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Cochlea-Implantat

Das Cochlea-Implantat (CI) ist weltweit der bisher erfolgreichste Ersatz eines Sinnesorgans – des Innenohres. Es wird in einer Operation implantiert und vermittelt durch die Umwandlung eines akustischen Schalls in elektrische Impulse einen Höreindruck.

Die Erfahrung zeigt, dass das CI das Sprachverstehen stark verbessert und oft sogar das Telefonieren wieder möglich macht.

Das Cochlea-Implantat-Zentrum am Klinikum Dortmund legt großen Wert auf eine individuelle Betreuung – vor, während und nach der Operation. Eingehende Voruntersuchungen stellen sicher, dass der Patient bzw. die Patientin auch wirklich von dem Eingriff profitieren wird. Nach der Operation nehmen sich die Mitarbeiter*innen des CI-Zentrums viel Zeit, um die implantierte Hörvorrichtung dem Patienten bzw. der Patientin zu erklären und die Feinabstimmung zu ermöglichen.

 

Voraussetzungen für ein Cochlea-Implantat

Bei Patient*innen, bei denen eine hochgradige oder an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit vorliegt oder die auf einem oder sogar beiden Ohren taub sind, besteht die Möglichkeit einer CI-Operation. Vorab wird genau geprüft, ob es im Einzelfall aussichtsreich erscheint, ein CI zu implantieren. Hierzu werden neben einem ausführlichen Beratungsgespräch auch eine Hördiagnostik und Gleichgewichtsprüfungen durchgeführt. Grundsätzlich ist die CI-Operation in fast jedem Lebensalter möglich, wenn der Gesundheitszustand diese zulässt. Eine weitere Voraussetzung dafür ist, dass die Schwerhörigkeit nicht mehr ausreichend durch Hörgeräte versorgt werden kann und dass ein funktionsfähiger Hörnerv und ein flüssigkeitsgefülltes Innenohr vorliegen. Dies wird durch eine Computertomographie (CT) und eine Magnetresonanztomographie (MRT) vom Kopf vorab geklärt.

 

Operation

Die Operation zur Implantation eines CI wird in Vollnarkose innerhalb eines stationären Aufenthaltes von ca. 5 Tagen durchgeführt. Dabei wird zunächst über einen Hautschnitt hinter dem Ohr ein Zugang zur Hörschnecke freigelegt.

Hierzu wird ein Operationsmikroskop verwendet, um die sehr kleinen Mittel- und Innenohrstrukturen ausreichend darstellen zu können. Der Elektrodendraht des CI wird dann vorsichtig durch ein kleines Fenster in die Hörschnecke eingeführt und eine erste elektroakustische Stimulation der Elektrode vorgenommen, um zu sehen, ob eine Hörantwort registriert werden kann.

Funktioniert das CI wird die Magnetspule, an der später der Sprachprozessor andockt, in eine Hauttasche hinter dem Ohr gelegt und die Wunde wieder verschlossen. Die Operationsdauer beträgt ca. 2 Stunden.

 


Nach dem Eingriff – Erstanpassung des Cochlea-Implantats und ambulante Rehabilitation

Nach einer Einheilungsphase von ca. vier Wochen nach der Implantation findet die erste Anpassung statt – das heißt: das Einschalten des Implantates. In den nächsten Sitzungen erfolgt die Überprüfung der Einstellungen des Sprachprozessors, Gewöhnen an Lautstärke, audiologische Kontrollen und regelmäßiges Hör- und Sprachtraining. Hierzu findet eine enge Betreuung durch unsere Ärzt*innen und Therapeut*innen statt.

Der Zeitraum der Sprachrehabilitation beinhaltet in der Basistherapie bei Erwachsenen insgesamt 20 Therapietage innerhalb der ersten zwei Jahre und anschließend jährliche Kontrollen. Kinder erhalten insgesamt 40 Tage der Therapie innerhalb der ersten drei Jahre und anschließend halbjährliche Kontrollen. Individuell können zusätzliche Tage der Therapie beantragt werden, ebenso eine stationäre Rehabilitationsbehandlung.