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Arbeitsgruppe Akustikusneurinome

Klinik für HNO-Heilkunde und Klinik für Neurochirurgie der Klinikums Dortmund

Ein Akustikusneurinom ist ein gutartiger Nerventumor, der vergleichsweise langsam wächst. Er entsteht am Hör- und Gleichgewichtsnerven in seinem Verlauf zwischen dem Innenohr (mit Hör- und Gleichgewichtsorgan) und dem Eintritt dieser Nerven in das Gehirn im Bereich des Hirnstammes. Der Verlauf dieses Nerven mit einem sich dort entwickelnden Tumor macht entsprechend die gemeinsame Diagnostik, Behandlung und Betreuung durch die beiden beteiligten Fachgebiete in diesem Schädelbasisbereich erforderlich.Im Klinikum Dortmund werden deshalb solche Akustikusneurinome von der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (Prof. Dr. med. C. Wittekindt) und der Klinik für Neurochirurgie (Privatdozent Dr. med. R. Schultheiß) gemeinsam betreut.

Am häufigsten fällt ein Akustikusneurinom durch eine langsam eintretende einseitige Hörstörung auf. Durch das langsame Tumorwachstum tritt eine zunehmende Funktionsstörung des empfindlichen Hörnerven ein. Manchmal klagen die Patienten auch über leichte Schwindelbeschwerden, die durch eine Beeinträchtigung des Gleichgewichtsnerven entstehen können. Wenn der in der Nähe eines solchen Tumors verlaufende Gesichts-Bewegungs-Nerv ebenfalls beeinträchtigt wird, kommt es zu einer Lähmung der gleichseitigen Gesichtshälfte. Glücklicherweise ist dieses durch die Frühdiagnostik heutzutage selten geworden. Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Bewußtseinsstörungen sind seltene Krankheitszeichen eines solchen Tumors.

Tonaudiogramm: Untersuchung der Hörfähigkeit mit Tönen unterschiedlicher Tonhöhe und Lautstärke

Sprachaudiogramm: Untersuchung der Hörfähigkeit mit Sprache unterschiedlicher Lautstärke

Gleichgewichtsprüfung: Untersuchung des Gleichgewichtsorgans durch Beobachtung von unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmus) unter einer Spezialbrille. Durch vorsichtiges Einspülen von Wasser in den Gehörgang kann die Funktionsfähigkeit der Gleichgewichtsorgane untersucht werden.

ENG: Elektronystagmographie, Im Rahmen einer Gleichgewichtsprüfung können die unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmen) elektrisch registriert und aufgezeichnet werden. Hierzu werden kleine Elektroden neben den Augen auf die Haut geklebt. BERA: Brainstem Evoked Response Audiometry = AEP (Akustisch evozierte Potentiale) = Hirnstammaudiometrie: Ohne eine aktive Beteiligung des Patienten kann mit dieser Untersuchung die Hörfähigkeit eines Ohres und die Leitfähigkeit des Hörnerven bis in das Gehirn hinein untersucht werden. Hierbei wird mit Klebeelektroden ein EEG (Hirnströme) abgeleitet; gleichzeitig werden über einen Kopfhörer wiederholte Schallreize gegeben. Bei guter Entspannung des Patienten kann eine Computeranlage aus dem Gewirr der Hirnströme die elektrischen Antworten des Hörorganes und Hörnerven auf die Schallreize darstellen. Gerade bei dieser Untersuchung wird eine Schädigung eines Hörnerven durch ein Akustikusneurinom auffällig.

Kernspintomographie: Bei einem entsprechenden Verdacht läßt sich die Frage, ob ein Akustikusneurinom vorliegt am besten mit einer Kernspintomographie (MRT = MRI) klären. Bei dieser Schnittbilduntersuchung mittels elektromagnestischer Ströme können unter Anwendung eines in die Armvene eingespritzen Kontrastmittels Akustikusneurinome bis zu einer Größe von wenigen Millimetern heute diagnostiziert werden.

Neurochirurgische Untersuchung: Im Zuge einer Behandlungsplanung bei diagnostiziertem Akustikusneurinom erfolgt eine ausführliche Neurochirurgische Untersuchung um festzustellen, ob je nach Tumorgröße weitere Schäden am Nervensystem entstanden sind. Auch das Risiko und das Für und Wider einer Behandlung werden erwogen.

Weitere Untersuchungen: Je nach Situation werden weitere Untersuchungen veranlaßt: Wenn eine Operation geplant ist, erfolgt eine Mituntersuchung durch einen Anästhesisten. Wenn sich hier Zweifel ergeben, ob der Patient eine mehrstündige Operation gut übersteht, werden zur Riskoabschätzung andere Disziplinen des Klinikums mit eingeschaltet. (Herzspezialisten, Lungenspezialisten, etc.)

Je nach dem Einzelfall, der Größe des Tumors, der Hörfunktion, der Funktion des Gleichgewichts- und Gesichtsnerven, dem Alter des Patienten und anderen Erkrankungen des Patienten wird zwischen den HNO-Spezialisten und Neurochirurgie-Spezialisten ein Behandlungsplan entwickelt und mit dem Patienten besprochen. In manchen Fällen kann man eine Bestrahlungsbehandlung eines solchen Tumors überlegen; in manchen Fällen kann es sinnvoll sein einige Monate zu warten, um dann den Tumor nochmals zu untersuchen und so seine Wachstumstendenz abschätzen zu können.

Für die Behandlung eines Akustikusneurinoms gibt es unterschiedliche Operationswege. Je nach Lage und Größe des Tumors und der bestehenden Hörfunktion wird zwischen einem der drei möglichen Zugangswege ausgewählt. Im Klinikum Dortmund steht uns der transtemporale Zugang, der translabyrinthäre Zugang und der retrosigmoidale oder subokzipitale Zugang zur Verfügung. Die Operationen erfolgen unter einer elektrischen Überwachung des Hörnerven und des Gleichgewichtsnerven. Die Operationen erfolgen in aller Regel durch eine gemeinsame Operation von Neurochirurg und HNO-Arzt in den Operationsräumen der Neurochirurgischen Klinik. Die postoperative Überwachung erfolgt auf der Intensivstation der Neurochirurgischen Klinik.

Nach überstandener Operation erfolgt die Nachbetreuung weiter interdisziplinär durch die HNO-Klinik und die Neurochirurgische Klinik. Hierbei werden Funktionsuntersuchungen durchgeführt (Hör- und Gleichgewichtsprüfungen, Untersuchung der Gesichtsnervenfunktion). Nach einigen Monaten wird eine Kontrolle der Kernspintomographie vorgesehen. Obwohl es in aller Regel gelingt operativ den Tumor komplett zu entfernen, sollten solche langfristigen Nachuntersuchungen eingehalten werden.

Der Kontakt zur Arbeitsgruppe

Oftmals suchen uns Patienten auf, bei denen bereits die Diagnose eines Akustikusneurinoms mittels eines Schnittbildverfahrens gestellt wurde. Es geht dann also um die oben erwähnten Voruntersuchungen und die Entwicklung des Behandlungsplans. Die zeitliche Koordination aller notwendigen Untersuchungen und der entsprechenden Spezialisten aus beiden beteiligten Kliniken muß vorgeplant werden. Aus diesem Grund ist es anzuraten, dass ein Patient durch den betreuenden Arzt zur ambulanten Voruntersuchungen bei einem diagnostizierten Akustikusneurinom angemeldet wird. So haben wir die Möglichkeit, dem Patienten einen Termin zu vergeben, an dem möglichst alle Untersuchungen an einem oder wenigen Tagen erledigt werden können.

Zur weitergehenden Vertiefung möchten wir auf eine Beitrag verweisen, den wir für die Zeitschrift der Selbsthilfegruppe verfaßt haben.

Terminvergabe zur ambulanten Untersuchung bei diagnostiziertem Akustikusneurinom

Telefon: 0231 953 21520
Fax: 0231 953 21379

Bringen Sie zu jeder Untersuchung Unterlagen, vor allem die Kernspintomographiebilder mit!