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Focus-Klinikliste 2017: Klinikum Dortmund unter den Top-Kliniken

Hohe Reputation und medizinische Qualität

Bypass-Chirurgie

Die chirurgische Behandlung der Erkrankung der Herzkranzgefäße unterlag in den letzten Jahren einem ausgeprägten Wandel.

Ursprünglich erfolgt die Anlage von Bypassgefäßen ausschließlich unter Verwendung von Venen. Dies gilt auch heute noch bei Patienten, die älter als 70 Jahre alt sind oder wenn kein ausreichendes Venenmaterial zur Verfügung steht. Bei jüngeren Patienten wird sehr häufig eine komplett arterielle Versorgung des Herzens angestrebt.

Dazu werden die rechte und linke Brustwandarterie und die Unterarm-Arterie verwendet. Weniger häufig wird eine Arterie aus dem Bauchraum genutzt. Die Verwendung der linksseitigen Brustwandarterie zur Versorgung des großen vorderen Astes der linken Herzkranzarterie sollte heute in jedem Fall, unabhängig vom Lebensalter, der Standard sein.

Neben diesen grundsätzlichen Änderungen entstand eine Entwicklung, die bis zum Verzicht auf die Herz-Lungen-Maschine vorangetrieben wurde. Die Bypass-Anlage erfolgt dabei unter Anwendung verschiedener Hilfsmittel am schlagenden Herzen.

Moderne Operationsmethoden gestatten die Anlage von Ein- und Zweifach-Bypasses zur linken Herzkranzarterie durch eine "Schlüssellochtechnik", der sog. minimal-invasiven Operationstechnik (MIIDCAB), die wir als eine der wenigen Kliniken in Deutschland anbieten können.

 

Komplett arterielle Bypass-OP

Die komplett arterielle Versorgung des Herzens mit einer oder beider Brustwandarterien und der Unterarmarterie (meist des linken Unterarmes) hat sich in den letzten Jahren zunehmend in der klinischen Praxis einer Reihe von Herzzentren durchgesetzt (Schema).

Hintergrund sind die gegenwärtig verfügbaren Langzeitergebnisse, welche insbesondere für die Verwendung der beiden Brustwandarterien einen deutlichen längerfristigen Vorteil der arteriellen Gefäße gegenüber den üblichen Venenbypasses nachwiesen.

Aus diesen Gründen wird deshalb angestrebt, insbesondere bei Patienten unter 70 Jahre alle betroffenen Herzkranzgefäße mit arteriellen Bypasses zu versorgen. Hierbei kommt sehr häufig das Prinzip der Y-Verbindung zwischen Unterarmarterie und linker Brustwandarterie zur Anwendung. Ein Anschluß an die Körperschlagader wird dadurch nicht notwendig (OP-Foto). Dadurch werden verschiedene Risiken, insbesondere bei bestehender Gefäßverkalkung, vermindert.

Die hier beschriebenen Grundsätze und Methoden der komplett arteriellen Bypass-Versorgung des Herzens werden selbstverständlich an der konsequent angewendet.

Minimal-invasive Bypass-OP

Die minimal-invasive Bypasschirurgie gestattet die Ausführung von meistens einem, in speziellen Fällen auch von zwei Bypassanlagen im Bereich der linken Herzkranzarterie durch eine kleine Öffnung in der linken Seite des Brustkorbes (OP-Foto).

Durch die dadurch geschaffene Öffnung wird die linksseitige innere Brustwandarterie zugänglich, welche nach der Freilegung in kompletter Länge mit ihrem Ende auf das Herzkranzgefäß gesetzt wird - am schlagenden Herzen, ohne Herz-Lungen-Maschine.

Bevorzugt wird diese Operationsmethode dann zur Anwendung gelangen, wenn der Betroffene eine höhergradige Verengung (Stenose) im Bereich des vorderen Astes der linken Herzkranzarterie (“RIVA”) aufweist und diese nicht einer kardiologischen Therapie (Gefäßerweiterung mittels Ballonkatheter) zugänglich ist. Die Gründe dafür können in der Verengung des Gefäßes oder dem Gefäß selbst liegen, aber auch bei wiederholter Verengung oder dem Verschluß eines bereits behandelten Gefäßes gegeben sein.

Prinzipiell besteht die Möglichkeit, auch einen eventuell mitbefallenen Seitenast dieses Gefäßes gleichzeitig mit einem Bypass in dieser Technik zu versorgen (OP-Ergebnis).

Für die konkrete Planung eines solchen Eingriffes ist jedoch die Beurteilung des im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung erhobenen Befundes notwendig.

Wir sind als eine der wenigen Kliniken in Deutschland in der Lage, Ihnen an der diese Methode mit großer Erfahrung anbieten zu können.