Entwicklung in der operativen Gynäkologie

In der Bibliothek der alten Frauenklinik, Raum Dudenstift (Bibliothek Dudenstift)

Kontakt

Frauenklinik Beurhausstraße 40 44137 Dortmund Telefon: 0231 / 953 - 21488 E-Mail: gynonkodo(a)klinikumdo.de

Direktor der Frauenklinik Prof. Dr. Thomas Schwenzer Telefon: 0231 / 953 - 0 Sekretariat Petra Hartjen Telefon: 0231 / 953 - 21480

Terminvereinbarung

Gynäkologisches Krebszentrum
Anrufzeiten 8.00 bis 16.00 Uhr

Ambulanz der Frauenklinik
Sprechstunde für gynäkologische Krebserkrankungen
Telefon: 0231 / 953 - 21488

Chemotherapieambulanz Frauenklinik
Telefon: 0231 / 953 - 21104

Psychoonkologie
Telefon: 0231 / 953 - 20426

Zertifikate

DKG

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Der Gebärmutterhalskrebs ist die Krebserkrankung, bei der am sichersten eine Früh­erkennung möglich ist. Seit den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde von dem Griechen Papanicolaou die regelmäßige Entnahme von Zellmaterial vom Ge­bärmutterhals als Früherkennungsuntersuchung etabliert und ist heute in der west­lichen Welt Standard. Bei Vorstufen (Dysplasien) kann durch eine frühzeitige zielgerichtete Therapie die Entstehung eines Gebärmutterhalskrebses sicher verhin­dert werden. Die Dortmunder Frauenklinik unterhält eine eigene Dysplasie-Sprech­stunde, in der Frauen mit entsprechenden Krebsvorstufen untersucht, beraten und auch behandelt werden können.

Trotz aller Vorsorgemöglichkeiten erkranken in Deutschland noch etwa 6.000 Frauen jedes Jahr neu an einem Gebärmutterhalskrebs. Bei einer zielgerichteten Therapie ist auch in dieser Situation in den meisten Fällen eine Heilung möglich. Die Therapie besteht primär in der Operation. Dabei wird normalerweise die Gebärmutter mit den Anhangsgebilden (Parametrien) und den Lymphknoten im kleinen Becken entfernt. In den meisten Fällen können die Eierstöcke erhalten werden, so dass die Hormon­produktion bei Frauen vor den Wechseljahren ungehindert weiter erfolgt.

Bei noch bestehendem Kinderwunsch und einem Gebärmutterhalskrebs im An­fangs­stadium (unter 2 cm Größe) ist ein Organ erhaltendes Vorgehen möglich. Wir führen hier eine sogenannte Trachelektomie durch, bei der nur der Gebärmutterhals mit den Anhängen entfernt wird. Dieser Eingriff wird ausschließlich von der Scheide aus vor­genommen. Eine spätere Schwangerschaft muss als Risikoschwangerschaft eng be­gleitet werden. Häufig sind zur Erzielung einer Schwangerschaft auch Maßnahmen der künstlichen Befruchtung erforderlich, da mit der Entfernung des Gebärmutter­halses der Verschlussmechanismus der Gebärmutter nicht mehr seine Aufgabe wahr­nehmen kann. Bei den Patientinnen mit einem Organ erhaltenden Vorgehen wird die Lymphknotenentfernung im kleinen Becken in der gleichen Operation mini­mal­invasiv im Rahmen einer Bauchspiegelung vorgenommen.

Bei geeigneten Patientinnen mit einem nicht zu weit fortgeschrittenen Karzinom und anderen günstigen Voraussetzungen führen wir die Radikaloperation des Gebär­mutter­halskrebses heute minimalinvasiv, d. h. endoskopisch durch. Die wesentlichen Operationsschritte werden hier über kleine Einstiche in den Bauchdecken und im Nabel vorgenommen, die Gebärmutter selbst mit den Anhangsgebilden wird dann über die Scheide entfernt. Der Eingriff erfolgt immer nervenschonend als sogenannte totale mesometriale Operation.

In fortgeschritteneren Fällen und bei ungünstigen Rahmenbedingungen muss auch heute noch offen operiert werden. In der Regel bedarf es dazu eines Längsschnitts, um auch die Lymphknoten entlang der großen Gefäße vollständig und sicher ent­fernen zu können.

Eine Nachbehandlung nach der Operation eines Gebärmutterhalskrebses mittels Nach­bestrahlung ist nur in wenigen Fällen erforderlich. Wenn sie erforderlich wird, gibt man heute standardmäßig parallel zu der Strahlentherapie eine niedrig dosierte Chemotherapie. Diese Chemotherapie dient nicht in erster Linie dazu, eigenständig Tumorzellen abzutöten. Sie hat vielmehr die Aufgabe, die Wirksamkeit der Strahlen­behandlung zu erhöhen.

In sehr fortgeschrittenen Fällen wird beim Gebärmutterhalskrebs primär bestrahlt. Auch diese Bestrahlung erfolgt typischerweise in Kombination mit einer niedrig dosierten Chemotherapie.

Wenn der Krebs bereits die Nachbarorgane mit befallen hat (besonders Harnblase und Enddarm), dann ist eine Mitentfernung dieser Organe gelegentlich notwendig. In diesen Fällen muss in Zusammenarbeit mit der Urologischen Klinik eine Harnablei­tung vorgenommen werden. Diese Harnableitung kann heute häufig so erfolgen, dass die Patientin weiter kontinent bleibt und die Urinentleerung nur über einen Katheter erfolgt. Auch diese fortgeschrittenen Behandlungssituationen sind für uns in Zusammenarbeit mit der Urologie Standard.

Wenn der Gebärmutterhalskrebs schon weit auf die Scheide übergegriffen hat, ist eine Entfernung auch von Teilen der Scheide oder auch der gesamten Scheide erforderlich. In diesen Fällen können wir während der Erstoperation oder auch zu einem späteren Zeitpunkt eine Neuanlage der Scheide durchführen, um so auch die Verkehrsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen.

Bei Auftreten eines Rezidivs ist die besondere Kompetenz des zertifizierten Zentrums gefragt. Hier ist es erforderlich, individuell mit der Patientin zu planen, ob ggf. eine erneute Operation in Betracht kommt oder ob dann eine Strahlenbehandlung erfor­derlich wird.

Eine Chemotherapie über die unterstützende Sensibilisierung einer Strahlentherapie hinaus ist beim Gebärmutterhalskrebs nur ganz selten notwendig. In fortge­schrittenen Stadien führen wir eine entsprechende medikamentöse Behandlung im Rahmen unserer Tumorambulanz durch.