Dortmunder Gerinnungskreis - Fortbildungsreihe in der Hämostaseologie

Mittwoch, 24. Februar 2021
Beginn: 15.00 Uhr
Ort: Lensing-Carrée Conference Center
Dortmund

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Patient Blood Management & Hämostaseologie

Patient Blood Mangement (PBM) beinhaltet die  präoperativen Behandlung einer Anämie, der sichere Einsatz von Erythrozytenkonzentraten im Falle einer Transfusion, die Minimierung des Blutverlustes während der Operation, sowie die Vermeidung und Behandlung von Gerinnungsstörung. Ziel ist eine patientenorientierte und sparsame Anwendung von Gerinnungspräparaten und Thrombozytenkonzentraten.


PBM basiert auf 3 Säulen:

  1. Optimierung vor der Operation
    Detektion einer Blutarmut (Anämie)
    Die  Blutarmut vor der Operation z.B. durch Gaben von Eisenpräparaten, Vitaminen und ggfls. auch EPOzu  behandeln
  2. Sparsamer Einsatz von Blutkonserven
  3. Fremdblutsparende Maßnahmen
    Wiederaufbereitung von Wundblut während der Operation (Cell-Saver-Geräte)
    Patientennahe Gerinnungsbehandlung (Point-of-Care wie etwa die Thrombelastometrie oder die Impedanzaggregometrie).


Hier haben wir um das Team um Dr. Till Hoffmann (Hämostaseologie, UK Düsseldorf ) ein ausgeklügeltes System des intraoperativen Patient Blood Management entwickelt, welches auf einer während der Operation mehrmals durchgeführten standardisierten Point-of-Care Diagnostik (Rotem, Multiblade, Einzelfaktorbestimmungen), bestimmten Algorithmen zur Errechnung eines möglichen Substitutionsbedarfes und einer klinischen Einmschätzung des Blutungs-Risikos sowie der aktuellen Blutungssituation basiert. Das besondere ist daran, dass das Operationsteam am Ende der Operation innerhalb von 20 Minuten nach Blutabnahme eine Empfehlung zur Substituion von Gerinnungsfaktoren erhält, die auf den Algorithmen beruht. Das System des PBM wurde über die Jahre perfektioniert und hat sich im Klinischen Alltag bewährt. Die Gabe von Bluitkonserven konnte so drastisch reduziert und auch komplexe Eingriffe sicherer durchgeführt werden (siehe Literatur). Dies gilt unter anderem auch für die behandluing von Zeugen Jehovas, wo eine Gabe von Blutkonsveren ausgeschlossen ist.


Albert A, Petrov G, Dittberner J, Roussel E, Akhyari P, Aubin H, Dalyanoglu H, Saeed D, Besser V, Karout A, Lichtenberg A, Sixt S, Hoffm,ann T. The Impact of Intraoperative Patient Blood Management on Quality Development in Cardiac Surgery. J Cardiothorac Vas Anesthesia (in press)


Besser V, Albert A, Sixt U, Ackerstaff S, Roussel E, Ullrich S, Lichtenberg A, Hoffmann T. Fibrinolysis and the Influence of Tranexamic Acid Dosing in Cardiac Surgery. J Cardiothorac Vasc Anaesth (in press)


Hoffmann T, Assmann A, Dierksen A, Roussel E, Ullrich S, Lichtenberg A. Albert A , Sixt S (2018). A role for very low-dose recombinant activated factor VII in refractory bleeding after cardiac surgery: Lessons from an observational study. J Thorac Cardiovasc Surg. 2018 Aug;156(2):544-554.e4


Saeed D, Maxhera B, Albert A , Westenfeld R, Hoffmann T, Lichtenberg A (2016). Conservative approaches for HeartWare ventricular assist device pump thrombosis may improve the outcome compared with immediate surgical approaches.Interact Cardiovasc Thorac Surg. 23:90-5.


Saeed D, Albert A , Kamiya H, Maxhera B, Westenfeld R, Lichtenberg A (2012). Five days of no anticoagulation or antiplatelet therapy and NovoSeven administration in a HeartWare HVAD patient. Artif Organs. 36:751-3.