Der Festakt stand ganz im Zeichen einer bewegten Geschichte – und einer starken Gegenwart. Ein emotionaler Imagefilm führte die Gäste durch anderthalb Jahrhunderte Klinikgeschichte. Große Stellwände mit einem Zeitstrahl machten wichtige Etappen der Entwicklung sichtbar. Und mit der Präsentation der druckfrischen Festschrift wurden die Geschichte des Hauses und aktuelle Entwicklungen dokumentiert.
Die Festredner, allen voran Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Oberbürgermeister Alexander Kalouti, betonten die große Bedeutung des Klinikums für die medizinische Daseinsvorsorge in Stadt und Region. Klinikum-Geschäftsführer Peter Hutmacher skizzierte die bewegte Geschichte des Hauses, von den Anfängen als Luisenhospital über Zeiten des Wiederaufbaus bis zum heutigen Maximalversorger. Dabei erinnerte er an den Mut und die Verantwortung vieler Generationen von Mitarbeitenden, die das Klinikum geprägt haben. Auch der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Christoph Neumann, verwies auf die zahlreichen Veränderungen in der Geschichte des Hauses. Bei allem Wandel sei jedoch eines konstant geblieben: die Orientierung am Menschen und der Anspruch, eine verlässliche medizinische Versorgung für Dortmund und die Region sicherzustellen.
Es war ein Abend, der deutlich machte: Das Klinikum Dortmund blickt auf eine lange Vergangenheit zurück und auf eine Entwicklung, die eng mit der Geschichte der Stadt verbunden ist.
Vom Luisenhospital zum Maximalversorger
Die Geschichte des Klinikums beginnt am 10. März 1876 mit der Eröffnung des Luisenhospitals. Dortmund war damals eine schnell wachsende Industriestadt. Zechen, Stahlwerke und neue Arbeitsplätze zogen tausende Menschen an – und mit ihnen wuchs der Bedarf an medizinischer Versorgung. Arbeitsunfälle, Infektionskrankheiten und schwierige hygienische Bedingungen stellten Ärzte und Pflegekräfte vor große Herausforderungen.
Aus dem Luisenhospital wurden die „Städtischen Krankenanstalten“, die mit dem Wachstum der Stadt Schritt für Schritt erweitert wurden und sich zu einem immer differenzierteren medizinischen Zentrum entwickelten. Schon früh entstanden spezialisierte Abteilungen, neue Gebäude und Institute.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden eine moderne Chirurgische Klinik und ein Pathologisches Institut eingerichtet – wichtige Schritte für eine medizinische Versorgung auf dem damaligen Stand der Wissenschaft.
In den 1920er-Jahren setzte sich diese Entwicklung fort. Neue Fachrichtungen kamen hinzu, die medizinische Arbeit wurde stärker differenziert. Mit der Eröffnung einer modernen Kinderklinik im Jahr 1930 erreichten die Städtischen Krankenanstalten eine neue Dimension und wurden zu einem wichtigen medizinischen Zentrum der Region.
Der Zweite Weltkrieg brachte schwere Einschnitte, darunter die Verfolgung jüdischer Ärzte. Das Krankenhaus Nord wurde komplett zerstört, an der Beurhausstraße blieben nur wenige Klinikteile nutzbar. Der Großteil lag in Trümmern. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten wurde trotz der schwierigen Bedingungen weitergeführt. Der Wiederaufbau nach 1945 war ein umfassender Neuanfang.
Wachstum und Spezialisierung
In den Jahrzehnten nach dem Wiederaufbau entwickelte sich das Klinikum kontinuierlich weiter. Neue Fachgebiete entstanden, medizinische Technik wurde modernisiert und Strukturen wurden angepasst. Seit den 1970er-Jahren wuchs das Haus zu einem Maximalversorger für Dortmund und die gesamte Region.
2002 wurden aus den Städtischen Kliniken schließlich das Klinikum Dortmund. Es begann eine Phase umfassender Modernisierung. Ein wichtiger Meilenstein war die Eröffnung des Zentralen Operations- und Funktionszentrums (ZOPF), das moderne Operationssäle, Intensivbereiche und zentrale Abläufe zusammenführt.
Auch medizinisch setzte das Haus wichtige Impulse. Mit dem Westfälischen Krebszentrum entstand ein zertifiziertes Onkologisches Zentrum mit überregionaler Bedeutung. Kooperationen, moderne Medizintechnik und spezialisierte Zentren prägen heute den Klinikalltag.
Heute gehört das Klinikum Dortmund zu den größten kommunalen Krankenhäusern Deutschlands. Jährlich werden hier mehrere hunderttausend Patientinnen und Patienten ambulant und stationär versorgt.
Verantwortung für Stadt und Region
In seiner Festrede zum Jubiläum betonte Geschäftsführer Peter Hutmacher die besondere Rolle des Klinikums für Dortmund und die Region:
„150 Jahre Klinikum Dortmund zeigen, dass wir uns immer wieder neu aufstellen mussten – fachlich, strukturell und organisatorisch. Entscheidend war dabei nie die Größe allein, sondern die Qualität der Versorgung. Unser Anspruch ist es, auch in Zukunft verlässlich für die Menschen in Dortmund und der Region da zu sein.“
Auch Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann würdigte das Klinikum als wichtigen Teil der Krankenhauslandschaft in NRW und zugleich großen Arbeitgeber und Ausbilder im Gesundheitssystem. Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti hob die enge Verbindung zwischen dem Klinikum und der Stadt hervor: „Wir feiern eine Institution, die seit eineinhalb Jahrhunderten das Herz der städtischen Gesundheitsversorgung bildet – damals wie heute unverzichtbar für unsere Stadt.“
Jubiläum mit Blick nach vorn
Neben dem Rückblick auf die vergangenen 150 Jahre stand beim Festakt auch die Zukunft im Mittelpunkt. Große Projekte wie der geplante Neubau der Kinderklinik, der Ausbau medizinischer Zentren und die kontinuierliche Modernisierung der Infrastruktur zeigen, wie sich das Klinikum auf die kommenden Herausforderungen im Gesundheitswesen vorbereitet.
Das Jubiläumsjahr 2026 wird von weiteren Veranstaltungen begleitet. Ein Höhepunkt wird im Sommer ein großes Fest für alle Mitarbeitenden sein.







