18.06.2019 - Virtuell gegen Demenz und Co. – Spendenaktion: „Bike-Labyrinth“ soll Therapie von älteren Patienten unterstützen

Heute Paris, morgen Mailand – das möchte die Klinik für Geriatrie (Altersheilkunde) des Klinikums Dortmund seinen Patienten virtuell ermöglichen: Mithilfe einer Spendenaktion soll bald ein sogenanntes Bike-Labyrinth für geriatrische Patienten zugänglich sein. Rund 5.000 Euro sollen für die interaktive Fahrradtour gesammelt werden, die dem Nutzer ermöglicht, eine Vielzahl an Orten zu erkunden und an altbekannte zurückzukehren. Das Prinzip ist einfach: Patienten sitzen auf einem Hometrainer und steuern so die Fortbewegung, die sie auf einem Bildschirm verfolgen können. Somit fördert das System nicht nur die körperliche Aktivität und erweitert den persönlichen Horizont, sondern kann zusätzlich bei Delir- und Demenzzuständen sowie Depressionen gezielt eingesetzt werden.


Viele geriatrische Patienten sind gerade deshalb im Krankenhaus, weil sie geringfügig belastbar sind oder sich schlecht bewegen können. Einige sind zudem monatelang nicht in der Lage, selbstständig ihre Zimmer zu verlassen. Daher möchte das Klinikum Dortmund mithilfe des Bike-Labyrinthes die körperliche Aktivität von Betroffenen allmählich wieder steigern und ihnen so ermöglichen, zumindest geistig das Krankenhaus zu verlassen.
 
„Digitalisierung birgt im Bereich der Geriatrie ungemeine Möglichkeiten“, sagt Dr. Günther, Oberärztin der Klinik für Geriatrie. „Das Bike-Labyrinth liefert nochmal eine ganz andere Motivation, die Bewegungsübung durchzuhalten und abzuschließen, weil hinter jeder Ecke eine neue Entdeckung wartet.“ Auf diese Weise können Patienten Metropolen, Wahrzeichen und eigens aufgenommene Strecken besuchen: Wenn ein Angehöriger über eine Kamera verfügt, kann er z.B. frühere Spazierstrecken des Patienten abfilmen und per USB-Stick auf das Gerät laden.
 
Gerade aus diesem Grund kann das Bike-Labyrinth zur Delir-Prophylaxe insbesondere bei dementen Patienten genutzt werden. „Es bringt die Menschen an bekannte Orte zurück“, erklärt Dr. Günther. „Manche erinnern sich durch die vermeintlichen Städtetrips. Ein häufiger Trigger vom Delir ist fehlende Orientierung und unbekanntes Terrain. Wenn man dem Betroffenen dann eine bekannte Umgebung schaffen kann, bringt das ein Stück Heimat auf Station – und ist in der Ausführung relativ einfach.“
 
Sie möchten die Aktion unterstützen? Dann spenden Sie gerne unter folgendem Link in unserem Spendenshop: www.spenden-klinikumdo.de

 

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