22.08.2017 - Nach US-Studie warnen Orthopäden: Moderner Lebensstil führt zu höherem Arthrose-Risiko

Wer seine Gelenke mehr bewegt und belastet, bekommt weniger Gelenkverschleiß, also Arthrose. Das klingt im ersten Moment seltsam, ist aber das Ergebnis einer aktuellen US-Studie der Harvard University, die Prof. Dr. Christian Lüring, Direktor der Klinik für Orthopädie im Klinikum Dortmund, in seiner Erfahrung bestätigt: „Der den Knochen schützende Gelenkknorpel wird nur durch das stete Einpressen von Gelenkflüssigkeit in den Knorpel ernährt. Dieses Einpressen wiederum kann nur erfolgen, wenn das Gelenk bewegt und moderat belastet wird.“

Nach US-Studie warnen Orthopäden: Moderner Lebensstil führt zu höherem Arthrose-Risiko

Deshalb seien Bewegung und Sport, aber auch eine ausgewogene, mediterrane Ernährung unerlässlich. „Wir beobachten als Orthopäden jedoch mit einiger Sorge, dass der Lebensstil vieler Menschen heutzutage eher darauf abzielt, sich möglichst wenig zu bewegen. Demgegenüber steht dann nicht selten eine an raffinierten Kohlenhydraten und Kalorien reiche Ernährung. Einige Menschen nehmen so den Kalorienbedarf eines körperlich schwer arbeitenden Bergmanns zu sich“, so Prof. Lüring.

 

U.a. Skelette aus der Zeit 6000 vor Christus untersucht

Die US-Forscher hatten im Rahmen der Studie mehr als 2000 menschliche Skelette auf Kniearthrose untersucht. Darunter waren zum Teil auch archäologische Skelette, die auf das Jahr 6000 vor Christus datiert waren. Im Ergebnis stellten die Wissenschaftler fest, dass bei Menschen, die in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg starben, gut doppelt so häufig Kniearthrose festgestellt wurde als bei Menschen der frühindustriellen Zeit, also in einer Zeit, in der Menschen noch viel mehr mit Muskelkraft und Hochbelastung gearbeitet hatten - und in der die vielfältigen Hilfsmittel, die heute verfügbar sind, noch nicht erfunden waren.

 

Flughafen-Laufbänder, Aufzüge & Co. sind Gift für die Gelenke

So sei laut Prof. Lüring etwa der allgemeine gesellschaftliche Trend hin zum E-Bike zur Fortbewegung angesichts der US-Studie durchaus kritisch zu sehen. Gleiches gilt z.B. für das Benutzen von Laufbändern an Flughäfen, Aufzügen in Häusern und Rolltreppen in der U-Bahn. „Unser modernes Leben hält eine ganze Reihe solcher verlockender Erleichterungen bereit. Sie können aber Gift für die Gelenke sein“, sagt Prof. Lüring. „Sicher ist es aber besser ein E-Bike zu nutzen als sich gar nicht zu bewegen.“ Öfter mal die Treppe laufen und nicht den Aufzug nehmen, rät der Experte.

 

Arthrose muss kein Altersschicksal sein

Die Arthrose ist von einem stetigen Verschleiß des Gelenkknorpels gekennzeichnet. Wenn die Knorpelzellen durch Bewegung nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden, sterben sie ab und – das ist das Besondere beim Knorpel – wachsen nicht nach. Im fortgeschrittenen Stadium läuft der Patient dann quasi „auf der Felge“: Es reibt Knochen auf Knochen, was mit starken Schmerzen einhergeht. „Wir können natürlich dann jede Form der Arthrose hier im Klinikum behandeln, aber am besten ist es doch immer noch, wenn Arthrose erst gar nicht entsteht. Arthrose muss kein Altersschicksal sein“, so Prof. Lüring.

 

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