Qualität in Serie: Mediziner aus dem Klinikum Dortmund elfmal in ...

Wie bereits 2017 hat es das Klinikum Dortmund auch in diesem Jahr gleich elfmal in die...

Gutartige Prostata-Vergrößerung: Gewebe wird über die Harnröhre ...

Dank einer neuen Methode zur Behandlung einer gutartigen Prostata-Vergrößerung können die Urologen...

3000. minimal-invasive Prostata-Operation bei Krebs-Patienten in der ...

Werden Miniaturinstrumente über minimale Einschnitte in den Körper eines Patienten eingeführt, ist...

Focus-Klinikliste 2017: Klinikum Dortmund unter den Top-Kliniken

Hohe Reputation und medizinische Qualität

DaVinci 2.0: Klinik für Urologie erhält OP-Roboter der neuesten ...

Seine vier Arme sind nun noch flexibler, die Instrumente an den Spitzen regelrecht miniaturisiert:...

110 Jahre Urologie im Klinikum Dortmund

Im Monat Oktober 2017 feierte die Urologie der Klinikum Dortmund gGmbH ihr 110-jähriges Bestehen.

Die Urologische Klinik des Klinikums die erste eigenständige und somit traditionsreichste urologische Abteilung in Deutschland. Sie wurde am 01.10.1907 im damaligen Krankenhaus der Barmherzigen Brüder (Brüderkrankenhaus) in der Burgholzstraße eröffnet. 1938 ging das Brüderkrankenhaus in die Städtischen Kliniken Dortmund über.


Brüderkrankenhaus

 

Erster Chefarzt war Herr Dr. med. Carl Schramm. Er führte die Abteilung bis 1938. Dr. Schramm war ein viel beachteter urologischer Spezialist und arbeitete insbesondere auf dem Gebiet der neurogen gestörten Blase auch wissenschaftlich.

Von 1907 bis 1928 hatte es neben Dortmund nur 4 weitere Abteilungsgründungen für Urologie in Deutschland gegeben. Die Nazi-Diktatur hinterließ in der Deutschen Urologie sehr schmerzliche Spuren. Die Barmherzigen Brüder mussten ihr Krankenhaus verlassen. Es wurde in städtische Trägerschaft übernommen, Dr. Schramm verließ mit den Brüdern das Haus und gestaltete am St. Josef-Hospital in Dortmund-Hörde eine neue Urologische Abteilung, die er bis 1946 leitete. 

 

Nachfolger von Dr. Schramm in den Städtischen Kliniken wurde sein langjähriger Oberarzt, Dr. med. Friedrich Speckmann, in dem heutigen Klinikum-Nord. Dr. Speckmann leitete die Abteilung von 1938 bis 1970, er prägte die Urologie in den Kriegs- und Nachkriegsjahren entscheidend mit. Speckmann und sein Team arbeiteten mit kurzer Unterbrechung bis 1943 im Krankenhaus Nord. Nach der vollständigen Zerstörung der Urologischen Klinik 1943 wurde die Abteilung für 8 Jahre provisorisch im Westfälischen Landeskrankenhaus Dortmund-Aplerbeck fortgeführt.

1952 zog die Urologische Klinik in die umgebauten Kasernen am Westfalendamm um und war seitdem eine der modernsten und größten urologischen Abteilungen Deutschlands. Hier entwickelte sich die Urologie dramatisch. Dr. Speckmann setzte den Impuls für die Gründung der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie und präsidierte somit die erste Tagung der Gesellschaft am 08. März 1958 in Dortmund. 1971 wurde Speckmann Ehrenmitglied der nordrhein-westfälischen Gesellschaft für Urologie und ein Jahr später Ehrenmitglied des Berufsverbandes der Deutschen Urologen.

 

Nach 32 Jahren beachtlicher medizinischer Tätigkeit übergab Dr. Speckmann im Jahr 1970 die Leitung der Klinik an Prof. Dr. Jürgen Sökeland. Zu dieser Zeit begann auch eine umfassende Modernisierung, nicht nur für die Räumlichkeiten der Patienten, sondern auch der Funktionsbereich und der Arbeitsinhalte. Die Erfolge der engagierten ärztlichen Tätigkeit und des qualitätsbewussten  Handelns führten zu der hohen Akzeptanz und Reputation der Dortmunder Klinik. Prof. Sökeland leitete die Klinik 25 Jahre lang. Er hat in dieser Zeit und bis zum heutigen Tage die Deutsche Urologie maßgeblich mit geprägt. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und Lehrbücher umfassen sein Werk. Besonders hervorzuheben ist, dass er eine urologische Schule nicht aus einer Hochschule heraus, sondern aus einem renommierten kommunalen Krankenhaus heraus begründet hat. Weiterhin war Herr Prof. Sökeland 1992 Präsident der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie. Durch seine rege Forschungs- und Lehrtätigkeit entstand ein enges Netzwerk von herausragenden Urologen der nationalen und internationalen Urologie. Besonders zu erwähnen ist auch die Gründung eines der ersten Deutschen Zentren für Stoßwellenlithotripsie in Dortmund. Durch die berührungsfreie Behandlung von Harnsteinen durch diese neue Hochtechnologie konnten seitdem abertausende Patienten in Dortmund schonend behandelt und von Harnsteinen geheilt werden.

 

1995 übergab Prof. Sökeland die von ihm geleitete Klinik an seinen Nachfolger Prof. Dr. Harald Schulze. Prof. Schulze entwickelte die überregional als einer der größten Kliniken in Deutschland bekannte und renommierte Klinik kontinuierlich weiter zu einem urologischen Zentrum der Maximalversorgung. Dank seiner intensiven und breiten Ausbildung in Deutschland und den USA vermochte es Prof. Schulze, den Ruf der Klinik als einer der aktivsten Urologien im deutschsprachigen Raum weiter zu festigen. Große Beachtung fand die Einführung neuer Operationstechniken, wie insbesondere bei Tumorerkrankungen. Im Jahre 2004 verstarb Prof. Schulze mit nur 48 Jahren in der Mitte seiner blühenden Schaffenskraft für alle plötzlich und unerwartet kurz vor dem Umzug seiner Urologischen Abteilung vom Standort Westfalendamm in die von ihm konzipierte und vorangetriebene Klinik am Standort Nord.

 

Die kommissarische Leitung der Abteilung übernahm sein langjähriger Oberarzt Dr. Hans-Jürgen Knopf bis zum Februar 2005.

 

Im März 2005 wurde Prof. Dr. Michael Truß zum neuen Klinikdirektor der Urologischen Klinik berufen. Wie sein Vorgänger durchlief Prof. Truß eine langjährige klinische und wissenschaftliche Ausbildung in Deutschland und den USA. Das Spektrum der Urologischen Klinik wurde seitdem entscheidend weiterentwickelt. Die Urologische Klinik ist heute neben den bereits genannten historischen Schwerpunkten in der onkologischen Urologie, der Stein- und der rekonstruktiven-Urologie ein führendes Zentrum in der minimalinvasiven, Roboter-assistierten-, Inkontinenz- und endourologischen Chirurgie. Darüber hinaus wurden wesentliche strukturelle Anpassungen und Verbesserungen beim Qualitätsmanagement und zertifizierten Zentrenbildung (Prostatakarzinomzentrum, Kontinenzzentrum, MIC/Robotic Zentrum, Onkologisches Zentrum) umgesetzt.

Die großen Veränderungen und neuen Herausforderungen in einem der innovativsten Fächer der Medizin möchten die Dortmunder Urologen auch in Zukunft nicht nur begleiten, sondern aktiv als Schrittmacher gestalten und prägen. Das Klinikum Dortmund blickt zurück auf 110 erfolgreiche Jahre seiner Urologischen Klinik. Unsere Tradition ist uns Bestätigung und Ansporn zugleich!