14.10.2014 - Erster Patient erhält neuartigen Mini-Defibrillator unter die Haut

Schonender Eingriff im Herzzentrum HerzDo


Ob in Stadien, Flughäfen oder Sparkassen: Mittlerweile hängen sie an vielen öffentlichen Orten und retten im Notfall durch einen gezielten Stromschock Leben. Auch aus Ärzte-TV-Serien kennt der Laie Defibrillatoren (kurz: Defi), die immer dann spektakulär zum Einsatz kommen, wenn das Herz urplötzlich still steht. Zwei Pads an den nackten Oberkörper anlegen, zur Seite treten und – Schock! In Miniatur werden solche Systeme schon seit langem im Herzzentrum HerzDo des Klinikums Dortmund implantiert, jetzt aber in einem völlig neuen Verfahren. Der Dortmunder Christian Struwe (45) ist der erste Patient in Westfalen, dem ein solcher Defi nicht direkt in Brustkorb und Herz, sondern lediglich unter die Haut gesetzt wurde. Eine neue Gerätegeneration macht’s möglich.

 

Nur wenige Zentren in ganz Deutschland können diesen speziellen Eingriff vornehmen, da er einen völlig neuen Ansatz verfolgt. „Der Eingriff ist wesentlich schonender und risikoärmer, weil wir während der Operation mit den Elektroden des Defis nicht mehr bis in das Herz des Patienten vordringen müssen“, erklärt Markus Stolze, Herzchirurg und Oberarzt in der Schrittmacherambulanz des Klinikums Dortmund. Der Mediziner kann von außen den Defi mit einem Tablet-PC überprüfen. Die „Kabel“, die den Strom des Defis im Ernstfall leiten, und der Defi selbst liegen auf dem Brustkorb des Patienten unter der Haut. Wenn Christian Struwe seinen linken Arm hebt, lässt sich der Defi als Knubbel seitlich durch die Haut erahnen. „Ich merke das Gerät aber sonst so gut wie gar nicht“, sagt er. Auch für Sportler mit Herzfehlern ist es ideal, da sie ungehindert weiter trainieren können.

 

Der Patient hatte eine Grippe verschleppt

Bei Struwe war ein Defi nötig geworden, da er eine Grippe verschleppt hatte. „Ich konnte mir damals in meinem Job nicht erlauben, einen Krankenschein zu nehmen. Also habe ich weiter gearbeitet“, sagt der 45-Jährige, der in einer Druckerei beschäftigt ist. Die Viren griffen dann seinen Herzmuskel an und schwächten ihn spürbar. Struwe bekam kaum noch Luft, hatte Wasser in der Lunge: „Meine Herzleistung lag noch bei gerade einmal 10 Prozent. Ich kam sofort auf die Intensivstation.“

 

Bei plötzlichem Herzstillstand löst die Elektrode einen Schock aus

Das war bereits 2006. Damals bekam er noch einen Defi „alter Bauart“ implantiert. Diese Geräte werden unter den Brustmuskel gesetzt. Über einen Zugang zur Herzvene gelangt die Defi-Elektrode dann direkt in die Herzkammer, wo sie von da an verbleibt und die Herztätigkeit kontrolliert. Kommt es nun zu lang anhaltenden Rhythmusstörungen oder gar zu einem plötzlichen Aussetzen des Herzschlags, löst die Elektrode einen Stromschock aus. Ein Herztod, wie er z.B. bei Sportlern vorkommt, kann damit verhindert werden. „Einer der Nachteile dieses Systems ist aber, dass sich die Herzvene, durch die die Elektrode gelegt wird, mit der Zeit verschließen kann. Das ist natürlich gerade bei noch jungen Patienten schlecht, die viele Jahre mit einem Defi leben. Teilweise bekommen ja bereits Zehnjährige mit Herzfehlern solche Geräte eingesetzt. Auch kann es nach zehn bis fünfzehn Jahren durch die ständige Bewegung zur Materialermüdung der Elektrode in der Herzkammer kommen“, sagt Oberarzt Stolze.

 

"Wir haben uns darauf spezialisiert, alte Defi-Geräte auszutauschen"

Im Februar 2014 wurde dem Patienten nun die neue Geräte-Generation implantiert, da er mit seinen 45 Jahren auch noch zu den jüngeren Patienten zählt. So ein Austausch „Alt gegen Neu“ ist sehr komplex. Doch: „Wir haben uns hier im Herzzentrum u.a. darauf spezialisiert, alte Defi-Geräte auszutauschen. Selbst wenn es dabei Komplikationen geben sollte, können wir diese Alt-Geräte sicher entfernen“, sagt Herzchirurg Stolze. Die Kosten für die neuen Geräte liegen höher, werden aber noch durch die Fallpauschale abgedeckt, die das Haus für diesen Eingriff erhält. „Wir gewinnen damit im Einzelfall vielleicht etwas weniger Geld, halten die neue Technik aber für äußerst sinnvoll, gerade bei Patienten wie Herrn Struwe. Und deshalb setzen wir sie auch ein“, sagt Oberarzt Stolze.

 

 

Marc Raschke
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