12.02.2019 - Hälfte aller geriatrischen Patienten in Deutschland mangelernährt: Seit 2019 im Klinikum Dortmund verpflichtend - Ernährungsscreening für geriatrische Patienten

Nahezu jeder zweite Patient einer Klinik für Altersheilkunde (Geriatrie) gilt in Deutschland laut Studien als mangelernährt. Die Folgen sind fatal: verzögerte Wundheilung, schlechtere Knochendichte, eingeschränkte Herz- und Lungenfunktion. Seit Anfang des Jahres überprüft das Klinikum Dortmund deshalb nun jeden stationären Patienten der Klinik für Geriatrie eingehend auf etwaige Mangelzustände in seiner Ernährung. Dies geschieht in Kooperation mit dem klinikeigenen Ernährungsteam, das übrigens nur drei Prozent aller Kliniken in Deutschland vorhalten.


Wer krank ist, verliert schnell seinen Appetit. Manche Nebenwirkungen von Medikamenten tragen ihr Übriges dazu bei, dass der Betroffene weniger zu sich nimmt. Dabei braucht gerade jetzt der Körper Nährstoffe – noch dazu, wenn er älter und der Stoffwechsel insgesamt langsamer ist. Mit einem Screening untersuchen die Geriatrie-Spezialisten im Klinikum Dortmund nun den aktuellen Ernährungszustand des Patienten und wägen ab, ob sich dieser verschlechtern könnte und ob er von der bestehenden Krankheit negativ beeinflusst wird.

 

„Wie die Mangelernährung ausgeglichen wird, muss natürlich immer mit Patient und Angehörigen abgesprochen werden“, sagt Dr. Thomas Reinbold, Direktor der Klinik für Geriatrie. „Bei uns stellt eine Sonde den allerletzten Ausweg für die Nahrungsaufnahme dar.“ Um alle therapeutischen Möglichkeiten auszuschöpfen, gibt es im Klinikum Dortmund zwei Ernährungsteams, davon eines ausschließlich für die Geriatrie. „Aber die Mangelernährung endet natürlich nicht mit der Entlassung“, so Dr. Reinbold. „Wir haben ein spezielles Überleitungsverfahren erstellt, um mit Hausärzten und Pflegediensten an einem Strang zu ziehen.“

 

Eine Mangelernährung bedeutet nicht nur eine kurzfristig schlechtere körperliche Verfassung und somit längere stationäre Aufenthalte, sondern auch schwerwiegende langfristige Folgen, die sich negativ auf Organe und Knochen auswirken können: Auch Flüssigkeitsmangel mit darauffolgender Verwirrtheit bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen gehört zu den Begleiterscheinungen. Ein Screening mit anschließender Ernährungstherapie verhindert somit nicht nur Risiken während der Behandlung, sondern auch künftige Krankenhausaufenthalte.

 

(Von Lisa Cathrin Müller, Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation)

 

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