01.12.2016 - Nähen für "Sternenkinder": Wenn ein bisschen Stoff Würde bringt

Das bisschen Stoff liegt so winzig in der Hand von Denise Eichenberg, als sei es das Schühchen eines Säuglings. Ein buntes Textil mit Sternen, dazu eine kleine Schleife. Mehr ist es nicht, aber es bedeutet so viel: Denise Eichenberg und Sandra Lanari nähen winzige Teile wie diese für Totgeburten. Sie geben damit „Sternenkindern“, die es vor, während oder nach der Geburt nicht schaffen, Würde und den Eltern ein wenig Trost. „Dieses Wickeltuch hier ist für einen Fötus, der ca. in der 15. Schwangerschaftswoche gestorben ist“, erklärt Sandra Lanari. Sie ist mit ihrer Freundin Ansprechpartnerin der Initiative „Nähen für Regenbogenkinder & Frühchen“ für alle, die die Aktion gern unterstützen wollen.

Nähen für Sternenkinder: Wenn ein bisschen Stoff Würde bringt

Das bisschen Stoff liegt so winzig in der Hand von Denise Eichenberg, als sei es das Schühchen eines Säuglings. Ein buntes Textil mit Sternen, dazu eine kleine Schleife. Mehr ist es nicht, aber es bedeutet so viel: Denise Eichenberg und Sandra Lanari nähen winzige Teile wie diese für Totgeburten. Sie geben damit „Sternenkindern“, die es vor, während oder nach der Geburt nicht schaffen, Würde und den Eltern ein wenig Trost. „Dieses Wickeltuch hier ist für einen Fötus, der ca. in der 15. Schwangerschaftswoche gestorben ist“, erklärt Sandra Lanari. Sie ist mit ihrer Freundin Ansprechpartnerin der Initiative „Nähen für Regenbogenkinder & Frühchen“ für alle, die die Aktion gern unterstützen wollen.

 

Ursprünglich wurde die Aktion 2014 von einer Mutter aus Ostdeutschland über Facebook ins Leben gerufen, die drei „Sternenkinder“ beerdigen musste. „Wir möchten einfach nicht, dass Sternenkinder ihren Müttern in einer blanken Nierenschale präsentiert werden und die Eltern diesen Anblick als letztes und womöglich einziges Bild ihres Kindes im Kopf behalten müssen“, sagt Lanari.

 

Über 1.000 Mitglieder hat die Initiative bundesweit

Mittlerweile hat die Aktion weit mehr als 1.000 Mitglieder, von denen sich eine Vielzahl aktiv an der Herstellung der kleinen Kleidungsstücke und Einschlagdecken beteiligt. In Deutschland werden ca. 180 Krankenhäuser durch die Aktion betreut. Die Aktion kommt sehr gut an – bei betroffenen Eltern, aber auch im Klinikum Dortmund, welches von den beiden Freundinnen durch die ehrenamtliche Arbeit unterstützt wird.

 

Aus alten Hochzeitskleidern werden Taufaufleger

Genäht, gestrickt und gehäkelt wird mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Materialien, gerne auch mit gespendeten Stoffresten. Manchmal ist darunter sogar ein gebrauchtes Hochzeitskleid. „Daraus nähen wir dann Taufaufleger“, erklärt Eichenberg. Wenn es nämlich ein Frühchen absehbar nicht schafft und sich die Eltern eine Not-Taufe wünschen, kann der Pfarrer den winzigen Körper mit diesem Aufleger (s. Foto rechts) bedecken. „Das mühsame Anziehen eines richtigen Taufkleides ist angesichts der oft doch sehr feinen und zerbrechlichen Körper nicht möglich“, erklärt Lanari.

 

Bärchen, Engel oder Sterne als Erinnerungsstücke

Neben Anziehsachen stellen die beiden Mütter auch Erinnerungsstücke her, darunter kleine Bärchen, Engel oder Sterne. Diese Andenken kommen ebenfalls gut an: Der Gedanke ist, dass eines der Stücke beim Baby bleibt und eines von den Eltern behalten wird, um eine erinnernde Verbindung herzustellen. Inzwischen gibt es sogar einen kleinen, von der Gruppe selbstgestalteten Katalog, aus dem sich die jeweiligen Kliniken kostenfrei Kleidung, Deckchen und Erinnerungen aussuchen können.

 

                                                                                   Ein wenig Normalität im Inkubator

Und warum engagieren sich die Beiden, die jeweils einem Beruf nachgehen, derart? Ein Stück weit aus eigener Betroffenheit. "Der Sohn meiner Schwester wurde im Dortmunder Klinikum mit 590 g geboren. Der kleine Kämpfer ist heute sieben Jahre alt und hat seinen problematischen Weg gut gemeistert ", so Lanari. So ist ihr aus eigener Erfahrung in Erinnerung geblieben, was es für die Eltern bedeuten kann, wenn ihr Baby durch ein Kleidungsstück ein wenig Normalität im Inkubator erhält.

 

„Wir sind dankbar und wollen helfen.“

„Wir selbst haben gesunde Kinder und sind uns sehr bewusst, dass wir enormes Glück hatten. Dafür sind wir dankbar, wissen aber auch, dass es anderen nicht so gut geht, und wollen helfen. Und wir nähen privat eh sehr viel, so oder so“, erklärt Eichenberg.

 

Kleidung in derart winzigen Größen gibt es sonst nicht

Genäht wird übrigens auch für Frühchen, die es schaffen und durchkommen. Hier ist jedoch oft das Problem, dass es regulär keine Kleidung in den winzigen Größen für Frühchen gibt. „Wir möchten nicht, dass sie eingehüllt in weißen Mullwindeln oder in viel zu großen Socken und Mützchen da im Inkubator liegen“, sagt Lanari. So ist ein Stück Stoff – als kleines Leibchen genäht – nicht selten ein herrlicher Farbtupfer auf der Frühchen-Station eines Krankenhauses.

 

„Strick-Omi Margret“ unterstützt die Aktion auch

Die beiden Mütter erhalten seit einiger Zeit Unterstützung von einer älteren Dame, "Strick-Omi Margret", die für die Aktion „Nähen für Regenbogenkinder & Frühchen“ strickt: kleine Mützchen, Jäckchen oder auch Söckchen. Halt was gerade gebraucht wird. Auch sie strickt winzige Größen, die im Handel nicht erhältlich sind. „Die Arbeit gibt ihr mittlerweile so viel Lebenswillen, dass sie neulich sogar das erste Mal seit langer Zeit ihre Wohnung mit dem Rollator wieder verlassen hat, um Wolle zu kaufen“, sagt Lanari. – Eben ein Hobby, das bewegt.

Wer die Aktion mit Stoffspenden unterstützen möchte, kann sich im Klinikum melden: E-Mail senden oder 0231 – 953 21549

 

 

 

 

Ein Wickeltuch für ein ca. 15 Wochen alten Fötus, der es nicht geschafft hat.

 

Komplette Sets können bei der Näh-Aktion auch bestellt werden.

 

Aus einem alten Taufkleid genäht: eine Taufauflage für Nottaufen.

 

In diesem Säckchen kann ein wenige Wochen alter Fötus beerdigt werden.

 

Kleine Beigaben näht die Aktion auch.

 

Ein Wickeltuch für ein wenige Wochen altes "Sternenkind"

 

(Fotos: Marc Raschke, Leiter Unternehmenskommunikation, Klinikum Dortmund)

 

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