15.03.2015 - Akuter Bedarf in Westfalen: Klinikum Dortmund erhält Klinik für Schmerzmedizin

Chronische Schmerzpatienten müssen aus dem Teufelskreis: Das Klinikum Dortmund hat seit dem 1. März 2015 eine eigene Klinik für Schmerzmedizin und bietet damit der Bevölkerung eine neue wichtige Therapieoption angesichts der dramatischen Unterversorgung in Westfalen.


Das Klinikum Dortmund hat seit dem 1. März 2015 eine eigene Klinik für Schmerzmedizin und bietet damit der Bevölkerung eine neue wichtige Therapieoption angesichts der dramatischen Unterversorgung in Westfalen. Tatsächlich gab es bis jetzt gerade einmal eine Handvoll Betten für chronische Schmerzpatienten in Dortmund. Mit der neuen Klinik für Schmerzmedizin kommen nun im ersten Schritt acht Betten hinzu, weitere sollen folgen. Zudem konnte der versierte Schmerzmediziner Dr. Carsten Meyer (Foto) als Leitender Arzt für die neue Klinik gewonnen werden.

 

Dr. Meyer hat bislang am Bergmannsheil in Bochum gearbeitet, das auf dem Gebiet der Schmerzmedizin deutschlandweit Maßstäbe gesetzt hat und eine der wenigen Weiterbildungseinrichtungen in diesem Bereich ist. Für die Zukunft sind eine enge Kooperation beider Kliniken und der Aufbau eines Netzwerkes zur Verbesserung der Versorgung im Ruhrgebiet geplant.

 

„Früher war man der Meinung, dass Schmerz einfach nur ein Symptom ist. Man ging davon aus, dass wenn man die Ursache für das Symptom behandelt, auch der Schmerz wieder verschwinden müsste. Doch inzwischen wissen wir, dass sich Schmerz verselbstständigen und seine Warnfunktion verlieren kann", erklärt Dr. Meyer. Das bedeutet, dass der Schmerz den Wert einer eigenständigen Erkrankung bekommen kann und in seiner Ausprägung körperlich nicht immer zu erklären ist, der Patient ihn aber dennoch weiter verspürt. Der Körper habe den Schmerz-Reiz regelrecht „gelernt". „Das ist so ähnlich wie beim Vokabeln lernen: Irgendwann können sie ein Wort nahezu auswendig", erklärt Dr. Meyer.

 

Ein anschauliches Beispiel für dieses Phänomen sei der Phantomschmerz, z.B. bei durch einen Unfall verlorenen Beinen. „Obwohl die Gliedmaßen nicht mehr da sind, ist der Betroffene noch in der Lage, Schmerzen zu spüren", erklärt Dr. Meyer. Dieser Fall zeigt bereits, dass ein Schmerzmediziner mit teilweise sehr komplexen Fällen zu tun hat.

 

Schmerzpatienten, die zu ihm kommen, haben oft einen langen Leidensweg bei Orthopäden, Neurologen & Co. hinter sich. „Meine Aufgabe als Schmerzmediziner besteht bei diesen Patienten dann darin, alle gesammelten Befunde und Diagnosen zu sichten und nach Verbindungen oder Auffälligkeiten zu suchen. Zudem arbeiten wir viel mit Fragebögen, in denen wir die Art und Ausprägung des Schmerzes abfragen", erklärt Dr. Meyer. Das alles sei mitunter sehr zeitaufwendig, man müsse sich intensiv mit einem Schmerzpatienten beschäftigen.

 

Schmerzmediziner ziehen dann auch in der Regel Psychotherapeuten, Krankengymnasten und Ergotherapeuten hinzu. „Wenn Sie immer Schmerzreiz haben, verändert Sie das, auch psychisch", sagt Dr. Meyer. So sei das Ziel in der chronischen Schmerztherapie oftmals nicht so sehr, den Schmerz ganz auszuschalten. Das sei je nach Krankengeschichte kurzfristig auch gar nicht mehr erreichbar. „Man versucht die Leute vielmehr, aus dem Teufelskreis herauszuholen. Es geht darum, die Schmerzen zu reduzieren und den Patienten wieder mobiler zu machen. Auf gar keinen Fall sollte der Betroffene zu Hause liegen und sich schonen. Bewegung, vor allem natürliche Bewegung, ist wichtig."

 

Dr. Meyer wohnt noch in Bochum und ist verheiratet. Seine Frau ist ebenfalls Ärztin, sie arbeitet als Anästhesistin.

 

Kontakt:
Petra Timmerhues (Sekretärin, Klinik für Anästhesie)
Telefon: 0231 / 953 - 21391
E-Mail: petra.timmerhues(a)klinikumdo.de

 

Weiterführende Informationen:
Selbsthilfegruppen für Schmerzpatienten

 

 

Marc Raschke
Leiter der Unternehmenskommunikation

Klinikum Dortmund gGmbH
Beurhausstraße 40
44137 Dortmund

Telefon +49 (0)231 953 21200
Mobil +49 (0)174 16 65 987
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Klinikum Dortmund, Unternehmenskommunikation
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