Appell an Eltern: Hautärzte warnen vor "Urlaubs-Tattoos" mit Henna

Hohes Allergie-Risiko durch chemische Zusatzstoffe

Der Kontakt ist flüchtig, die Folgen sind mitunter eine Tragödie: „Henna-Tätowierungen“ werden an den Stränden in den Touristenhochburgen des Mittelmeerraums so leicht angeboten wie Melonen, Ananas & Co. Nicht selten stechen die „Strandkünstler“ ihr Werk in der Touristenhaut gleich direkt an der Strandliege – und sind anschließend weg. Zurück bleibt ein glücklicher Tourist, eine verzierte Schulter und Urlaubsfeeling pur. „War doch ein Bio-Tattoo, hat der Künstler gesagt“, heißt es dann gern. Doch das böse Erwachen kommt zu Hause. Immer öfter landen solche Urlaubs-Tätowierungen nämlich in der Ambulanz der Hautklinik im Klinikum Dortmund. Die Haut ist entstellt, vernarbt, fleckig. Was für kurze Zeit verschönern sollte, verschandelt ein Leben lang.

Denn wenn die Henna-Tusche in der Haut verblasst, treten oft die wahren Probleme hervor. Dann zeigt sich eine Überempfindlichkeit gegenüber p-Phenylendiamin (PPD), das der Tuschelösung zur Farbintensivierung beigemengt wird. „Henna-Farbe an sich ist rötlich-braun und wird eher zur oberflächlichen Körperbemalung verwendet, z.B. bei Mehndis. Damit aber die Tätowierung in der Haut sofort und klar zu sehen ist, mischen die Strandtätowierer einen schwarzen Farbton bei, den Sie u.a. auch in Autoreifen oder Lacken finden. Das sind hoch-allergene Stoffe“, erklärt Dr. Ulrike Beiteke, Oberärztin der Hautklinik im Klinikum Dortmund.

Reizungen, Bläschen und lebenslange Narben möglich

Ist der menschliche Organismus einmal auf diese Stoffe sensibilisiert, reagiert er zeitlebens darauf allergisch. Durch Hauttest ist dies dann nachweisbar. Betroffene berichten, ihr Arm sei anfangs „wie mit einem Brandeisen“ markiert gewesen. Schließlich bildet sich ein millimeterhohes, stark entzündetes Relief auf der Haut, das der Form des abgebildeten Motivs entspricht. Zudem sind lokale Reizungen, Entzündungen, Bläschenbildung und Narben möglich. Meist ist dies nach ein bis zwei Wochen so. Aber auch später können solche Folgen auftreten, so dass mitunter im ersten Moment gar nicht der Zusammenhang zum Urlaubs-Tattoo gesehen wird.

PPD-Sensibilisierungbeschränkt Berufswahl

„Da sich insbesondere gern junge Menschen diese „Henna-Tattoos“ im Urlaub stechen lassen, geht unser dringender Appell an die Eltern, es dazu erst gar nicht kommen zu lassen“, sagt Dr. Ulrike Beiteke. Die Folgen einer solchen PPD-Sensibilisierung seien nämlich kaum bekannt. „Wer auf PPD allergisch reagiert, kann viele Berufe nicht mehr ausüben, z.B. Drucker, Friseur, Tankwart oder Masseur. Auch eine Arbeit in der Leder-, Gummi- oder Textilbranche ist oft nicht mehr möglich“, sagt Dr. Beiteke.



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