Dortmunder Gerinnungskreis - Fortbildungsreihe in der Hämostaseologie

Mittwoch, 24. Februar 2021
Beginn: 15.00 Uhr
Ort: Lensing-Carrée Conference Center
Dortmund

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Mobile ECLS

Bei einem akuten Kreislaufversagen werden Systeme der maschinellen Herzunterstützung zur Kreislaufstabilisierung verwendet.


Kurzfristige Unterstützung

Intraaortale Ballonpumpe (IABP)

Während die IABP in der Versorgung des kardiogenen Schocks bei akutem Myokardinfarkt an Bedeutung verliert, so besitz sie in der Herzchirurgie zur peri-operativen Kreislauf-Stabilisierung immer noch eine Bedeutung. 

Impella

Methode der Wahl bei primär links-ventrkulärem Herzversagen.

Extracorporealer Life Support (ECLS, oder veno-arterielle ECMO)

Bei einem Therapie-refraktären Schock oder unter Reanimation häufig die einzige Möglichkeit der Lebensrettung. Im Vergleich zur Impella hat die ECLS den Vorteil, dass auch der komplette Kreislauf übernommen wird und damit auch die Rechtsherzfunktion und die Lungenfunktion mit einer Oxygenierung und De-Carboxylierung des Blutes.

Tandem-Heart (rechtsventriukuläre Unterstützung)

Eine weniger invasive Maßnahme zur isolierten Rechtsherzunterstützung.

 

Besondere Expertise

Wir haben in Düsseldorf das sogenannte „Düsseldorf Survival Network“ gegründet. Das Konzept besteht darin, Patienten, die sich außerhalb unserer Klinik in einem Therapie-refraktären Schock oder unter Reanimation befinden, durch ein mobiles ECLS-System Hilfe zukommen zu lassen. Durch eine sofortige Kreislauf-Stabilisierung gewinnen wir Zeit (bridge-to-decision), um weitere Therapieschritte durchzuführen (Intervention, Operation, Kunstherz, etc.). Dieses ECLS-Netzwerk war sehr innovativ und hat international Anerkennung gefunden. Wir haben im Laufe der Jahre zusammengefasst folgende Lehren daraus gezogen:

  1. Es lohnt sich! Ca. 35% dieser Patienten, die sonst nicht mehr zu retten gewesen wären, überleben langfristig, ohne ein neurologisches Defizit aufzuweisen.
  2. Das Alter spielt bei der Entscheidungsfindung für oder gegen einen ECLS-Einsatz eine große Rolle. Bei jüngeren Patienten kann dies auch nach mehrstündiger Reanimation noch sinnvoll sein, während ältere Patienten sich von den häufig damit einhergehend multiplen Organschäden nicht mehr erholen.
  3. Die Betreuung dieser Patienten an der ECLS ist sehr komplex, benötigt viel Erfahrung und verlangt ein interdisziplinäres Team.
  4. Es besteht eine Lernkurve, was die Indikationsstellung und die Therapie angeht.  So haben wir beispielsweise die Erfahrung gemacht, dass alle Patienten mit einer arteriellen Kanülierung in der Leiste eine zusätzliche Perfusion des Beines nach distal benötigen, oder dass Patienten mit einer sehr schlechten Linksherzfunktion von einer zusätzlichen Anlage einer Impella profitieren, um den linken Ventrikel zu entlasten und eine Lungenstauung zu vermeiden. 

 

Aubin H Petrov G, Dalyanoglu H, Saeed D, Akhyari P, Paprotny G, Richter M, Westenfeld R, Schelzig H, Kelm M, Kindgen-Milles D, Lichtenberg , Albert A  (2017). Four-year experience of providing mobile extracorporeal life support to out-of-center patients within a suprainstitutional network - Outcome of 160 consecutively treated patients". Resuscitation 2017;121:151-157

Aubin H, Petrov G, Dalyanoglu H, Saeed D, Akhyari P, Paprotny G, Richter M, Westenfeld R, Schelzig H, Kelm M, Kindgen-Milles D, Lichtenberg A. Albert  (2016). A Suprainstitutional Network for Remote Extracorporeal Life Support: A Retrospective Cohort Study. JACC Heart Fail. 4 :698-708.

Jung C, Bueter S, Wernly B, Masyuk M, Saeed D, Albert A , Fuernau G, Kelm M, Westenfeld R.  Lactate Clearance Predicts Good Neurological Outcomes in Cardiac Arrest Patients Treated with Extracorporeal Cardiopulmonary Resuscitation. J Clin Med. 2019 Mar 18;8(3). pii: E374. doi: 10.3390/jcm8030374

 

Video

Mobile Ecmo für Herz-Lungen-Patienten