29.03.2019 - Ehrenfelix-Preisträgerin im Live-Chat - Kampf gegen Darmkrebs bei jungen Leuten: Ex-Klinikum-Mitarbeiterin sensibilisiert für das Thema Darmkrebs

Sie war selbst erst 27, als sie erkrankte: Claudia Neumann (30), einst Auszubildende in der Kranken- und Gesundheitspflege im Klinikum Dortmund, setzt sich aktiv für das Thema „Darmkrebs bei jungen Menschen“ ein und sprach deshalb jetzt in einem viel beachteten Live-Chat auf dem Instagram-Kanal des Klinikums Dortmund über ihre Erkrankung. „Ich habe definitiv zu lange gewartet, bevor ich zu einem Arzt gegangen bin“, sagte die junge Frau am 25. März 2019 vor rund 1.200 Zuschauern im Internet. Für ihr Engagement rund um Darmkrebs-Vorsorge wurde sie bereits 2018 von der Felix Burda Stiftung mit dem Ehrenfelix ausgezeichnet. Da die Zahl junger Menschen, die an Darmkrebs erkranken, alarmierend steigt, hat die Stiftung den Fokus des diesjährigen Darmkrebsmonats März diesem Thema gewidmet.



„Ich hatte Stuhlunregelmäßigkeiten, aber dachte, das liegt bestimmt an meiner schlechten Ernährung“, sagt Claudia. „Die hatte ich dann sofort umgestellt und mehr Wasser getrunken. An etwas Bösartiges hatte ich überhaupt nicht gedacht.“ Die immer stärker werdenden Schmerzen habe sie monatelang ignoriert, bis sie nicht einmal mehr sitzen konnte. Zu diesem Zeitpunkt war der Tumor bereits fortgeschritten. Nach einem überfälligen Hausarztbesuch folgten unmittelbar Chemotherapie, die erste OP und ein künstlicher Darmausgang. Alles das hätte verhindert werden können, wenn Claudia die Warnsignale ernster genommen hätte. „Deshalb ist es mir umso wichtiger, dass andere schlauer sind als ich und sensibler mit ihrem Körper umgehen. Man kann nicht oft genug betonen, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen sind.“ Wer z.B. Blut auf dem Toilettenpapier vorfinde, sollte die Ursache umgehend von einem Facharzt abklären lassen – selbst wenn sich dann herausstellt, dass es bloß harmlose Hämorrhoiden sind.

 

Die heute 30-Jährige ist seit ihrer Chemotherapie unfruchtbar. Daher ist ihr die Furchtbarkeitserhaltung von jungen Krebspatienten – Kosten: circa 4000 Euro pro junger Frauen – ein derartig großes Anliegen, dass sie die notwendige Gesetzesänderung sogar selbstständig initiiert hat: Während ihrer Dankesrede zum „Ehrenfelix“ in Berlin hat sie 2018 die Chance genutzt, Gesundheitsminister Jens Spahn, der im Publikum saß, von der Bühne aus auf das Thema anzusprechen. Vor wenigen Tagen dann die gute Nachricht: Der Bundestag bewilligte den Vorstoß von Claudia Neumann. Nun werden für Krankenkassen die Grundlagen geschaffen, damit diese die Behandlung finanziell übernehmen können.

 

Mehr Selbstbestimmung über das eigene Leben, das sei ihr Ziel – auch vor und während der Krebstherapie. „Ich wollte immer das Gefühl haben, dass mein Arzt mich in alle Prozesse miteinbezieht“, so Claudia. Dem stimmt auch Dr. Marcel Sandmann, Oberarzt in der Gastroenterologie des Klinikums Dortmund, zu: „Das wichtigste für den Patienten ist eigentlich, dass man alles verständlich erklärt und nicht in Fach-Kauderwelsch ausbricht.“ Gerade bei schlimmen Diagnosen seien verständliche Sätze und die ganze Wahrheit wichtig, um sich gemeinsam mit dem Patienten für eine maßgeschneiderte Behandlung entscheiden zu können.

 

Die Felix Burda Stiftung, die von Verleger Hubert Burda und Felix‘ Mutter Christa Maar gegründet wurde, engagiert sich seit 2001 für die Kommunikation der Darmkrebsvorsorge und -Früherkennung. Zu den jährlichen Projekten der Stif-tung zählen u.a. der bundesweite Darmkrebsmonat März, der Felix Burda Award, die Initiative für Betriebliche Prävention, Europas größtes Darmmodell und der Gesundheits-Butler APPzumArzt für Smartphones. In diesem Jahr hat der Akti-onsmonat März als Schwerpunktthema den Darmkrebs bei jüngeren Menschen. Hintergrund der Aktion ist der alarmierende Anstieg von Fallzahlen (+10,7 Prozent) in der Altersgruppe 25 bis 49 seit dem Jahr 2002, während die Fallzahlen bei älteren Menschen zurückgehen (-6,7 Prozent).

 

Foto 1:
Claudia Neumann war einst Auszubildende in der Kranken- und Gesundheitspflege im Klinikum Dortmund. Im Live-Chat berichtete sie nun offen über ihre Krebserkrankung.

Foto 2:
Dr. Marcel Sandmann, Oberarzt in der Gastroenterologie, und Marc Raschke, Leiter der Uunternehmenskommunikation (v.l.), führten das Interview per Instagram-Live-Chat.

 

Instagram-Account der Felix Burda Stiftung: www.instagram.com/felixburdastiftung

 

 

 

 

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