04.06.2014 - 1. Dortmunder Leber-Symposium: Radiologen stellen SIRT vor

Eine Neuerung für Dortmund kündigte sich anlässlich des 1. Lebersymposiums am 4.6.2014 im Harenberg City-Center an: Die Klinik für Radiologie und Neuroradiologie unter Leitung von Prof. Dr. Rohde (Foto unten rechts) wird künftig die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT; auch Radioembolisation genannt) und damit eine vergleichsweise schonende Form der Strahlentherapie zur Behandlung von Leberkrebs anbieten.


 

Eine Neuerung für Dortmund kündigte sich anlässlich des 1. Lebersymposiums am 4.6.2014 im Harenberg City-Center an: Die Klinik für Radiologie und Neuroradiologie unter Leitung von Prof. Dr. Rohde (Foto unten rechts) wird künftig die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT; auch Radioembolisation genannt) und damit eine vergleichsweise schonende Form der Strahlentherapie zur Behandlung von Leberkrebs anbieten. Anders als bei der Bestrahlung des Körpers von außen werden bei der SIRT gesunde Zellen weitestgehend geschont und das erkrankte Gewebe gezielt bestrahlt. Die Behandlung erfolgt über einen Leistenkatheter. Über diesen Zugang gelangen Millionen winziger radioaktiver Mikrokügelchen in die Leberarterie und direkt zum tumorösen Gewebe, wo die Bestrahlung der bösartigen Zellen erfolgt.

 

Dr. Altenbernd stellte die Möglichkeiten der SIRT-Therapie vor. Er ist Sektionsleiter „Interventionelle Radiologie“ in der Klinik für Radiologie, seit Dezember 2013 unter anderem zuständig für alle interventionellen onkologischen Verfahren in der Radiologie. Die Leber zählt zu den wichtigsten Stoffwechselorganen. Sie steuert die Entgiftung des Blutes und stellt Eiweiße für den Aufbau, die Funktionen und den Schutz des Körpers her. Außerdem speichert und dosiert sie Vitamine und Glukose. Das Tückische jedoch ist: Kommt es in der Leber zu Zellveränderungen bzw. Tumoren, merkt dies der Patient zunächst nicht. Das Organ selbst ist nämlich schmerzunempfindlich.

 

Chirurgen nutzen eine besondere Eigenschaft der Leber: Sie wächst nach

Neben der SIRT gibt es natürlich nach wie vor u.a. auch chirurgische Möglichkeiten, die je nach Befund und Lage des Tumors zum Einsatz kommen. Priv.-Doz. Dr. Mark Hartel, Direktor der Klinik für Chirurgie im Klinikum Dortmund, stellte diese Therapieoptionen vor. Selbst eine Leber mit zahlreichen Tumoren kann demnach durchaus noch mit Aussicht auf Erfolg behandelt werden. Zunächst versuchen die Onkologen, die Tumoren durch eine Chemotherapie kleiner werden zu lassen. Gelingt dies, übernehmen die Chirurgen und schneiden jene Bereiche der Leber weg, in denen der Tumor sitzt. Dabei machen sich die Operateure eine ganz besondere Eigenschaft der Leber zu nutze: Das Organ wächst nämlich nach. Es wird also in einer ersten Operation nur so viel Gewebe mit Tumorbefall weggeschnitten, wie der Patient verkraften kann. Erst wenige Wochen danach kommt es dann zu einem zweiten Eingriff, um das restliche Tumorgewebe zu entfernen. In der Zwischenzeit ist die Leber gewachsen und kann damit wieder eine ausreichende Funktion erfüllen.

 

 

 

Per Katheter können Internisten im Gallengang abladieren

Neben dem Chirurgen sprach mit Dr. Martin Fähndrich, leitender Oberarzt in der Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Dortmund, auch ein Internist auf dem Leber-Symposium, der u.a. auf die Möglichkeiten von kathetergestützten „Verödungen“ (Ablationen) im Leberbereich einging. Als Zugang dazu nutzen die Experten den Gallengang und können dort dank hochauflösender Kameras „auf Sicht“ arbeiten und behandeln.

 

 

 

Das Symposium war mit über 60 niedergelassenen Fach- und Hausärzten sehr gut besucht. In den Pausen und im Anschluss bot sich die Gelegenheit für einen fachlichen Austausch unter Kollegen.

 

Dr. Fähndrich während seines Vortrags

 

 

Priv.-Doz. Dr. Mark Hartel während seines Vortrags

 

 

Stents zur Therapie

 

 

 

Marc Raschke
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