Auszubildende im Klinikum Dortmund üben an neuen Dummys

Eine Kanüle bei Patienten mit Luftröhrenschnitt wechseln oder Sekret aus den oberen Atemwegen...

Klinikum Dortmund für "Beste Arbeitgeber-Kampagne" ausgezeichnet

87.000 Follower und mehr als 12,5 Millionen Klicks: Die Kampagne „Tanze deinen Job“ des Klinikums...

Neue Dimensionen des Operierens: Chirurgen arbeiten mit OP-Roboter

Das neue OP-Instrument ist groß wie ein Schrank, hat vier äußerst bewegliche Arme und unweit...

Anästhesietechnische Assistent*innen: Neuer Ausbildungsberuf

Zuständig für die enge Betreuung der Patient*innen in einer Narkose-Situation: Ab sofort kann man...

Professor aus Dortmund hilft ehrenamtlich in Sachsen auf Covid-Station

Jeder kann seinen Beitrag leisten, gerade in diesen Zeiten. Das dachte sich auch Prof. Dr. Christian...

Selbsthilfegruppen aus Dortmund

"Leben mit dem Schmerz" der Deutschen Schmerzliga e. V.

Unser Ziel: Menschen zusammenbringen, die unter chronischen Schmerzen leiden.

weitere Informationen zur Gruppe

Pain-Nurses im Klinikum Dortmund entwickeln Sprachfunktion für Blackberrys

Foto: Pain-Nurse Diana Mädler mit einem der Blackberrys, die die spezielle Sprachfunktion haben.

Schmerzmittel auf Knopfdruck: Im Klinikum Dortmund können Patienten mittels mobiler Schmerzpumpen ganz nach ihren individuellen Bedürfnissen selbst steuern, wie viel Schmerzmittel sie tatsächlich benötigen. Die Dosis wirkt auf diese Weise sehr gezielt. Doch wie einem Patienten im Stationsalltag die Funktion dieser körperschonenden Therapiemaßnahme erklären, der kein Deutsch spricht? Das Pain-Nurse-Team des Klinikums Dortmund hat hierfür in Eigenregie eine Sprachfunktion für Blackberry-Handys entwickelt. Seit zwei Monaten sind die vier Geräte im Betrieb. Bei Patienten kommt der Service sehr gut an.

Das siebenköpfige Team, das von der Pflegewissenschaftlerin Andrea Besendorfer geleitet wird, hatte zunächst einmal einen Aufklärungstext für den Umgang mit einer solchen Schmerzpumpe entwickelt. Dieser wurde von internationalen Mitarbeitern des Klinikums Dortmund nach Dienstschluss in ihre jeweilige Muttersprache übersetzt und dann noch als Tonaufnahme gesprochen. Per Datenträger kamen die Übersetzungen schließlich auf die Blackberrys. Nun können die diensthabenden Pain-Nurses an den Standorten Nord und Mitte des Klinikums Dortmund aus zwölf verschiedenen Sprachen wählen: Arabisch, Bulgarisch, Englisch, Französisch, Griechisch, Persisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Spanisch und Türkisch.

In einigen Sprachen gab es den Begriff „Schmerzpumpe“ gar nicht

„Wir haben die Übersetzungen jeweils noch mal von einem anderen Kollegen checken lassen, der ebenfalls der Sprache mächtig war, damit auch wirklich alles verständlich vermittelt wird“, sagt Pain-Nurse Diana Mädler (rechts im Bild). Manchmal seien die Übersetzungen aber gar nicht so einfach gewesen, allein schon, weil es z.B. in einigen Sprachen den Begriff „Schmerzpumpe“ überhaupt nicht gibt. Also musste umschrieben werden. Deshalb sind einige Sprachanweisungen auch länger als andere. Persisch dauert zum Beispiel 56 Sekunden, während die Übersetzung auf Polnisch immerhin auf 2:18 Minuten kommt.

Eine Überdosis ist mit der Schmerzpumpe nicht möglich

Zweimal am Tag schauen die Pain-Nurses bei den Patienten vorbei, die an eine Schmerzpumpe angeschlossen sind. „Wir hatten in der Vergangenheit immer mal wieder festgestellt, dass die Patienten etwas ängstlich damit umgegangen sind“, erklärt Pain-Nurse Kirsten Cadenbach (links im Bild). Einige fürchteten etwa, sich mit der Schmerzpumpe eine Überdosis zuführen zu können. Dass dies jedoch technisch gar nicht möglich ist, erklärt die Sprachanweisung – und vieles mehr.

Patienten sollen Sicherheit im Umgang mit der Schmerzpumpe erlangen

Sprachbarrieren werden im Klinikum Dortmund in der Regel mit Dolmetschern überwunden. Vielfach sind es die Angehörigen, die übersetzen, was der Arzt zum Patienten sagt. Bei Visiten oder Aufklärungsgesprächen vor Operationen ist eine solche Übersetzung planbar. Im stationären Alltag aber ist ein mobiles Blackberry eine gute Alternative, um dem Patienten Sicherheit im Umgang mit der Schmerzpumpe zu geben. Und genau darum geht es. „Wir hatten neulich eine Patientin, die sehr nervös und schüchtern war. Sie verstand nämlich nur arabisch. Als wir ihr die Gebrauchsanweisung in ihrer Muttersprache vorspielen konnten, hatte sie ein Strahlen auf dem Gesicht. Mit so etwas hatte sie schlicht nicht gerechnet“, sagt Kirsten Cadenbach.