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Chirurgie der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Die folgenden Seiten geben Ihnen einen Überblick über die Funktionen und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, des Pankreas.

Die Bauchspeicheldrüse spielt eine wesentliche Rolle bei der Verdauung und bei der Steuerung des Blutzuckerspiegels. Die Erkrankungen lassen sich in zwei große Bereich mit je zwei Ausprägungen klassifizieren:

  • Akute und chronische entzündliche Erkrankungen
  • Gutartige und bösartige Tumorerkrankungen
     

Was ist die Bauchspeicheldrüse und wo liegt sie?

Die Bauchspeicheldrüse bzw. das Pankreas liegt hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule. Das Pankreas ist eine gelbliche, ca. 15cm lange, 5cm breite und 2-3cm dicke Drüse, die ca. 80-120g wiegt.

Es wird in Pankreaskopf, Pankreaskörper und Pankreasschwanz unterteilt. Der Kopf, durch den ein Teil des Gallenganges zieht, wird vom Zwölffingerdarm (Duodenum) kreisförmig umschlossen. Der Schwanz reicht auf der linken Seite bis zur Milz. Der Körper liegt unmittelbar vor dem Ursprung wichtiger Gefäße aus der Hauptschlagader (Aorta), die die Leber, den Magen, den oberen Darm und auch die Bauchspeicheldrüse mit Blut versorgen.

 

Welche Untersuchungen erwarten mich?

Besonders wichtig bei der Diagnose einer Erkrankung des Pankreas sind die bildgebenden Verfahren. In der Gastroenterologischen Klinik werden in der Regel spezielle Ultraschalluntersuchung und die so genannte ERCP durchgeführt, bei der auch verschiedene interventionelle Therapien durchgeführt werden können. Die Röntgenabteilung stellt durch das CT oder das MRT mittlerweile sehr detaillierte Bilder zur Verfügung, die bei der Auswahl der besten Therapie eine wichtige Rolle spielen.

Daneben werden bei Bedarf noch einige andere Untersuchungen durchgeführt, die die Hauptfunkunktionen des Pankreas untersuchen: Die Verdauung kann mithilfe einer Messung der Stuhlelastase untersucht, die Regulierung des Blutzuckers anhand eines Glucose-Toleranz Testes überprüft werden.

Im Vorfeld einer notwendigen Operation sind weitere Untersuchungen notwendig, die die Operationsrisiken abschätzen und minimieren sollen. Hierbei werden besonders die wichtigsten Vitalfunktionen untersucht: Die Lunge (Röntgenaufnahme und Funktionstest) und das Herz-Kreislauf-System (EKG, Kardiologische Untersuchung).

Die Chirurgie der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) umfasst die operative Behandlung gutartiger wie bösartiger Veränderungen. Die Bauchspeicheldrüse ist im Körper vor allem für die Bereitstellung von Verdauungsenzymen und für die Blutzucker-Regulation zuständig.

 

Gutartige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Die chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) ist ein häufiger Grund für eine Operation. Die oft durch Alkohol, Medikamente oder andere Erkrankungen ausgelöste Entzündung des Pankreas verursacht starke Schmerzen, verläuft oft schubweise und kann sich kontinuierlich über Jahre verschlimmern.

Gutartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse, wie z.B. Insulinome, können massive Störungen im Hormonhaushalt verursachen und tragen in einigen Fällen auch die Tendenz zur bösartigen Entartung in sich. Aus diesen Gründen besteht die Indikation zur operativen Therapie. Prinzipiell kann bei gutartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse gewebeschonend und sparsam operiert werden, in vielen Fällen führen wir diese Operationen heute minimal-invasiv und unter Einsatz des Operationsroboters Da-Vinci durch. Bei ungünstiger anatomischer Lage oder sehr ausgeprägten Befunden kann jedoch auch eine größere Teilentfernung der Bauchspeicheldrüse mit oder ohne Zwölffingerdarm erforderlich werden.

 

Bösartige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

In der Behandlung bösartiger Tumoren der Bauchspeicheldrüse stellt die vollständige chirurgische Entfernung des Tumors mit dem entsprechenden Lymph- und Umgebungsgewebe die einzige kurative Behandlungsmöglichkeit dar. In manchen Fällen liegen neu aufgetretene unklare Raumforderungen in der Bauchspeicheldrüse vor, die nicht eindeutig einzuordnen sind. Auch in diesen, feingeweblich nicht zu klärenden, Fällen ist die chirurgische Therapie indiziert, da ein Großteil dieser unklaren Tumoren der Bauchspeicheldrüse bösartiger oder aber potentiell bösartiger Natur ist. Es gibt einige Mischtypen von Raumforderungen (z.B. sog. IPMN), die nach sehr ausgefeilten Kriterien in der Endosonographie, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie beurteilt werden müssen, um zu entscheiden, ob eine operative Therapie erforderlich ist. In diesen Fällen ist eine umfassende Beratung und Aufklärung der Patient:innen auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen der Gastroenterologie / Onkologie unumgänglich und in unserem Zentrum selbstverständlich.

Ein Großteil der Tumoren der Bauchspeicheldrüse befindet sich im vorderen Teil, dem sogenannten Kopf des Organs. In diesen Fällen führen wir eine Entfernung des Pankreaskopfes und des Zwölffingerdarmes unter Erhalt des kompletten Magens durch (PPPD). Der verbleibende Rest des Pankreas und der Gallengang werden nun mit dem Dünndarm verbunden, so dass die Darmpassage und Verdauung perspektivisch nicht beeinträchtigt sind. Liegt der Tumor im mittleren oder hinteren Teil des Organs, so wird dieser Anteil der Bauchspeicheldrüse zusammen mit der anhängenden Milz entfernt. Sowohl die Entfernung des Pankreaskopfes als auch die Pankreasschwanz-Resektion führen wir bei bestimmten Indikationen auch minimal-invasiv unter Einsatz des Operationsroboters durch. Hierbei können wir das Trauma dieser großen Operation durch sehr exakte Präzisionschirurgie über kleinste Schnitte für unsere Patient:innen so minimal wie möglich gestalten und so die postoperative Erholung erheblich beschleunigen.

In manchen Fällen, z.B. bei sehr großen im Mittelteil der Drüse gelegenen Tumoren, ist eine komplette Entfernung der gesamten Bauchspeicheldrüse erforderlich. Nach einem solchen Eingriff sind die Patient:innen automatisch Insulin-pflichtige Diabetiker:innen, da die Bauchspeicheldrüse, die normalerweise das körpereigene Insulin produziert, nun fehlt. Ist eine solche seltene Komplettentfernung des Pankreas erforderlich, so werden die Patient:innen bereits während des stationären Aufenthaltes im Umgang mit der Blutzucker-Messung und Insulin-Gabe geschult. Prinzipiell ist nach einer Pankreas-erhaltenden Operation eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten mittel- und langfristig nicht erforderlich.

 

Chirurgie als palliative Behandlung

Im Falle eines weit fortgeschrittenen Tumors der Bauchspeicheldrüse mit Fernmetastasen ist eine kurative Operation nicht mehr möglich. Aufgrund der lokalen Symptome, die der Tumor verursacht, z.B. eine Verengung des Magenausganges und/oder eine Verlegung des Gallenganges, kann jedoch eine palliative Operation sinnvoll sein, um die Lebensqualität zu verbessern. So führt man z.B. eine Bypass-Verbindung vom Magen zum Dünndarm durch (Gastroenterostomie) und/oder eine Bypass-Verbindung vom Gallengang zum Dünndarm (biliodigestive Anastomose), um so die Ernährung und die Verdauung auf natürlichem Wege aufrecht erhalten zu können und auch die ggf. vorhandenen Schmerzen der Patient:innen zu lindern.

 

Die häufigsten Fragen

Woran erkenne ich, dass meine Bauchspeicheldrüse erkrankt ist?
Meistens treten Bauchschmerzen auf, die gürtelförmig sind oder auch in den Rücken ausstrahlen (die Bauchspeicheldrüse liegt im hinteren Teil des Bauches, daher Rückenschmerzen). Die Schmerzen können ganz plötzlich und heftig auftreten (akute Pankreatitis) oder immer wieder (chronische Pankreatitis) oder langsam zunehmen (Pankreastumor). Andere Symptome der Pankreaserkrankung sind Durchfall, Völlegefühl und Blähungen (Verdauungsstörungen) oder Diabetes (Zuckerkrankheit).

Welches sind die häufigsten Beschwerden?
Schmerzen im Oberbauch und in der Mitte des Bauches mit Ausstrahlung in die Flanken (gürtelförmig) und in den Rücken.

Was muss ich tun, wenn mit meinem Pankreas etwas nicht in Ordnung ist?
Gleich den Hausarzt bzw. die Hausärztin aufsuchen und die Beschwerden schildern, er bzw. sie wird Sie untersuchen und weitere Tests - wie z.B. Laborkontrolle und Ultraschalluntersuchungen - veranlassen.

Was ist ein Pankreaskarzinom?
Das ist ein Bauchspeicheldrüsenkrebs. Es ist eine sehr ernste Erkrankung, bei der man sehr schnell handeln muss. Je früher man die Erkrankung erkennt, umso besser kann man helfen.

Wie wird ein Bauchspeicheldrüsen-Karzinom diagnostiziert?
Neben dem Gespräch mit dem Arzt bzw. der Ärztin und der körperlichen Untersuchung, kommen Labortests, Ultraschall, Computertomographie (Röntgen), Magnetische Resonanztomographie (MRT) und auch selten eine Spiegelung des Zwölffingerdarms mit röntgenologischer Darstellung der Gallen- und Pankreasgänge (ERCP) in Frage. Wenn keine Sicherheit auf diese Weise erreicht werden kann, muss über eine Bauchspiegelung oder Probeoperation eine Klärung erfolgen.

Wie wird ein Bauchspeicheldrüsen-Karzinom medizinisch behandelt?
Ein Karzinom kann nur chirurgisch durch das Entfernen geheilt werden. Begleitend werden die Beschwerden und die krankheitsbedingten Folgen behandelt (Schmerzbehandlung, Verbesserung der Verdauung, Insulintherapie etc.). Chemotherapie und Strahlenbehandlung heilt nicht, verlängert und verbessert aber die Lebensqualität.

Wann sollte eine Operation des Pankreas durchgeführt werden?
Bei akuter Pankreatitis selten und nur beim Auftreten von Komplikationen; bei chronischer Pankreatitis im Spätverlauf (nach 3 bis 5 Jahren); bei Tumoren in allen Frühstadien und in mittleren Stadien ohne Fernmetastasen (Leber, Lunge). Die Entscheidung ist jedoch individuell und sollte zwischen Chirurg:innen und Gastroenterolog:innen abgestimmt werden.

Was sind die Risiken einer Pankreas-Erkrankung bzw. dessen Operation?
Die Risiken einer Operation sind gering, wenn die Operation in einem Zentrum mit großer Erfahrung, wie dem Klinikum Dortmund, durchgeführt wird. Sie sind höher, wenn sie in einem Krankenhaus mit geringer Operationsfrequenz an der Bauchspeicheldrüse gemacht wird.

Kann man ohne Pankreas leben?
Ja. Durch eine engmaschige Kontrolle und Therapie der Zuckerkrankheit und der fehlenden Bauchspeicheldrüsenenzyme kann eine sehr gute Lebensqualität erreicht werden.

Ist jemand, dem das Pankreas teilweise entfernt wurde, automatisch Diabetiker?
Nein, nur wenn mehr als 60 bis 90% der Bauchspeicheldrüse wegfallen, oder wenn die Drüse durch chronische Entzündung vorgeschädigt ist, entsteht ein Diabetes.

Muss nach einer Pankreas-Operation Diät gehalten werden?
In der Regel kann man normal essen. Man sollte mehr als drei, am besten 5 - 6 Mahlzeiten täglich zu sich nehmen. Nach großen Bauchspeicheldrüsen-Operationen muss man den Fettkonsum einschränken bzw. an die Verträglichkeit anpassen und zu jeder Mahlzeit Verdauungsenzyme einnehmen. Die Lebensqualität ist aber nach Bauchspeicheldrüsen-Operationen gut.

Haben Menschen, die an einer Pankreas-Erkrankung leiden, große Schmerzen?
Bis zur Operation häufig ja, danach nur noch selten.

Was ist das Spezielle an der medizinischen Betreuung im Pankreaszentrum des Klinikums Dortmund?
Das Pankreaszentrum verfügt über alle Spezialist:innen, die sich seit vielen Jahren mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen beschäftigen und in allen Bereichen über die unerlässlich notwendige Erfahrung verfügen. Vor allem die operative Erfahrung ist für gute Langzeitergebnisse enorm wichtig.