente erfolgt nach Wirkung, d.h. es ist bekannt, wie Patienten eines bestimmten Alters, Geschlechtes und eines bestimmten Körpergewichtes typischerweise reagieren. Die individuelle Reaktion kann jedoch davon abweichen, so dass die Dosis angepasst werden muss. Hier ist die Erfahrung des Anästhesisten entscheidend dafür, dass die richtige Dosis gewählt wird.

Während die Medikamente gespritzt werden, atmet der Patient aus einer Maske, die in die Nähe des Gesichtes gehalten wird, reinen Sauerstoff. Dieser gelangt in die Lunge und verdrängt den dort befindlichen Stickstoff, so dass die Lungen nach kurzer Zeit überwiegend mit Sauerstoff gefüllt sind. Dies erhöht die Sicherheit für den Patienten erheblich. Ist der Patient eingeschlafen, dann wird die Maske richtig aufs Gesicht gehalten und der Patient durch den Anästhesisten bei der Atmung unterstützt. Dies ist notwendig, da die Medikamente die Spontanatmung vermindern oder sogar unmöglich machen.

Ist der Patient in tiefer Narkose und optimal entspannt, wird ein Tubus in die Luftröhre oder eine sogenannte laryngeale Maske gelegt. Der Luftröhrentubus führt zu einer optimalen Sicherung der Atemwege, was vor allen Dingen bei Eingriffen im Bauchraum oder im Brustkorb notwendig ist. Die laryngeale Maske wird über den Kehlkopf gelegt, so dass eine Beatmung möglich ist, sie führt aber nicht zu einem so kompletten Verschluss der oberen Atemwege gegen die Speiseröhre wie der Tubus. Dafür erspart sie dem Patienten die Relaxierung der Muskulatur und dem Asthmatiker den Reiz durch einen Tubus im Bereich der Luftröhre. Auch Schwellungen der Schleimhaut in der Luftröhre können so vermieden werden. Der Anästhesist wählt jeweils das günstigere Verfahren für den Patienten aus.

In seltenen Fällen kann bei einer Narkose auch eine reine Maskenbeatmung durchgeführt werden. Dies ist aber nur für sehr kurze Eingriffe oder unter besonderen Umständen der Fall.

Allerdings wird bei Kindern oft eine Maskennarkose durchgeführt, um eine Intubation bzw. eine laryngeale Maske zu vermeiden.

Nachdem der Tubus gesichert ist, legt der Anästhesist, falls dies notwendig ist, weitere intravenöse Zugänge, einen zentralvenösen Katheter oder eine arterielle Verweilkanüle. Ausserdem wird in einigen Fällen ein Urinkatheter gelegt. Dies alles geschieht unter Narkose, ohne dass der Patient dies also merkt.

Danach wird der Patient in den OP gefahren und weiter für die Operation vor-bereitet. Dazu gehört zunächst die Lagerung des Patienten für die Operation. Diese erfolgt unter Aufsicht oder durch die Operateure. In einigen Fällen kann dies so kom-pliziert und aufwendig sein, dass es mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen kann. Auch dies erfolgt also in Narkose.

Danach wird der OP-Bereich steril abgewaschen und der Patient mit sterilen Tüchern so abgedeckt, dass nur das OP-Gebiet frei liegt.

Danach beginnt die eigentliche Operation.

Während der gesamten Operation überwacht der Anästhesist die vitalen Funktionen des Patienten und den Verlauf der Narkose. Er sieht aus dem Verlauf der Operation, wann die Narkose vertieft werden muss, flacher sein kann oder ob der Patient mehr Schmerzmittel benötigt. Für die Überwachung stehen dem Anästhesisten eine Reihe von Geräten zur Verfügung: EKG, automatische Blutdruckmessung, Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes, Messung des inspiratorischen Sauerstoffanteils, Messung der Narkosegase, Messung der Atemtiefe und der Atemfrequenz, Messung der Temperatur (unter Umständen an verschiedenen Stellen des Körpers), Messung des Kohlendioxids in der Ausatmungsluft. In speziellen Fällen werden auch noch andere Funktionen überwacht, z.B. das EEG.

Diese Überwachungsparameter sind für den Anästhesisten Hilfsmittel, um den Zustand des Patienten einzuschätzen. Er schliesst daraus, ob er Zustand normal ist oder ob er therapeutisch eingreifen oder noch andere diagnostische Massnahmen einleiten muss.

So entscheidet er auch, ob eine Blutübertragung oder die Gabe von Substanzen für die Blutgerinnung erforderlich sind.

Aufwachraum

In jedem OP-Bereich ist ein sogenannter „Aufwachraum“. Die Bezeichnung für diese Einrichtung stammt noch aus alter Zeit, als die Patienten praktisch noch schlafend aus dem OP kamen und dann in einem speziellen Raum weiter überwacht werden mussten, bis sie wieder völlig wach und ihre Körperfunktionen stabil waren.

Heute kommen die meisten Patienten bereits wach aus dem OP; sie werden aber trotzdem in einen Aufwachraum gelegt. Man will einerseits sicherstellen, dass die Körperfunktionen des Patienten stabil sind, andererseits soll eine effektive Schmerztherapie durchgeführt werden, so dass der Patient schmerzfrei auf die Station verlegt werden kann. In seltenen Fällen leiden die Patienten an Übelkeit, die aber gezielt und sehr effektiv behandelt werden kann.

Im Aufwachraum werden die Patienten von speziell ausgebildetem und erfahrenen Personal überwacht. Dabei wird neben der klinischen Beobachtung auch modernes Monitoring zur Überwachung der Körperfunktionen herangezogen. Wenn der Zustand des Patienten stabil und der Patient schmerzfrei und ohne Übelkeit ist, wird er auf die normale Pflegestation zurückverlegt. Ist dies nicht der Fall, so kann der Patient jederzeit auf einer Überwachungsstation oder auf einer Intensivtherapiestation weiter betreut werden. Ambulante Patienten werden in einen Übergangsbereich verlegt, von wo aus sie dann nach Hause entlassen werden.